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Stormarn Ahrensburger Schlosspark wird zum Freiluft-Kino
Lokales Stormarn Ahrensburger Schlosspark wird zum Freiluft-Kino
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22:25 08.07.2017
Der Rotary Club Ahrensburg hat viele Sponsoren gewinnen können, um den Erlös, der wohltätigen Zwecken zukommt, zu erhöhen. Quelle: Foto: B. Albrod
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Ahrensburg

„Hier spricht der Rotary Club Ahrensburg“, könnte man den berühmten Edgar Wallace-Spruch zu Anfang seiner Filme abwandeln. Denn der Service-Club organisiert mittlerweile zum zehnten Mal den Schlosspark Kinosommer vor dem Ahrensburger Schloss. Drei Tage lang werden acht Kinofilme und diesmal auch zwei Hip-Hop-Vorführungen als Open-Air-Veranstaltung gezeigt, dazu gibt es Essen, Trinken und für einige auch einen Klappstuhl. Der Erlös kommt gemeinnützigen Projekten in der Region zu Gute.

 

„Der grüne Bogenschütze“ von Edgar Wallace wurde 1961 unter anderem in den Räumen des Ahrensburger Schlosses gedreht. QUELLE: KREISARCHIV STORMARN

Das Kino-Programm:

Freitag, 14. Juli:

19 Uhr „Toni Erdmann“, 22 Uhr „Der grüne Bogenschütze“

Sonnabend, 15. Juli:

16 Uhr „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt",19 Uhr „La La Land“, 22 Uhr „John Wick 2“

Sonntag, 16. Juli:

14.30 Uhr „Burg Schreckenstein“ 16.30 Uhr „Plötzlich Papa“, 19 Uhr „Willkommen bei den Hartmanns“

Edgar Wallace darf dabei natürlich nicht fehlen. 1961 drehte Jürgen Roland den Krimi-Klassiker „Der grüne Bogenschütze“ mit Schauspielgrößen wie Eddi Arent, Karin Dor, Wolfgang Völz, Klausjürgen Wussow, Gert Fröbe und dem Ahrensburger Schloss in den Hauptrollen. Seit Beginn der Veranstaltung flimmert seitdem immer am Freitagabend „Der grüne Bogenschütze“ über die LED-Leinwand, verzückt vom regionalen Publikum verfolgt, für das der Stormarn-Klassiker längst Kult ist. „Im Schloss wurde auch noch ein zweiter Edgar Wallace-Film gedreht“, erklärt Schlossherrin Tatjana Ceynowa, die auch amtierende Rotary-Präsidentin ist, „der hieß „Die seltsame Gräfin“, und sie steigt im Schloss aus einem Wandschrank. Der Schrank steht noch oben im Salon.“ Seltsam ist auch der Inhalt des Films, deshalb entschied sich Organisator Stefan Rössle lieber für den grünen Bogenschützen.

Der traf mitten ins Schwarze: Je nach Wetter besuchen jährlich zwischen 1500 und 3000 Zuschauer die Wiese im Schlosspark, um beim Filmgenuss auch noch Gutes zu tun. 15500 Euro kamen im letzten Jahr zusammen, mit denen die Arbeit der Hip-Hop-Academy, des Vereins „Robben“ für Menschen mit Handicap und des Kinderschutzbundes Stormarn unterstützt werden konnten. „In diesem Jahr haben wir uns 20 000 Euro Erlös als Ziel gesetzt“, so Rössle. Die Hip-Hop Academy Hamburg finanziert aus ihren Spendenmitteln einen Kurs für Jugendliche aller Nationalitäten erstmals in Ahrensburg. „Damit können Jugendliche integriert werden, sie lernen im Miteinander die Sprache, Hip Hop ist ihre gemeinsame Sprache“, erklärt Sabine Heß von der Hip-Hop Academy. Ingo Löding vom Deutschen Kinderschutzbund verwendet die Mittel für Kinderpatenschaften. „Das ermöglicht den Kindern Teilhabe, sei es am Sport, am Reiten, Schwimmen oder Theaterspielen“, so Löding. Gerade habe ein junger Regisseur eine Aufführung im Kleinen Theater Bargteheide gezeigt, dem über eine Patenschaft als Kind das Theaterspielen ermöglicht worden sei.

Auch die Sponsoren sind teilweise vor Ort, um ehrenamtlich zu helfen, und die 55 Rotarier sowieso. „Ahrensburg hat kein Kino. Beim Kinosommer soll die gesamte Bandbreite des Kinos gezeigt werden“, erklärt Rössle den Film „John Wick 2“, der als reiner Action-Film etwas aus dem Rahmen fällt. Gezeigt werden die Filme auf einer LED-Leinwand, die auch bei Tageslicht bespielbar ist, denn viele Familienfilme sind im Programm. Der Eintritt kostet 7 Euro für den ganzen Tag, Kinder unter 1,20 Meter haben freien Eintritt. „In diesem Jahr haben wir einen Sicherheitsdienst, der auch nachts aufpasst, dass nichts aufs Gelände gebracht wird, das da nicht hingehört“, so Rössle. „Zuschauer dagegen können sich gerne Decken oder einen eigenen Klappstuhl mitbringen.“ Karten gibt es auch im Vorverkauf.

 Bettina Albrod

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