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Angst vor Giftködern: Oldesloer Hunde lassen sich nicht verführen

Bad Oldesloe Angst vor Giftködern: Oldesloer Hunde lassen sich nicht verführen

Im vergangenen Jahr starben zwei Tiere an Gift — Hundetrainerin Janna Müller beugt vor.

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Der verführerische Haufen aus Frikadellen, gebratenem Hühnchen und Bockwurst kann den Vierbeinern „Emma“ (v. l., mit Jenny Bernhardt), „Polly“ (mit Maren Peemöller), „Teddy“ (mit Sabine Machura) und „Barney“ (mit Christian Freyher ) nichts mehr anhaben.

Quelle: Fotos: Bosslet/privat/hfr

Bad Oldesloe. Anfang Februar fanden Spaziergänger in Klein Rönnau bei Bad Segeberg entlang eines Wirtschaftsweges mit Giftweizen präparierte Wurstköder. Im Januar wurden Köder mit Schneckenkorn in Sülfeld entdeckt. Zwar liegen beide Tatort im Nachbarkreis, doch lassen Giftattacken gegen Tiere stets auch Hundehalter in der Umgebung aufhorchen. „Wir hatten in diesem Jahr noch keine. Ein Glück“, sagt Janna Müller. „Aber im vergangenen Jahr lagen Leberwurstbrötchen gefüllt mit Rattengift im Neubaugebiet West. Und im Kurpark wurden präparierte Mettbrötchen gefunden“, berichtet die Trainerin, die in Bad Oldesloe eine Hundeschule betreibt. „Zwei Hunde sollen gestorben sein. Zwei Hunde in einem Jahr, das sind zwei zu viel“, sagt die 38-Jährige.

Giftköder-Radar warnt

Die Website „GiftköderRadar“ informiert Hundehalter über vorsätzlich ausgelegte Giftköder und mutmaßliche Gefahrenzonen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der GiftköderRadar funktioniert unterwegs auf der „Gassi-Runde“ entweder in Kombination mit einer kostenlosen App für iPhone und Android oder über den Browser am PC Zuhause.

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Christian Freyher freut sich, dass „Barney“ widerstehen kann.

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• Infos unter www.giftkoeder-radar.com oder auf Facebook unter www.facebook.com/GiftkoederRadar

Damit es gar nicht erst soweit kommt, hat Jenny Bernhardt Janna Müller nach einem Anti-Giftködertraining für ihre zwei Jahre alte Berner Sennhündin „Emma“ gefragt. „Sie hatte sich mit einem Jahr irgendwo ein Stück Fisch geschnappt. Ich konnte ihr noch einen Teil aus dem Fang nehmen. Den Rest hat sie runtergeschluckt“, erinnert sich die 34-Jährige. Da sie nicht wusste, ob der Fisch vergiftet war, hatte sie bange Stunden. „Am Ende ist alles gut gegangen. Aber so etwas will ich nicht wieder erleben.“ Darum stieg sie mit „Emma“ ins Training ein.

Einige Hundeschulen im Kreis bieten Anti-Giftködertraining an, jede hat ihre eigene Methode. Bei Janna Müller beginnt die Arbeit beim Menschen. „Ich sage meinen Leuten immer: Verhaltet euch nett und freundlich. Hebt die Hinterlassenschaften eurer Hunde auf, gebt niemandem einen Anlass, Hundehasser zu werden.“ Rücksichtnahme und Respekt sind ihre Stichworte. Doch das alleine genügt nicht.

Darum hat sich die Hundetrainerin an diesem Abend mit reichlich Proviant versorgt. „Ich rieche verführerisch gut“, lacht sie. Hackbällchen, gebratenes Hühnchen und Bockwürste hat sie dabei. Sie wird sie als kleine Häufchen in der Oldesloer Hindenburgstraße verteilen und ihrer bereits fortgeschrittenen Trainingsgruppe bei der Arbeit zuschauen. Vier Gespanne sind unterwegs. Jenny Bernhardt mit „Emma“, Maren Peemöller (46) mit ihrer jungen Elo-Hündin „Polly“, Sabine Machura (29) mit „Teddy“ (4), einem Schäferhund-Border-Collie-Mix, und Kooikerhondje „Barney“ (2) mit Herrchen Christian Freyher (24). „Für die Besitzer war es bis hierher ein mühsamer Weg mit vielen Hausaufgaben“, erzählt Janna Müller. „Es sind zehn Wochen harte Arbeit, aber es lohnt sich.“ Am Anfang ihrer Ausbildung lernen die Tiere ein zuverlässiges Abbruchsignal. Danach wird am „Köder“ gearbeitet, zunächst liegt er in einem Marmeladenglas, damit der Hund nicht herankommt, dann in freier Natur. Macht der Vierbeiner seine Arbeit gut, gibt es eine Belohung.

„Der Köder wird zum Auslöser für das Abbruchsignal“, sagt Janna Müller. Im Idealfall heißt das: „Teddy“ ignoriert die Wursthaufen, „Emma“, „Polly“ und „Barney“ legen sich davor ab und zeigen damit an: Hier liegt etwas. „Wir können dann nachschauen, was es ist“, sagt Jenny Bernhardt und hat damit eine Sorge weniger, nämlich dass ihre Hündin durch einen Giftköder sterben könnte.

Verena Bosslet

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