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Altes Schmuckstück wird renoviert

Bad Oldesloe Altes Schmuckstück wird renoviert

In der Innenstadt von Oldesloe saniert ein Team von der Tagesstätte tohus ein historisches Ladengeschäft. Dabei vollbringen die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Großes, auf das sie stolz sein können. Seit einem Jahr bohren, hämmern und werkeln sie in der Bahnhofstraße 7.

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Alexander (v.l.), Dennis und Ergotherapeut Jochen Knoch in ihrem Ladengeschäft. Der Tisch, an dem sie lehnen, ist echte tohus-Handarbeit.

Quelle: Fotos: Matzen

Bad Oldesloe. Noch ist die Arbeit nicht erledigt, aber in einigen Monaten sollen hier Gartenmöbel, Kisten und Up-Cycling-Objekte verkauft werden, die die tohus-Klienten anfertigen. Das Projekt ist eine Investition der Tagesstätte im Kurpark, die Menschen mit einer vorübergehenden oder langwierigen seelischen Erkrankung, zum Teil auch mit einer Suchtkrankheit, unterstützt.

LN-Bild

In der Innenstadt von Oldesloe saniert ein Team von der Tagesstätte tohus ein historisches Ladengeschäft. Dabei vollbringen die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Großes, auf das sie stolz sein können. Seit einem Jahr bohren, hämmern und werkeln sie in der Bahnhofstraße 7.

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„Wir waren auf der Suche nach einer Immobilie, für ein Arbeits- und Inklusionsprojekt, um unseren Klienten beim Übergang ins Berufsleben zu helfen. Dann habe ich diesen Laden gefunden, er stand vier Jahre leer“, berichtet Therapeut Jochen Knoch. Die 200 Quadratmeter große Mietimmobilie, die einst Wollywood beherbergte, war prädestiniert. „Weil wir viel Platz haben, bietet der Laden eine tolle Möglichkeit, unsere Produkte auszustellen, zu verkaufen und hinten in der Werkstatt zu arbeiten.“

49 Klienten, wie Knoch die Patienten nennt, betreut tohus. Frauen und Männer von jung bis alt. Für manche ist die Tagesstätte ihr Leben, für andere eine kurze Phase, um sich zu stabilisieren. Mit einer Gruppe hat Knoch vor zwölf Monaten die Renovierung in Angriff genommen – in aller Ruhe und ohne Druck. Denn beim Rennen um das „Schneller-Höher-Weiter“ eines regulären Jobs konnten die tohus-Leute nicht mithalten. Das ist auch der Grund,warum sie die Unterstützung der Tagesstätte brauchen.

„Wenn man den Laden heute sieht, kann man sich nicht mehr vorstellen, wie er anfangs aussah“, sagt Arne, der bei allen Arbeiten fleißig mit anpackt. Den schönen Terrazzoboden habe man zunächst gar nicht gesehen – der sei unter Teppich, Kleber und Estrich versteckt gewesen. „Außerdem verliefen überall Stränge von Kabeln – unter dem Putz und Estrich. Teilweise wurden für die Kabel sogar Schneisen in den Terrazzoboden gefräst. Da mussten wir überlegen, wie wir die gestalterisch überbrücken“, so der Industriedesigner. Mit Hilfe von Marmorsplit, Sand und Körnung hat das tohus-Team den historischen Terrazzoboden in Kleinarbeit fachgerecht repariert, so dass der kunstvolle Belag wieder wie vor 100 Jahren erstrahlt.

Besonders stolz sind die tohus-Leute auf ihre Wände. „Eigentlich wollten wir die nur streichen. Aber dann stellte sich heraus, dass der Putz beschädigt war und es ein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit gab“, schildert Jochen Knoch. Also wurde der ganze Putz runtergeholt. „Dann haben wir uns entschieden, Lehmputz aufzutragen. Lehmputz kann gut mit Feuchtigkeit umgehen und sorgt für ein angenehmes Raumklima“, erläutert Alexander. Im Sommer sei es schön kühl, im Winter warm.

Beim Entfernen des Putzes entdeckten Dennis, Alexander, Arne und ihr Team sogar alte Wandmalereien. „Bordüren und die original Farbgebung der Gründerzeit“, sagt Arne. Diese legten sie Zentimeter für Zentimeter frei, so dass jetzt zwischen den Lehmwänden einige Partien in schönsten Flieder- und Grüntönen leuchten.

Zeitzeugen gesucht

Wer weiß was über die Geschichte des Hauses in der Bahnhofstraße 7? „Ich würde gerne wissen, wer die Farben an die Wand gebracht hat“, sagt Jochen Knoch und hofft, dass vielleicht mal ein Oldesloer vorbeischaut, der etwas zu der Historie des Hauses beitragen kann. „Wir vermuten, dass sich früher an dieser Stelle mal eine Bäckerei befunden hat, weil nebenan das Café Arnold war“, mutmaßt Arne. Ob das stimmt, wird sich vielleicht noch zeigen.

Britta Matzen

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