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Stormarn Anspruch und Wirklichkeit
Lokales Stormarn Anspruch und Wirklichkeit
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20:10 27.08.2018
Von Matthias Wiemer

Überfüllte Züge, mieser Reisekomfort, Automaten statt Menschen – eine Bahn auf der Flucht vor ihren Kunden. Nichts Neues, aber immer wieder frustrierend. Und ärgerlich, weil sich in der Frage der Unterkapazitäten auf der Linie R 83 ein bekanntes Politikmuster zeigt: Mobilitätswende predigen, aber selbst Auto fahren. Öffentliche Verkehrsmittel attraktiver machen wollen, aber die Verkehrsträger privatisieren. Warum wird immer noch das Im-Stau-Stehen in einem teuren eigenen Fahrzeug Zug oder Bus vorgezogen? Weil die individuelle Mobilität trotz verstopfter Straßen und Parkproblemen immer noch attraktiver erscheint.

Wer das ernsthaft ändern will, muss Verkehrspolitik radikal neu denken. Nicht nur einfach Radwege auf Straßen malen und schon gar nicht einen Tarifdschungel fabrizieren, der sogar „Öffi“-Affine verzweifeln lässt. Zum Gelingen einer wirklichen Mobilitätswende muss die echte Konkurrenzfähigkeit öffentlicher Verkehrsmittel zum obersten Ziel erhoben werden. Und zwar kompromisslos. Das heißt:

Wer von A nach B will, muss in der Abwägung Bus und Bahn dem Auto vorziehen. Weil es einfacher, komfortabler und günstiger ist. Das wird viel Geld kosten und keine Gewinne bringen, zunächst jedenfalls nicht. Mit Fahrkartenautomaten, die Kunden abschrecken, geht das schon mal gar nicht.

Übrigens: Unsere Politiker nutzen bei ihren Wahlkreis-Sommertouren alle ihre Dienstwagen. Mit Bus und Bahn fährt keiner. Nicht einmal die Grünen. Warum wohl?

LN

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