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13:42 10.09.2018
Sascha und Sabrina Junker mit Adam (3) vor ihrem künftigen Zuhause auf Gut Altfresenburg. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

„Nick Nolte ist großartig“, sagt der neue Altfresenburger Gutsherr Martin Reitzig. Während der Dreharbeiten für den jüngsten Til Schweiger-Film im historischen Herrenhaus und rundherum waren er und seine Frau Astrid Kühl fast jeden zweiten Tag vor Ort. Den Tag des offenen Denkmals nutzten rund 800 Besucher, um einen Blick auf die Filmkulisse zu werfen oder etwas über die Historie und das neue Wohnprojekt auf dem Gut zu erfahren.

Ob Nick Nolte wohl später einmal nach Bad Oldesloe ziehen wird, ist unbekannt. Reitzig glaubt es nicht. Aber Noltes Frau sei „Feuer und Flamme“ für das Ökoprojekt gewesen. Rund 20 Interessenten für das Gemeinschafts-Projekt, das Leben und Arbeiten auf dem Gut im Fokus hat, seien bereits gefunden. Etliche von ihnen sind schon nach Altfresenburg oder Bad Oldesloe gezogen und warten auf den Baubeginn.

Einer von ihnen ist Sascha Junker (36). Der Marburger zog von Ludwigshafen mit Ehefrau Sabrina und Sohn Adam (3) eigens für das Projekt in den Norden. Durch Freunde, die auch dabei sind, hatte die Familie davon erfahren. Seit Juli 2017 wohnen sie nun in einer Mietwohnung in Altfresenburg. Wenn alles renoviert ist, wird die Familie ihr Zuhause in einem historischen Stallungshaus auf dem Gutgelände haben. Feld, See, Wald – die fantastische und vielseitige Landschaft rund um den wunderschönen Gutshof hat es der Musiktherapeutin Sabrina Junker ganz besonders angetan – Und die vielen Vogelstimmen im benachbarten Naturschutzgebiet Brennermoor.

„Hinter der Nordscheune hat Nick Nolte immer seinen Text gelernt“, verrät Sascha Junker. „Er war sehr freundlich“, bescheinigt der Ergotherapeut dem Hollywood-Schauspieler. Beim Spaziergang mit dem Hund hatten Junker und seine Frau stets einen guten Blick auf die Dreharbeiten. Zudem wurde die ganze Nachbarschaft einmal von der Filmcrew zum Bier eingeladen – natürlich zu einem „Tils“.

In sieben Führungen im Herrenhaus und auf dem Gelände erzählten die neuen Gutherren etwas über die Historie und die neuen Projektpläne. „Wir hatten hier eine Großbaustelle“, berichtet Reitzig in einer Pause. Während der vorbereitenden Arbeiten für die Filmaufnahmen für „Head full of Honey“ seien er und seine Frau täglich auf dem Gut gewesen. Da musste Rigips an die Wände gebracht werden für die Film-Tapeten. Die Hausherren achteten darauf, dass sorgfältig gearbeitet wurde und vor allem nicht an falschen, nämlich historisch wichtigen Stellen gebohrt wurde. Die Eingangshalle, das Vestibül, wurde zudem mit einem Zuschuss des Landesamtes für Denkmalpflege bereits restauriert – nur der letzte Anstrich fehlt dort noch.

Großer Andrang beim Denkmaltag auf das Herrenhaus Altfresenburg, das im Sommer noch Filmkulisse für das US-Remake „Head full of Honey“ von Regisseur Til Schweiger war.

Reitzig: „Es war eine spannende Zeit.“ Die Filmcrew sei sehr nett gewesen. Und der charismatische Nick Nolte habe überhaupt keine Starallüren gehabt. „Mein Neffe Henry Hansen (23) aus Leezen und zwei seiner Freunde haben als Komparsen mitgespielt“, sagt Astrid Kühl. An mehreren Tagen wurde das Filmteam mit ohnehin schon rund 150 Leuten für die Gartenparty unter den zwei großen Eichen vor dem Herrenhaus um weitere etwa 100 Komparsen erweitert. Da sind die Oldesloer Feuerwehrleute, die als Brandsicherheitswache auf dem Gut waren, noch nicht einmal mitgezählt.

Die meisten Komparsen kamen über Modellagenturen dazu. Darunter war auch Toni Garrn, die Ex-Freundin von Leonardo DiCaprio. Je einen Tag wurde zudem am Weißenhäuser Strand und in Grabau gedreht. Die große Filmveranda vor dem Herrenhaus ist mittlerweile längst wieder abgebaut.

Was von der Schweiger-Filmkulisse blieb, sind eine Scheune, die wegen der dort nistenden Schwalben noch nicht entfernt werden konnte, außerdem das weiße Eingangstor und einige Tapeten. Helma Jastrow und Erna Müller sitzen gerade bei einem Pott Kaffee auf einer Bierbank in der verbliebenen Schweiger-Kulisse, der Scheune. Und sie haben von dort einen wunderschönen Blick auf die angrenzenden Wiesen und Felder. Die für die Drehzeit dort angebaute Orangerie wurde bereits entfernt.

Die beiden Oldesloer Seniorinnen interessieren sich insbesondere für die Historie, über die sie gern noch mehr erfahren hätten. „Ich habe einen großen Ordner mit allen Gütern in Schleswig-Holstein“, berichtet Helma Jastrow. Langfristig planen die neuen Eigentümer, die Außenanlage denkmalgerecht zu gestalten und den großen Karpfenteich zu reinigen. Als Vorlagen dienen 120 Jahre alte Postkarten und ein Stich aus dem Jahr 1852.

Der pensionierte Kreis-Denkmalpfleger Burkhard von Hennigs vermutet, dass an der Stelle des Gutes ursprünglich eine Turmhügelburg existierte, eine sogenannte Motte. Dies sei im Mittelalter für Adelssitze üblich gewesen. Von Hennigs: „Die Rundform des Grabens weist auf eine uralte verteidigungsfähige Anlage hin.“ Denn bevor es Schusswaffen gab, reichte es aus, den Feind mit Wassergräben auf Abstand zu halten. Er vermutet auch in der Oldesloer Bürgermeisterinsel eine „Mini-Motte“. Der mögliche Standort sei bereits im Archäologischen Landesamt registriert.

Die Oldesloerin Stefanie W. indes ist enttäuscht, dass sie Nick Nolte in ihrem Heimatort verpasst hat. Dabei wäre es ihr Herzenswunsch gewesen, ihm einmal persönlich zu begegnen. Schließlich habe sie fast alle Filme mit ihm gesehen. Nun hat der Nolte-Fan nur noch die Möglichkeit, sich nach Erscheinen den unter anderem in Altfresenburg gedrehten Film „Head full of Honey“ mit dem dafür eigens angehübschten Herrenhaus anzusehen.

Susanna Fofana

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