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Altenpfleger dringend gesucht

Bad Oldesloe Altenpfleger dringend gesucht

Auch in Stormarn gibt es erhebliche Anstrengungen, um weitere qualifizierte Mitarbeiter auszubilden.

Bad Oldesloe. Kevin Zietan hat seine Wahl nicht bereut. Der 20-Jährige absolviert eine dreijährige Ausbildung in Bad Oldesloe, um später als examinierter Altenpfleger zu arbeiten: „Das macht mir viel Spaß.“ Der Azubi besitzt gute Chancen, einen sicheren Arbeitsplatz zu finden. „Der Bedarf ist groß. Die Zahl der Stellenangebote hat sich in Stormarn im Durchschnitt von 61 im Jahr 2010 auf 82 im vergangenen Jahr erhöht“, erklärt die Chefin der Oldesloer Agentur für Arbeit, Dr. Heike Grote-Seifert.

Im Herbst kommenden Jahres wird für Kevin Zietan die Lehrzeit zu Ende gehen. Er hat durch Familienangehörige Zugang zu diesem wichtigen Beruf gefunden: „Außerdem macht mir der Umgang mit den älteren Menschen große Freude.“ Dazu zählt auch ein Schwätzchen mit der 75-jährigen Traute Benecke, die im Alten- und Pflegeheim Riedel am Kurpark wohnt.

Der junge Mann besitzt nach den Worten von Pflegedienstleiter Peter Awolin, der auch für die Ausbildung zuständig ist, gute Voraussetzungen für den nicht immer ganz leichten Beruf: „Man muss Geduld, Ausdauer und Menschenkenntnis haben – und außerdem ist eine hohe soziale Kompetenz unbedingt notwendig.“ Im Haus am Kurpark werden die rund 85 Bewohnern von 34 Mitarbeitern im Pflegebereich betreut.

Auf den schon heute existierenden Mangel an qualifizierten Altenpflegern Mangel an Altenpflegern weist Arbeitsagentur-Chefin Heike Grote-Seifert hin: „Wir haben eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Senioren, die mit der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen wird.“ Die steigende Zahl von freien Arbeitsplätzen sei auch im Kreis Stormarn kaum zu besetzen, weil nicht genügend ausgebildete Pflegefachkräfte am Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.

Janina Riedel, Chefin der gleichnamigen Alten- und Pflegeheime kennt dieses Problem aus der täglichen Praxis: „Wir versuchen, mit zusätzlichen Anstrengungen bei der Ausbildung dem Fachkräftemangel vorzubeugen.“ Das Unternehmen nimmt deshalb erstmals an der Nachtschwärmer-Jobtour in Bad Oldesloe teil, bei der den künftigen Schulabgängern aus der Kreisstadt, Reinfeld und Bargteheide ein erster Eindruck aus dem Berufsleben vermittelt werden soll. „Und wer bei uns ausgebildet wird, der hat auch einen sicheren Job“, erläutert Janina Riedel. Altenpfleger sei ein „sehr schöner Beruf“ mit einer hohen Qualifikation, der weitere Aufstiegschancen biete: „Vielleicht müssen wir daran arbeiten, das Image zu verbessern.“

Die Suche nach benötigten Fachkräften werde auch erschwert, weil sich bisher vor allem Frauen dafür interessierten. „Und das spielt auch die eigene Familienplanung eine Rolle. Es kommt deshalb häufiger zu einer Fluktuation beim Personal“, lauten die Erfahrungen der Heimbetreiberin. Wie in anderen Unternehmen beschäftigen auch die Pflegeheime Riedel seit längerem Mitarbeiter mit Migrationshintergrund: „Das ist für uns nie ein Problem gewesen.“

Mit Angeboten zur Umschulung will die Agentur für Arbeit die Situation etwas entschärfen. „Wer die Voraussetzungen erfüllt – also zum Beispiel keine abgeschlossene Berufsausbildung hat – und geeignet ist, bei dem fördern wir die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger. Das kann aus einer Arbeitslosigkeit heraus als Umschulung erfolgen oder während einer Beschäftigung als Hilfskraft in der Altenpflege“, so Agenturchefin Heike Grote-Seifert.

Gezahlt würden bei einer Umschulung alle anfallenden und notwendigen Weiterbildungskosten, wie zum Beispiel Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kosten bei auswärtiger Unterbringung und Verpflegung oder eventuelle Kinderbetreuungskosten. Daneben erhielten Arbeitslose das Arbeitslosengeld während der Ausbildung. Und es gibt schöne Erfolge: Innerhalb der vergangenen sechs Jahre seien im Kreis Stormarn 111 Helfer in der Altenpflege zur examinierten Fachkraft weitergebildet und 31 Ungelernte als Altenpflegehelfer ausgebildet worden.

Michael Thormählen

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