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Als Missionarin in Uganda

Bad Oldesloe Als Missionarin in Uganda

Thea Hüter aus Bad Oldesloe hilft afrikanischen Kindern und baut eine Schule am Victoriasee.

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Thea Hüter ist mit ihrem Pflegesohn Mario in die alte Heimat gereist. Um Marios Geschwister in Uganda kümmert sich die Missionarin ebenfalls.

Bad Oldesloe. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. . . Mit 66 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss!“ Thea Hüter trällert den Udo-Jürgens-Song und lacht. Die Oldesloerin startet mit ihren 66 Jahren auch noch mal richtig durch – und zwar in ihrer Wahlheimat Uganda. Auf einem ein Hektar großen Grundstück direkt am Victoriasee im Distrikt Namayingo will die Missionarin der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Bad Oldesloe eine Schule errichten, um den Ärmsten der Armen zu helfen. „Es soll eine Musterschule werden“, berichtet Thea Hüter bei einem Treffen im Kuchenwerk. Der Förderverein „God’s light in Africa“ habe in Uganda bereits seine Zulassung erhalten. Ein entsprechender Partnerverein in Deutschland sei in der Gründungsphase.

LN-Bild

Thea Hüter aus Bad Oldesloe hilft afrikanischen Kindern und baut eine Schule am Victoriasee.

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Vortrag

Wer mehr über das Schulprojekt von Thea Hüter erfahren möchte, sollte am Dienstag, 8. August, um 19 Uhr zu ihrem Vortrag ins Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, in Oldesloe kommen. Es werden Handarbeiten zum Kauf angeboten, um alleinerziehenden Frauen zu helfen, die Schulgebühren ihrer Kinder zu finanzieren.

Die gelernte Industriekauffrau und Kosmetikern entschied sich 2013, nach Afrika zu gehen. Vorher betrieb sie 14 Jahre das Kosmetik- und Fußpflegeinstitut „feel good“ in Bad Oldesloe. „Aber eines Tages dachte ich, das kann nicht alles gewesen sein, ich muss noch mal etwas anderes machen.“ „Papa“, wie sie Gott nennt, habe ihr damals einen neuen Weg aufgezeigt. Er schickte sie für die international tätige Hilfsorganisation „Vision für Afrika“ nach Uganda. „Vier Jahre lang war ich dort als Ausbilderin in der Kosmetik- und Friseurschule tätig.“ Besonders stolz ist Thea Hüter darauf, dass alle Mädchen, die sie ausgebildet hat, in Lohn und Brot stehen. „Und das bei 60 bis 80 Prozent Arbeitslosigkeit in dem Land.“

Doch die totale Erfüllung fand die Missionarin in ihrer neuen Aufgabe nicht. „Eigentlich wusste ich schon nach einem Jahr, dass dieser Job als Ausbilderin nicht das ist, was ich wirklich will.“ Die Kinder haben ihr leid getan. „Das Problem ist, dass es im ganzen Land nur das alte englische Schulsystem gibt, das viel Geld kostet.“ Ein Großteil der Schulen seien Ganztagsschulen, in denen auch die Unterkunft bezahlt werden müsse. „Hinzu kommen die Kosten für Schuluniform, Hefte, Bücher, Essen und andere Dinge“, so Hüter. Viele Eltern seien nicht in der Lage, diese Kosten für ihre zumeist vielen Kinder zu bezahlen. Zudem müssten viele Jungen und Mädchen während der Ernte auf dem Feld helfen und so zum Lebensunterhalt beitragen. Regelmäßiger Schulbesuch sei trotz herrschender Schulpflicht in Uganda nicht gewährleistet.

„Ein noch viel größeres Problem ist aber die Art des Unterrichts. Frontalunterricht mit 100 Schülern pro Klasse und einem Lehrer ist Alltag.“ Außerdem würden die Schüler in Uganda mit dem Rohrstock erzogen. „Bei geringsten Anlässen werden sie geschlagen.“ Einmal sei ihr Pflegesohn Mario nach Hause gekommen und konnte vor Schmerzen nicht mehr sitzen. „Ein Schüler hatte was angestellt, wir alle wurden kollektiv bestraft“, erinnert sich der 17-Jährige, der gut deutsch spricht und mit Mama Thea nach Bad Oldesloe gereist ist. „Die Kinder erfahren keine Liebe, keine Zuwendung, sie werden nur verhauen und müssen lernen, total gehorsam zu sein“, beschreibt die Missionarin. Grausam sei das. So würden die Kinder niemals lernen, Vertrauen zu haben – weder zu sich selbst noch zu anderen. Die Kleinen würde man auf diese Weise auch nicht darauf vorbereiten, nach der Schule Verantwortung oder gar eine Führungsposition zu übernehmen. „Sie werden nur wie Sklaven behandelt.“

„Ändere dich, und die Welt ändert sich“, ist Hüter überzeugt. Mit ihrer Lebensschule, die auf Sponsoren angewiesen ist, möchte sie Unterricht für die Kinder ganz anders erlebbar machen. Zunächst möchte sie kleine Klassen mit 20 bis 25 Schülern. „Mit einem Kindergarten und einer ersten Klasse möchte ich anfangen, jedes Jahr soll eine Klasse hinzukommen.“ Auch Lehrer aus Europa möchte die Missionarin einbinden – als Volontäre. „Ich denke an Lehrer zwischen 40 und 50 Jahren, die noch gute Unterrichtsmethoden drauf haben. Die können den jungen Lehrern aus Uganda, die direkt von der Uni kommen, das Lehren beibringen.“ Ohne Gewalt, ohne Züchtigung, dafür mit Geduld und Zuwendung.

Auf dem Stundenplan soll auch das Unterrichtsfach Sexualität stehen. Denn noch immer sei bei der Bevölkerung der Gedanke verankert, Kinder seien die Altersversorgung. Das Gegenteil sei der Fall.

„Eltern können sich viele Kinder und die Kosten für Schule und Versorgung gar nicht leisten.“ Zum anderen würden die Kinder später ohnehin wegziehen, dorthin, wo sie Arbeit fänden.

Britta Matzen

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