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Stormarn Ameos-Gruppe war Wunschkandidat
Lokales Stormarn Ameos-Gruppe war Wunschkandidat
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20:34 16.05.2017

Für die breite Öffentlichkeit war die Meldung am vergangenen Wochenende über den Verkauf der Röpersberg-Gruppe (RG) an den Schweizer Gesundheitsdienstleister Ameos überraschend. Doch die mittelbar Beteiligten der Transaktion – Bewohner, Beschäftigte und auch die Stadt Ratzeburg – wurden frühzeitig von der Geschäftsführung informiert.

„Wir waren beruhigt, als uns der Geschäftsführer Michael Stark mitteilte, wer uns kaufen möchte“, sagt Roswitha Struensee, langjähriges Mitglied und Vorsitzende des Heimbeirats im Senioren-Wohnsitz Ratzeburg (SWR). Auch Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß konstatiert: „Wir begrüßen diesen Schritt der Röpersberg-Gruppe, dass Ameos die Nachfolge dort übernimmt – auch zur Sicherstellung der Arbeitsplätze und zur kontinuierlichen Fortführung des innovativen Geschäftsbereiches der Röpersberg-Gruppe.“ Diese habe sich im Verlauf der vergangenen mehr als 40 Jahre einen hervorragenden Ruf erarbeitet und somit auch das Ansehen Ratzeburgs als Gesundheitsstandort in Deutschland gefördert.

Was war der Grund für den Verkauf dieses „einzigartigen Systemanbieters mit bundesweiter Ausstrahlung“? Geschäftsführer Michael Stark: „Die bisherigen Gesellschafter sind zwischen 74 und 85 Jahre alt. Es gibt keinen geeigneten Nachfolger aus diesem Kreis – auch nicht in der jüngeren Generation. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, bot sich der Verkauf als die richtige Entscheidung an“.

Dabei konnte sich die RG ihren Käufer selbst aussuchen. „Es waren wohl auch Interessenten da, die sich einzelne Teile herauspicken wollten. Doch das hatte schon der Vater des jetzigen Gesellschafters, Albert Georg Heinemann, in den 1970er Jahren verfügt, dass das Unternehmen nur als Gesamtkomplex verkauft werden dürfe“, erklärt Roswitha Struensee. Insofern kam es zu einem „strukturierten Bieterverfahren“, in dem sich die Ameos-Gruppe als die geeignetste Bewerberin entpuppte. Über den Kaufpreis und Einzelheiten des Vertrages sei Vertraulichkeit verabredet worden, fügt Stark hinzu.

Die größte Sorge bei solchen Firmenübernahmen gilt in der Regel den Mitarbeitern. Doch auch hier beruhigt Stark. Diesbezüglich werde es keine Konsequenzen für die Angestellten geben. Synergie-Effekte seien dagegen zu erwarten – im positiven Sinne durch günstigere Einkaufspreise oder durch eine bessere Basis bei Verhandlungen mit den Kostenträgern. Auswirkungen für die Stadt Ratzeburg, etwa verminderte Steuereinnahmen, sieht Stark ebenfalls nicht. Was Voß bestätigt: „Zu Steuereinnahmen kann ich ohnehin nicht viel sagen. Aber in der Gesundheitswirtschaft ist das Thema Gewerbesteuern nicht von so großer Relevanz.“

Wohl gibt es personelle Umstrukturierungen. Stark, der Anfang des Jahres 65 wurde, werde noch ein Jahr beratend Geschäftsführerin Pia Meifert zur Seite stehen, hieß es aus gut unterrichteten Kreisen.

Joachim Strunk

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