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Stormarn Anlieger verstärken ihren Protest
Lokales Stormarn Anlieger verstärken ihren Protest
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20:47 09.06.2017
Engpass im Jungfernstieg: Bei dieser gestellten Szene rollt ein Lastwagen dicht an den Fußgängern vorbei. Quelle: Fotos: M. Thormählen

Anlieger und Kommunalpolitiker fordern mit Nachdruck eine Änderung der aktuellen Verkehrsführung im Reinfelder Zentrum. Lastwagen sollten nicht durch die Bergstraße und den Jungfernstieg rollen. Stattdessen sollte eine Baustelle über den Parkplatz hinter dem alten Rathaus angefahren werden. Die Stadtverwaltung weist den Vorschlag zurück.

Heftiger Streit um die Verkehrsführung im Reinfelder Zentrum geht in die nächste Runde.

Keine Probleme

Die Verkehrsführung ist nach Angaben von Bürgermister Heiko Gerstmann mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreis abgestimmt. Auch für Polizei und Feuerwehr gebe es keine Probleme.

Knapp 30 Anwohner kamen zu einem Ortstermin, den Jens Löper, Vorsitzender der Wählerinitiative Reinfeld (WIR), organisiert hatte. Ein bestellter Lastwagen rollte dabei ganz langsam durch den Jungfernstieg. „Hier gibt es, ebenso wie in der Bergstraße, immer wieder gefährliche Situationen für die Fußgänger“, erläuterte Jens Löper. Vor allem ältere Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen seien, würden mit dem Schwerlastverkehr konfrontiert. Bürgermeister Heiko Gerstmann (SPD) habe diese Gefahrensituation nicht erkannt und wolle keine Änderung. „Ich fordere daher den Rücktritt des Bürgermeisters“, so der WIR-Vorsitzende.

Eine Anwohnerin wies darauf hin, dass ihr elfjähriger Sohn den Jungfernstieg auf dem Weg zur Schule passieren müsse. Weil sich die Mutter dabei Sorgen um die Sicherheit des Jungen mache, „fahre ich ihn oft mit dem Auto zur Schule“ – sagt sie. Anlieger schilderten auch die Beeinträchtigungen, mit denen sie sich zurzeit in der Bergstraße konfrontiert sähen. „Ich bin jetzt gerade von der Arbeit gekommen und auf dem Weg nach Hause“, sagte eine Autofahrerin. Sie könne jedoch nicht weiter durch die Bergstraße fahren, weil der Weg von einem Lastwagen blockiert sei. Die Anwohnerin aus der Eichbergstraße habe nach eigener Schätzung rund 15 Minuten warten müssen, bis das große Fahrzeug den Weg frei gemacht habe.

Eine Anliegerin in der Bergstraße erklärte, wegen des Schwerlastverkehrs könne sie ihr Grundstück nicht jederzeit mit einem Auto verlassen: „Manchmal muss man fünf Minuten warten, manchmal auch 15 Minuten.“ WIR-Vorsitzender Löper betonte, auch Rettungsfahrzeuge müssten gegebenenfalls die Bergstraße benutzen, die aber zu oft von Lastwagen blockiert sei.

CDU-Ortsvorsitzender Lorenz Hartwig erneuerte seine Forderung, die Baustelle über den Rathaus-Parkplatz anzubinden. Es gebe in diesem Bereich ein erheblich geringeres Gefahrenpotenzial. Eventuell würden dann einige wenige Parkplätze während der Bauphase nicht genutzt werden können. „Dieser Konflikt ist leider eskaliert. Das hätte nicht sein müssen“, so der Stadtverordnete.

Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Lasse Karnatz (SPD), wollte sich „ein Bild vor Ort“ machen. Die Baustellen-Anbindung über den Parkplatz sei sicherlich sinnvoll gewesen, stellte er fest. Bei der getroffenen Entscheidung handele es sich aber um eine Aufgabe für die Verwaltung.

Als der bestellte Lastwagen über den Parkplatz fuhr und in die Kurve Richtung Jungfernstieg einbog, rollte das Fahrzeug mit seiner Hinterachse über den Bordstein. Die Stadtverwaltung hatte auf mögliche Schäden angesichts eines Schwerlastverkehrs auf dem Platz hingewiesen. Das betonte Bürgermeister Gerstmann, der wegen einer Erkrankung nicht an dem Ortstermin teilnahm, erneut. Lorenz Hartwig erklärte dagegen, der Untergrund auf dem Parkplatzgelände sei auch für einen Lkw-Verkehr geeignet.

Für die Verwaltung, so der Bürgermeister, sei die Variante Parkplatz zu gefährlich gewesen, weil der Bereich auch von vielen Fußgängern frequentiert werde: „Gerade in diesen Wochen haben wir ja viele Hochzeiten. Und da sind hier auch Familien mit Kindern unterwegs.“ Für die Verwaltung sei bei ihrer Entscheidung „eine Abwägung der Gefahren“ für die Bürger wichtig gewesen. Heiko Gerstmann hat nach eigenen Angaben auch bei einem in der Eichbergstraße ansässigen Gewerbebetrieb nachgefragt, ob es zu Beeinträchtigungen komme: „Und da wurde mir gesagt, dass es wegen des Baustellenverkehrs in der Bergstraße keine Probleme gebe.“

Michael Thormählen

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