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Stormarn An der neuen Bahntrasse lebten Menschen schon in der Vorzeit
Lokales Stormarn An der neuen Bahntrasse lebten Menschen schon in der Vorzeit
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20:10 17.08.2015
Bad Oldesloe

Für den Bau der neuen S-Bahn-Linie 4 nach Bad Oldesloe sind erste Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit angestellt worden, die Teil des Planfeststellungsverfahren sind. Ende Juli hat die Bodendenkmalpflege dafür die Naturschutzgebiete Stellmoorer Tunneltal und Ahrensburger Tunneltal näher in Augenschein genommen. Sie liegen beide an der Eisenbahnstrecke, die zwischen Hamburg und Ahrensburg ausgebaut werden soll. Vor kurzem besuchten der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein und der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter und die Ausgrabungsstellen in diesen Gebieten.

Zuvor hatte Buschhüter an den Hamburger Senat eine Kleine Anfrage gerichtet, durch die er weitere Details zu den Ausgrabungen erfuhr. Demnach erstellen das Archäologische Museum Hamburg (früher Helms-Museum) und das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein gemeinsam für die Umweltverträglichkeitsprüfung ein archäologisches Fachgutachten. Auf diese Weise sollen es später möglich sein, die Belange der Bodendenkmalpflege, die Bauvorhaben berührt, präzise zu fassen und bewerten.

Es handele sich um kleinflächige Grabungen, die maschinell mit dem Bagger geschnitten oder per Hand geschürft oder gegraben werden. Hinzu kämen Bohrungen am Rand verlandeter Seen oder Toteislöchern.

Alle Flurstücke liegen im für die Umweltverträglichkeitsprüfung ausgewiesenen Untersuchungsraum im Trassenkorridor der Bahnlinie. Bei ihrem Besuch bekamen Buschhüter und von Pein Fundstücke zu sehen:

Pfeilspitzen und Steinklingen zeigen, dass hier vor etwa 14000 Jahren Menschen lebten. Auch aus späteren Zeiten liegen Fundstellen im Bereich des Tunneltales. So sei mit bronze- oder eisenzeitlichen Gräberfeldern zu rechnen, hieß es.

Alle archäologischen Untersuchungen werden im Auftrag der DB Netz AG in Kooperation mit der Bahn, den Naturschutzämtern und -verbänden sowie den Grundeigentümern vorgenommen. Die Voruntersuchungen seien zwischen der DB Netz AG sowie den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein als Bestandteil des Teil-Finanzierungsvertrags vereinbart und dauerten noch bis Ende Oktober an.

Tobias von Pein erläuterte: „Die Vorarbeiten zum Bau der S 4 sind im vollen Gange, und das ist gut so. Die geschichtlich besonders interessante Region um das Stellmoorer und Ahrensburger Tunneltal rückt im Zuge des Baus nochmal mehr ins Bewusstsein. Das besonders hohe Engagement der Archäologen zeigt, dass hier Dokumente für die Nachwelt gesammelt werden. Ich bin mir sicher, dass dieses Wissen über unsere Siedlungs- und Entwicklungsgeschichte für die Nachwelt gut festgehalten wird. So schreibt das verkehrspolitisch wichtige Zukunftsprojekt S 4 schon jetzt Geschichte.“

LN

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