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Alte Schule wieder für Vereine öffnen?

Reinfeld Alte Schule wieder für Vereine öffnen?

Verwaltung will den früheren Zustand des Gebäudes herstellen – Reinfeld setzt ein Zeichen für Toleranz.

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Die Alte Schule: Einst war sie Kulturtreff, heute wird sie teilweise von Flüchtlingen bewohnt.

Quelle: Fotos: Ukk

Reinfeld. Die Flüchtlingsthematik werde sie noch häufig beschäftigen, sahen Reinfelds Stadtverordnete bereits im vergangenen Jahr voraus. Sie sollten Recht behalten. Nur wusste niemand, wie sich die Problematik wenden würde. Statt zu wenig Wohnraum haben sie mittlerweile zu viel, weil kaum noch neue Flüchtlinge ankommen. Nun geht es darum, aus welchen Mietverträgen die Stadt schnell herauskommen kann.

LN-Bild

Verwaltung will den früheren Zustand des Gebäudes herstellen – Reinfeld setzt ein Zeichen für Toleranz.

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„Nur mit einem Miteinander funktioniert die Integration.“

Ines Knoop-Hille, Grüne

Eigentlich wollte die Verwaltung jetzt den Haupt- und Finanzausschuss dazu bewegen, dem Rückbau der Alten Schule zum Veranstaltungsraum im kommenden Jahr zuzustimmen, weil mit der Fertigstellung des Hauses in der Straße Elschenbek voraussichtlich im kommenden Mai die Wohnräume im Erdgeschoss der Alten Schule entbehrlich seien.

Der rechte Flügel im Erdgeschoss des historischen Gebäudes hatte bis vergangenen Sommer als Veranstaltungsraum für Gruppen und Vereine gedient. Preise wurden dort vergeben, über Literatur wurde diskutiert und Musik gemacht. Legendär der Auftritt der Fehmaraner „Steeltwins“ dort bei der Kulturnacht 2014.

Doch dann rückten die Handwerke an, schufen Raum für die Neuankömmlinge. Die Vereine mussten auf andere Orte in der Stadt bei ihren Treffen ausweichen. In die Matthias-Claudius-Kirche, in den Mehrzweckraum der Kant-Schule und in das bisweilen als Kulturzentrum dienende Ladengeschäft in der Schoenaich-Straße 40. Das war aber stets schwierig zu terminieren und zu organisieren.

In der Alten Schule sind derzeit in den beiden Erdgeschossräumen nur vier von 16 Plätzen und im Obergeschoss sechs von 20 Plätzen belegt. „Theoretisch könnten bereits jetzt alle Flüchtlinge im ersten Stock unterkommen“, wirft die Verwaltung in die Diskussion. Die Großraum-Unterkunft sei verzichtbar. Die Duschen im Erdgeschoss könnten weiterhin erhalten bleiben, solange oben Flüchtlinge untergebracht sind.

Doch eine Entscheidung darüber wollte der Haupt- und Finanzausschuss bei seiner ersten Sitzung nach den Ferien noch nicht fällen, das Thema wird nochmal in den Fraktionen behandelt. Sozialdemokrat und Ausschussvorsitzender Lasse Karnatz etwa will erst einmal „eine Übersicht der von Flüchtlingen belegten Gebäude in der Stadt. Wir müssen um die Kosten wissen.“ Ines Knoop-Hille von den Grünen stört sich an der Denkweise, wie mit dem Neubau an der Elschenbek umgegangen werden soll. „Dort handelt es sich um sozialen Wohnungsbau.“ Das Gebäude sei nicht nur für Flüchtlinge gedacht, sondern auch für Einheimische. Ein Miteinander beider Gruppen sei das Ziel. „Nur so kann Integration funktionieren.“ Und Torsten Fuhr von den Christdemokraten moniert: „Heute Umbau, morgen Rückbau. Wir sollten mehr Energie für die Schullösung aufwenden.“ Die Erich-Kästner-Schule zieht bekanntlich in die benachbarte Kant-Schule um. Über die Nutzung des dann leerstehenden Gebäudes als Jugend- und Familienzentrum mit möglicherweise angegliederten Unterbringsmöglichkeiten wird derzeit nachgedacht.

Entschieden haben sie sich im Ausschuss allerdings dafür, nach der Verhaftung eines mutmaßlichen Terroristen in Reinfeld, ein Zeichen zu setzen. „Reinfeld bleibt bunt und offen“, heißt es am kommenden Montag um 18 Uhr vor dem Rathaus, wenn die Stadt sich tolerant und offen präsentieren will. Einige der geflüchteten Menschen, heißt es aus dem Rathaus, wollten dann für die hilfsbereite Aufnahme in Reinfeld danken.

Uwe Krog

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