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Stormarn Amtsausschuss: Fluglärm soll Kreisthema werden
Lokales Stormarn Amtsausschuss: Fluglärm soll Kreisthema werden
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20:55 09.06.2017
Herbert Sczech und Bernd Gundlach vor dem Amt Bargteheide-Land, das 60 Jahre besteht. Quelle: Foto: Bettina Albrod
Bargteheide

Beim Begriff Amt denken die meisten Leute an Amtsdeutsch oder Amtsschimmel und verbinden damit eher negative Erfahrungen. Dabei laufen in einer Amtsverwaltung alle Fäden zusammen: Hier sitzen kompetente Verwaltungsfachleute, die den angeschlossenen Amtsgemeinden Aufgaben wie Bürokratie, Winterdienst, Schulverbandverwaltung oder die Verwaltung der Offenen Ganztagsschule abnehmen. Für die acht Gemeinden im Amt Bargteheide-Land ist das Amt seit 60 Jahren Ansprechpartner, wenn es um Hochzeiten, Personalausweis, Steuern, Wasser- und Bodenverbände, Kita oder Sozialleistungen geht. Oder um das Thema Fluglärm.

Einig sind sich die Amtsgemeinden darüber, dass die Fluglärmbelastung im Kreis seit Juni 2013 erheblich zugenommen hat. „Trotz mehrerer Bürgerinitiativen und dem Sitz in der Fluglärmschutzkommission für Stormarn ist keine Verbesserung zu merken“, bilanzierte jetzt Amtsvorsteher Herbert Sczech. „Im Gegenteil: Der Flughafen Hamburg meldet immer wieder steigende Passagierzahlen und will jetzt auch noch ausbauen.“

Um die Konkurrenz innerhalb des Kreises zu vermeiden – Elmenhorster, Jersbeker und Ahrensburger Interessengruppen vertreten unterschiedliche Ansichten zu Flugrouten – hat der Amtsausschuss beschlossen, das Thema Fluglärmschutz an den Kreis zu verweisen. „Der Kreis soll das Thema Fluglärm zu einem politischen Thema machen“, lautet der Beschluss. Er könne das Thema für den ganzen Raum betrachten und für eine ganzheitliche Lösung sorgen.

„Als Bargteheide sich 1957 selbständig gemacht hat, ist das Amt Bargteheide-Land gegründet worden“, erläutert Sczech. „Seitdem arbeiten wir hervorragend zusammen.“ Gut 14000 Einwohner werden hier von Fachkräften verwaltet, die sich dem Leitbild „Lebens- und liebenswert mit hoher Lebensqualität“ verschrieben haben.

Zwei Wünsche hat das Amt zum 60. Geburtstag: „Wir befürworten die Beibehaltung der Verwaltungsform Amt“, betonen Sczech und der Leitende Verwaltungsbeamte Bernd Gundlach. „Wir wünschen uns außerdem, dass unsere Identität gestärkt wird und die Bürger wissen: ,Das ist mein Amt’ und sich damit auch identifizieren.“ Dazu trägt eine Broschüre bei, die jetzt an alle Haushalte verteilt wird. Darin sind die Aufgaben des Amtes beschrieben und die Akteure abgebildet, sodass der Leser seinen Ansprechpartner sieht.

Für Identifikation sorgen auch Maßnahmen wie der Bau eines neuen Horts in Bargteheide. „Wir konnten der Gemeinde Elmenhorst eine Containeranlage abkaufen, in der jetzt 64 Hortkinder betreut werden“, sagt Gundlach. 340 000 Euro hat das Amt dafür ausgegeben und ist damit dem Wunsch vieler Eltern gefolgt, die eine Alternative zur Offenen Ganztagsschule haben möchten. In Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Bargteheide als Träger sei so eine sehr ansprechende Einrichtung entstanden, die zunächst für fünf Jahre eine Betriebserlaubnis hat.

Neu gebaut wird auch ein Gebäude in Bargfeld-Stegen, in dem 14 Wohneinheiten für Obdachlose und Flüchtlinge entstehen sollen. Die Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro werden durch den Verkauf von Baugrundstücken für fünf Einfamilienhäuser und durch den Verkauf der alten Unterbringung refinanziert. „Wir rechnen mit 500000 Euro bis eine Million Euro aus dem Verkauf“, so Gundlach. Der Neubau soll 2018 fertig sein.

Bettina Albrod

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