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Ahrensburger Rosenhof-Prozess: Angeklagte bestreitet Einbrüche

Ahrensburg Ahrensburger Rosenhof-Prozess: Angeklagte bestreitet Einbrüche

Die Polizei fand bei ihr Schmuck für weit mehr als 50 000 Euro.

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In der idyllischen Seniorenwohnanlage neben dem Ahrensburger Schloss trieben die Diebe ihr Unwesen.

Quelle: Foto: ukk

Akribisch. Der Rosenhof in Ahrensburg, eine gute Adresse zum Altwerden. Doch im Dezember vor zwei Jahren wurden dort Schmuck und EC-Karten gestohlen. Erst war der Generalschlüssel für alle Türen verschwunden. Wenig später fehlten aus einigen Zimmern Goldketten, Broschen und Ohrringe. In einem Fall für von 50 000 Euro.

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„Warum haben Sie falsche Angaben gemacht, wenn Sie doch nichts zu verbergen haben? Ulf Thiele, Richter

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Die 46-Jährige Sabine B. aus Hamburg und ihr Freund Frank C. sind wegen der Diebstähle angeklagt. Seit gestern müssen sie sich vor dem Ahrensburger Schöffengericht verantworten. Doch vor Gericht steht nur die Frau. Der Mann ist untergetaucht, nach ihm fahndet die Polizei. Dies ist der zweite Anlauf, die beiden zur Verantwortung zu ziehen. Beim ersten Versuch wurde das Verfahren gegen die Frau gegen Zahlung von Schadenersatz vorläufig eingestellt. Als ihr Kumpan dann zu seinem Gerichtstermin nicht erschien, wurde es wieder aufgenommen. Doch die Frau mit den hochgesteckten Haaren, im eleganten Hosenanzug bestritt gestern alle Vorwürfe.

Sie täuschte eine Unwissenheit vor, die ihr weder Richter noch Staatsanwalt abzunehmen scheinen. Sie habe zur fraglichen Zeit einmal in dem geliehenen grünen BMW draußen auf dem Parkplatz auf ihren Freund gewartet, ein anderes Mal sei sie mit hinein gegangen in den Rosenhof, aber nur um einem dringenden Bedürfnis nachzugehen. Was Frank C. bei seinen Besuchen im Rosenhof wollte, sei ihr gänzlich entgangen. Der habe ihr nur berichtet, dass er Schmuck an- und verkaufe. Auf die Frage des Richters, warum sie denn bei der Polizeikontrolle gesagt habe, der bei ihr im Auto gefundene Schmuck im Wert von 29 000 Euro sei ihrer, sagte sie, sie sei verängstigt und verwirrt gewesen: „Ich dachte, das geht die Polizei nichts an.“

Der Schrecken kam wohl eher daher, dass die beiden von drei Streifenwagen auf der Bundesstraße 75 gestoppt wurden. Eine Mitarbeiterin hatte kurz zuvor das Pärchen auf einem Fahndungsfoto der Polizei erkannt, als es der Wohnanlage wieder einen Besuch abgestattet hatte, und Alarm geschlagen. Doch bei der Kontrolle, sagte Sabine B., sie kämen gerade aus der Ahrensburger Innenstadt, sie seien aber nur herum gefahren. Die etwa 1600 Euro, die sie bei sich trug habe sie gespart, ein Teil stamme von ihrer Mutter. Sie wolle es zum Shoppen ausgeben. Sabine B. lebt seit Jahren vom Arbeitslosengeld II. Sieben Schlüssel, von denen einer zum Tresor einer im Rosenhof bestohlenen Seniorin passte, fanden die Beamten bei dem inzwischen untergetauchten Frank C., zudem einen Dietrich zum Schlösserknacken und reichlich Schmuck.

Auch dafür fand die Angeklagte gestern vor Gericht eine — wenig plausible — Erklärung. Von den Schmuckkästchen und Schatullen, die ihr Freund für seine Geschäfte in ihrer Wohnung gelagert hatte, will sie nichts gewusst haben. Sie habe da auch „nicht richtig“ reingeschaut. Und andere Dinge, die bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden wurden, gehörten ihr selber, wollte sie die Fahnder glauben machen. Drei Perlenketten aus diesen Kästchen, die Bewohnerinnen des Rosenhofes als die ihren identifiziert haben, gehörten nach Aussagen der Angeklagten „ebenfalls der Mutter“. „Wie viele solcher Ketten gibt es denn. So etwas hat doch jede ältere Frau“, sagte die Angeklagte, um die mutmaßlich wahren Eigentümerinnen zu verunsichern.

Eine ihr aus der Asservatenkammer vorgelegte Schatulle will sie „nie gesehen“, haben. Und als die beiden mit einer im Rosenhof gestohlenen EC-Karte bei der Sparkasse in Oststeinbek am Geldautomaten waren, wollte sie ebenfalls nicht gewusst haben, dass ihr Freund da Unrecht tat. Als sie vom Verdacht des Einbruchs durch die Polizisten erfuhr, soll sie laut Protokoll gesagt haben: „Das ist ja ein Hammer.“ Sie wollte ihn auf Nachfrage der Polizei in den späteren Verhören auch nicht namentlich benennen. „Warum haben Sie falsche Angaben gemacht, wenn Sie doch nichts zu verbergen hatte?“, fragte Richter Ulf Thiele. „Man soll ohne Anwalt besser nichts sagen“, antwortete die Angeklagte, „das weiß ich aus dem Fernsehen.“

Der Prozess wird am 23. September in Ahrensburg fortgesetzt.

Hauptschlüssel fehlt noch immer
hat die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aufgelistet, was zwischen dem 29. November und dem 19. Dezember 2011 geschehen war. Am 29. November war zunächst der Hauptschlüssel für den gesamten Komplex aus dem Schwesternzimmer verschwunden. Nur zwei Tage später begann die Serie von Einbrüchen in die Wohnungen. Nur zwei Tage später verschwanden aus verschiedenen Wohnungen Ohrringe für 3000 Euro, aus einem Tresor kam Schmuck im Wert von 50 000 Euro weg. Es wurde vom Konto eines Opfers einmal 500, von einem anderen 3000 Euro abgebucht. Sogar ein Blutdruckmessgerät nahmen die Einbrecher mit. Vieles davon hat die Polizei gesichert. Nur der Masterschlüssel bleibt verschwunden.

Uwe Krog

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