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Stormarn Afrikanischer Künstler trommelt nicht nur im „Tatort“
Lokales Stormarn Afrikanischer Künstler trommelt nicht nur im „Tatort“
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20:32 29.03.2016
Mit jedem Trommelschlag holt Mahamoudou Tapsoba seine Heimat nach Deutschland. Quelle: B.Albrod

. Mahamoudou Tapsoba kommt aus Burkina Faso, hat eine zehnjährige Ausbildung als Schauspieler, Sänger, Musiker und Tänzer absolviert, lebt seit fünf Jahren in Deutschland und seit einem dreiviertel Jahr in Ahrensburg. Wer genau hingesehen hat, hat ihn schon im „Tatort“ gesehen, wo er mal eine Rolle hatte, oder neben Ingolf Lück, als er für den WDR „Mit Lück durchs Land“ gelaufen ist. Vor allem aber ist Tapsoba auf der Bühne zu Hause. „Ich war Mitglied einer deutsch-burkinischen Theaterproduktion und bin damit 2011 nach Würzburg eingeladen worden“, erzählt Tapsoba.

20 Jahre Künstler

Mahamoudou Tapsoba ist Künstler aus Burkina Faso in Westafrika. Seit über 20 Jahren arbeitet er als Schauspieler, Musiker, Tänzer, Choreograph, Sänger, Komponist und Ausbilder.

Die Djembé ist eine Bechertrommel aus Westafrika, die aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht, der mit Ziegenfell bespannt ist.

Dahinter stand die Kulturstiftung des Bundes, die die Aufführung des Stücks förderte. Das kam gut an, so dass die Truppe auch in Thüringen auftreten konnte. Dort spielten sie „Die Schutzlosen“, das die Not der Flüchtlinge in Lampedusa vor Augen führt. Gespielt wurde in mehreren Sprachen, um interkulturell verständlich zu sein. „Dazu haben wir noch ein Märchen aufgeführt zum 100. Geburtstag von Albert Schweitzer“, erzählt der Schauspieler. Vor allem die Kinderstücke haben es dem afrikanischen Künstler angetan, der zusätzlich auch Märchenerzähler ist.

Nun lebt er in Stormarn und sucht auch hier nach Möglichkeiten, seine Kunst umzusetzen. Gerade hat er in Bargteheide einen Tanz- und Trommelworkshop gegeben. Sein Instrument ist die Djembe, ein Traditonsinstrument aus einem alten afrikanischen Königreich, das aus einem Holzkelch besteht, der mit Kuh- oder Ziegenfell bespannt wird. „Es gibt drei Basistöne, die man variieren kann“, zeigt Tapsoba und holt mit ein paar Handschlägen den Rhythmus Afrikas ins Wohnzimmer. Afrika möchten er und seine Lebensgefährtin Minnattallah Boutros auch anderen bieten. „Weltreise durchs Wohnzimmer“

nennt sich das Programm, das sie in Süddeutschland schon mehrmals erfolgreich angeboten haben und auch für Ahrensburg planen.

„Dabei lädt man zehn Personen, die Interesse haben, zu sich nach Hause ins Wohnzimmer ein und erzählt ihnen zwei Stunden lang etwas über Burkina Faso“, erläutert Minnattallah Boutros, die aus München stammt und 20 Jahre lang in Afrika gearbeitet hat. „Wenn Interesse besteht, möchten wir das hier auch gerne anbieten. Damals haben wir das über die Volkshochschule gemacht.“

Mahamoudou Tapsoba ist auch in Altenheime gegangen, um mit Senioren zu arbeiten, die er über das Trommeln erreicht hat. Das habe Spaß gemacht und erstaunlich Erfolg gehabt. „Ich habe auch Interesse daran, etwas mit Flüchtlingskindern zusammen zu machen“, erklärt der Künstler.

• www.tapmaha.info

Von Bettina Albrod

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