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Stormarn Anlieger wollen Wäldchen nicht für Sozialwohnungen opfern
Lokales Stormarn Anlieger wollen Wäldchen nicht für Sozialwohnungen opfern
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00:00 18.10.2012
Die Umgehungsstraße von Bargteheide, rechts davon das Wäldchen, um das die Anlieger der Siedlung fürchten.
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Stormarn

Die Bewohner der Blumensiedlung in Bargteheide bangen um ihr Wäldchen. Auslöser ist der Vorschlag von Claus Christian Claussen, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion Bargteheide, in dem Wald entlang der Südumgehung längst überfällige Sozialwohnungen zu bauen. Das Wäldchen war Ende der 90er-Jahre als Ausgleichsfläche für den Bau der Südumgehung gepflanzt worden.

„Unmöglich“, sagt Thomas Fetzberger, der seit 40 Jahren im Orchideenweg wohnt und das gesamte Viertel mit gut 200 Familien hinter sich weiß. „Wir wollen das einzige größere Waldstück in Bargteheide erhalten.“ 30 000 Quadratmeter trennen Siedlung und Umgehungsstraße, darauf stehen etwa 10 000 Bäume. „Wertvolle Laubbäume“, betont Mitkämpfer Max Fischer, „der Wald hat eine wichtige ökologische Bedeutung.“ In einem Umweltgutachten, das vor fünf Jahren beim Bau eines Radwegs durch das Gebiet erstellt wurde, sei die Rede von einem „Frischluftquellgebiet mit klimahygienischer Funktion“ gewesen.

Dazu komme der Naherholungswert. „Für die Kinder ist das ein Abenteuerwald“, sagt Brigitte Schwerin, „die haben da ihre Tipis gebaut.“ Auch Rainer Kowalik und seine Nachbarn nutzen den Wald zum Walken und Spazierengehen. Als grüne Lunge in der Stadt komme dem Waldstück besondere Bedeutung zu. „Zudem gibt es genügend Neubaugebiete, wo die Stadt andere Grundstücke besitzt“, ergänzt Fetzberger, „da muss kein Wald gefällt werden.“ „Dass Bargteheide beim sozialen Wohnungsbau einen Nachholbedarf hat, ist unumstritten. Wir sind nicht gegen den Bau, sondern gegen das Abholzen des Wäldchens“, betonen die Opponenten.

„Die Südumgehung ist damals gebaut worden, damit der Verkehr nicht durch die Wohngebiete führt“, sekundiert Horst Schwerin. „Sind die Mieter von Sozialwohnungen andere Menschen, dass man ihnen den Lärm zumuten kann?“, fragt er. Fetzberger findet es ohnehin seltsam, dass die Umgehung außerhalb der Wohngebiete gebaut wird, nur um dann neue Baugebiete daneben zu erschließen. Ihr Unmut hat die Anlieger schon in die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung geführt, da hatten die Fraktionen das Thema aber noch gar nicht besprochen.

Das bestätigt Claus Christian Claussen: „Ich wollte mit meinem Beitrag das Thema sozialer Wohnungsbau in Bargteheide anschieben.“ Problem bei dem Wäldchen sei, dass es eine Ausgleichsfläche sei und bei einer Bebauung dann ein höherer Ausgleichsbedarf entstehe. Die Anlieger gehen dennoch schon auf die Barrikaden. „Lieber wehren wir uns jetzt schon als später, wenn alles entschieden ist“, meint Fetzberger.

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