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Stormarn „Aktive Mittagspause“ als Protestaktion
Lokales Stormarn „Aktive Mittagspause“ als Protestaktion
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20:29 11.04.2016
Kaffeetrinken bei strahlendem Sonnenschein: Goscha Filter (l.) und Manuela Rombey während der Mittagspause auf der Hude. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Bad Oldesloe

Frisches Laugenbrot und heißer Kaffee sollten die Teilnehmer während einer „aktiven Mittagspause“ wieder aufmöbeln — dazu lieferte die Sonne noch wärmende Energie: Rund 40 Beschäftige des öffentliches Dienstes kamen gestern zu einem Warnstreik, der von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Bad Oldesloe veranstaltet wurde.

Auch Manuela Rombey und Goscha Filter verbrachten ihre Mittagspause auf der Hude, zu der Verdi-Fachbereichssekretärin Annette Falkenberg die notwendigen Informationen lieferte. Es gehe bei den aktuellen Tarifverhandlungen für die Angestellten und Arbeiter im Bund und in den Kommunen nicht nur um eine Lohnerhöhung. „Die Arbeitgeber wollen aus dem aktuellen System der Zusatzversorgung aussteigen. Damit verbunden wären erhebliche Einschnitte und deutliche Verluste bei der Versorgung im Alter“, erklärte Annette Falkenberg.

Die jetzt infrage gestellte Zusatzversorgung sei ein wichtiger Beitrag, um Altersarmut zu verhindern. Nach den Berechnungen von Verdi stammen 20 bis 35 Prozent der Rente, die die ehemaligen Beschäftigen im öffentlichen Dienst erhalten, aus dieser Zusatzversorgung. „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen großen Teil der Lücke zu schließen, die zwischen dem letzten Einkommen des Mitarbeiters und seiner Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteht. Von dieser dynamisch angelegten Leistungszulage wollen sich der Bund jedoch sowie Städte und Gemeinden verabschieden“, betonte die Verdi-Fachbereichssekretärin. Bisher kämen, so Berechnungen der Gewerkschaften, ehemalige Mitarbeiter bei ihrer Rente auf bis zu 68 Prozent ihres letzten Gehaltes.

Nach Angaben von Annette Falkenberg sollen sich die Gewerkschaft während der Verhandlungsrunde darauf einlassen, dass Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter stattdessen für eine Beitragsumlage einzahlen.

„Das ist eine viel schlechtere Alternative. Dann lässt sich jetzt nicht mehr sagen, wie hoch die spätere Rente ausfallen wird. Außerdem wären von dieser Veränderung alle Mitarbeiter betroffen — also nicht nur die, die neu in den Beruf kommen, sondern auch diejenigen, die schon länger dabei sind“, so Annette Falkenberg.

Die Aktion in Bad Oldesloe ging zeitgleich mit dem Auftakt der neuen Verhandlungen über die Bühne. Vertreter von Bund und Kommen sowie der Gewerkschaften sitzen sich seit gestern in Potsdam gegenüber. „Von den Arbeitgebern wird auf die hohen Kosten angesichts der großen Flüchtlingszahlen hingewiesen. Doch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst dürfen nicht von der weiteren Einkommensentwicklung abgekoppelt werden“, sagte Annette Falkenberg. Aus diesem Grund fordere Verdi Lohnerhöhungen von sechs Prozent. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Ende April terminiert: „Die können wir mit weiteren Protestaktionen begleiten“, so die Verdi-Sekretärin.

Von Michael Thormählen

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