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Stormarn Präventionswoche für 350 Schüler
Lokales Stormarn Präventionswoche für 350 Schüler
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16:01 15.11.2018
Marc Pingel (22) aus Bargteheide probiert unter Anleitung des Präventionsbeamten Patrick Moser die Rauschbrille aus. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

„Man sieht dadurch halt echt schlecht“, stellt Marc Pingel (22) fest. Der Maler-Azubi aus Bargteheide hat im Foyer der Beruflichen Schulen Bad Oldesloe gerade die Rauschbrille ausprobiert. Sie simuliert wie ein Alkoholpegel von 1,3 bis 1,5 Promille die Wahrnehmung verändert.

Marc Pingel ist einer von über 350 Schülerinnen und Schülern aus 18 Klassen der Beruflichen Schule Bad Oldesloe, die sich mit den Themen Alkohol, Drogen und Handy am Steuer auseinandergesetzt haben. Die Maler-Unterstufe, in der Fachlehrerin Birgit Gaßner Farbtechnik, Raumgestaltung und WiPo unterrichtet, hat sich mit einem Plakatwettbewerb beteiligt.

350 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe nahmen an einer Verkehrssicherheitsaktion der Polizeidirektion Ratzeburg teil.

„Ich bedanke mich für die vielen schönen Beträge“, sagte Schulleiter Kai Aagardt bei der Preisverleihung. Die Präventionsbeamten Patrick Moser und Tino Sdunek fanden die Auswahl schwer, da „alle Bilder super gelungen“ waren. Von der schlichten und klaren Aussage zum „Nein“ für das Handy am Steuer, über einen Preisvergleich zwischen Getränken und den gerichtlichen Folgekosten gab es viele interessante Schülerideen.

Stellvertretend für den dritten Platz nahmen Adam Borchashvili (40) aus Ahrensburg und Adrian Andersen (18) aus Hamburg für ihr Team den Preis entgegen. Den Preis für den zweiten Platz erhielt Ali Rezaiy (23) aus Reinbek für sein Team. Alena Anders aus Großhansdorf erhielt pünktlich zu ihrem 25. Geburtstag den 1. Preis. Sie kann damit das vierstündige Autoabitur aus dem Travering absolvieren, die zweiten und dritten Preisträger können sich über ein einstündiges Fahrtraining freuen.

Die beiden Präventionsbeamten Patrick Moser und Tino Sdunek sind beide seit rund 20 Jahren an Schulen in den Kreisen Stormarn und Lauenburg aktiv. Wenn sie dann in die Klassen der Beruflichen Schulen mit den potenziellen Fahranfängern kommen, kennen viele Schüler sie bereits aus der Grundschul-Zeit. Derzeit sind sie nur zu viert. Zwei Stellen sind bereits seit langem vakant. Deshalb bleiben derzeit einige Schulbesuche auf der Strecke.

Aktiv sind die Präventionsbeamten normalerweise bei den Erstklässlern, mit denen sie das sichere Überqueren der Fahrbahn trainieren. In den vierten Klassen geht es dann um die Fahrradprüfung. Das Problem: „Viele Kinder können nicht mehr Fahrradfahren“, erklären die Polizisten. Sie werden häufig von den Eltern bis zur Schule gefahren. Bei den Erstklässlern stellen sie fest, dass es den Kindern immer schwerer fällt, einen Moment still zu stehen und zuzuhören. Dieses Problem habe es früher nur in Einzelfällen gegeben.

Weniger Verkehrstote

Die Zahl der Verkehrstoten sank von 21 332 im Jahr 1970 auf 3180 im Jahr 2017. Kontrollen der Polizei zeigen jedoch, dass weiterhin nach Alkohol- und Drogen-Konsum gefahren wird.

Als Unfallursache kommt die Ablenkung durch eine Smartphone-Nutzung beim Autofahren vermehrt dazu. Immer häufiger taucht in Unfallmeldungen „aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen“ auf. Junge Fahrer haben einen großen Anteil an diesen Unfällen.

Bei älteren Schülern geht es dann in der Prävention um Persönlichkeitsrechte und Cyber-Mobbing oder eben Alkohol, Drogen und Handynutzung am Steuer. Moser und Sdunek erfuhren von den Stormarner Schülern, dass es typisch männlich sei zu telefonieren und typisch weiblich, zu schreiben. Moser konnte gerade selbst feststellen, wie abgelenkt ein Fahrer vor ihm durchs Telefonieren – per Freisprechanlage – war. Er sei stur 70 gefahren und habe weder den Polizeiwagen hinter sich noch den Beginn einer Ortschaft wahrgenommen.

Neben Alkohol und Drogen am Steuer als Ursache von Verkehrsunfällen nimmt die Ablenkung durch Handynutzung aktuell weiter zu. Nach Angabe der Präventionsbeamten sei der große Anteil in der Altersgruppe der 18-24-Jährigen auffällig. Genau die Altersklasse, die Aagardt und sein Stellvertreter Micha Garber an ihrer Schule hat. Beide sind deshalb froh über das Angebot und hatten schon Sorge um den Fortbestand, als die Schulung in einem Jahr ausgefallen war. Im Foyer ist zudem die DAK-Plakatausstellung „Bunt statt Blau“ zu sehen.

Susanna Fofana

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