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Stormarn Amt Nordstormarn: Wer tritt wieder an?
Lokales Stormarn Amt Nordstormarn: Wer tritt wieder an?
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21:35 30.04.2018
Wer tritt wieder an? Wer hört auf? Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl am kommenden Sonntag, 6. Mai, haben wir uns unter den zwölf Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Amt Nordstormarn umgehört.  Quelle: dpa
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Reinfeld

Ist es vielleicht der beste Job der Welt? Oder warum haben sich die meisten Dorfbürgermeister in Nordstormarn entschlossen, am Sonntag wieder zu kandidieren? „Ich mache weiter, sofern ich die nötigen Stimmen kriege. Denn für mich ist es ein Traumjob“, sagt Karin Dettke (CDU), die seit 2003 die Geschicke von Wesenberg leitet. „Natürlich hat man Arbeit, manchmal auch Ärger. Aber ich bin dadurch mit so vielen interessanten Leuten zusammen gekommen, und ich behaupte auch, dass ich in den letzten Jahren so einiges bewegt habe.“

So manche Projekte, die sie in der Gemeinde in Angriff genommen hätten, würde sie deshalb gerne zu Ende führen wollen. Die Radwegslücke zwischen Wesenberg und der B 75 etwa oder die Versorgung der restlichen Ortsteile mit LED. „Außerdem steht die Sanierung und Erneuerung unserer Klärwerke an“, so die 63-Jährige.

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Auch Westeraus Bürgermeisterin Petra Jürß liebt ihre Arbeit. „Weil sie so abwechslungsreich ist, und weil man noch richtig was bewirken kann.“ Ob es Anschaffungen für die Feuerwehr seien, die Organisation von Festen oder die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. „Wir haben auch einen Spielplatz zusammen mit den Bürgern neu gestaltet – das sind schon Sachen, die den Job ausmachen“, so die Kandidatin der Kommunalen Wählervereinigung.

Straßensanierung ohne Ausbaubeiträge

Projekte für die nächsten Jahre hat die gelernte Hotelfachfrau schon einige auf der Agenda: „Wir setzen uns seit geraumer Zeit mit dem Thema Nahwärme auseinander, so dass sich die Gemeinde Westerau irgendwann mit eigener Wärme versorgen kann. Uns fehlen im Moment nur Fördergelder, aber da bleiben wir intensiv am Ball, so dass wir das auch umgesetzt bekommen.“ Straßensanierung möglichst ohne Ausbaubeiträge sei ein weiteres Ziel.

Rehhorsts Bürgermeisterin Birgit Gerritzen (SPD) bewirbt sich wieder um den Posten, weil sie gerne mit Menschen zu tun hat und in ihrer Gemeinde etwas bewirken möchte. Seit 2008 ist sie im Amt.

Auch der Heidekamper Bürgermeister Dr. Horst Mosler (KWV) will weitermachen. Vor fünf Jahren wurde der Arzt zum Bürgermeister gewählt. „Eigentlich nur, weil ich im Ruhestand war und die entsprechende Zeit hatte“, erinnert sich der Heidekamper. „Du bist der Einzige, der vormittags zur Baubesprechung gehen kann“, meinte damals die Kommunale Wählervereinigung. Die Gemeinde wollte ein Baugebiet erschließen und suchte einen Bürgermeister, der sich kümmern konnte. Moser: „Diese fünf Jahre habe ich mich hauptsächlich mit den 18 Bauplätzen beschäftigt. Das war ein sehr ausfüllendes Programm.“ Der Posten des Gemeindechefs gefällt Mosler recht gut. „Ich mache das Amt gerne. Man braucht allerdings gut zwei Jahre, um richtig in den Job hineinzuwachsen.“ Es komme immer mehr Bürokratie hinzu, und die vielen Termine seien auch nicht zu verachten.

Auch der älteste Bürgermeister von Schleswig-Holstein denkt noch lange nicht ans Aufhören: Herbert David aus Klein Wesenberg tritt mit seinen 84 Jahren wieder für die Aktive Allgemeine Wähler-Gemeinschaft (AAW) an. „Mit meiner Erfahrung aus 54 Jahren Kommunalpolitik, davon 20 Jahre als stellvertretender Bürgermeister und 22 Jahre als Bürgermeister, will ich es der kommenden Generation erleichtern, Verantwortung zu übernehmen“, so David. Der Rentner kann auf zahlreiche Erfolgsprojekte zurückblicken. Seine Devise: „Wenn du was erreichen willst, darfst du nicht beim Pförtner nachfragen.“

Seit 2013 ist Volker Brockmann Bürgermeister von Badendorf – und er möchte es auch bleiben. Der Job sei ungeheuer spannend. „Man denkt, es ist einfach nur Verwaltung. Aber ich habe Sachen kennengelernt, da träumt der Papst von. Von der Legionellenprüfung über Baurecht und Kanalkataster gibt es Unmengen von Situationen, wo man sich immer wieder neu reinlesen und reindenken muss.“ Das bereite ihm sehr viel Freude. „Für mich ist das ein Fulltime-Job. Ich habe für jeden ein offenes Ohr, egal, um welches Thema es geht.“ Brockmann ist derjenige, der das Babygeld in Badendorf eingeführt hat. Jedes Neugeborene bekommt 50 Euro, die der Bürgermeister noch persönlich übergibt.

Von Britta Matzen

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