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Auch mit Handicap: Jasper hatte vier glückliche Schuljahre

Fischbek Auch mit Handicap: Jasper hatte vier glückliche Schuljahre

Der Elfjährige verlässt jetzt die Grundschule in Mollhagen – Mutter Janna Wollesen dankt den anderen Eltern und den Lehrern für Verständnis und Unterstützung.

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Die Ferien genießen: Jasper und Janna Wollesen in ihrem Garten in Fischbek, und Labradorhündin „Nala“ ist immer dabei.

Quelle: M. Thormählen

Fischbek. Endlich große Sommerferien – und das Herumtollen mit „Nala“ gehört für Jasper Wollesen dazu. Der Elfjährige aus Fischbek ist gern mit der Labradorhündin unterwegs. Das ist ihm fast so lieb wie der Besuch der Grundschule in Mollhagen. Dabei hat der Junge ein Handicap wegen einer körperlichen Behinderung und einer Autismus-Spektrumstörung. Seine Mutter blickt zufrieden auf die vergangenen vier Jahre zurück. „Unser Sohn ist sehr gern zur Schule gegangen und hatte die beste Klassengemeinschaft, das beste Lehrerteam und die beste Schulbegleitung“, sagt Janna Wollesen.

„Der Chor war noch

am besten, weil ich auch sehr gern Musik höre.“ Jasper (11), Schüler

„Rückblickend können wir sagen, es war die

beste Entscheidung.“ Janna Wollesen

„Mir hat es in der Schule sehr gut gefallen. Der Chor war noch am besten, weil ich auch sehr gern Musik höre“, erklärt der scheidende Grundschüler. Eine musikalische Ader hat der Elfjährige schon – immerhin spielt er auf der Blockflöte. „In der Schule war alles spitze“, sagt Jasper. Und auch beim Nachdenken fällt ihm kein Unterrichtsfach ein, bei dem der Spaß auf der Strecke geblieben war.

Dabei sei es für seine Eltern nicht ganz einfach gewesen, 2012 die passende Schule für ihren Sohn zu finden, erinnert sich Janna Wollesen. Dieses Thema sei auch mit Fachleuten diskutiert worden, und die Entscheidung sei dann auf die kleine Grundschule in Mollhagen gefallen: „Und da hatten wir sehr viel Glück. Rückblickend können wir sagen, es war die beste Entscheidung.“

25 Jungen und Mädchen besuchten die Klasse, und Jasper war der einzige Schüler mit einer Behinderung. Er konnte sich während der vergangenen vier Jahre auf die dauerhafte Schulbegleitung durch eine Erzieherin verlassen, der Unterricht wurde immer von einem Pädagogen gestaltet. Zusätzliche Lehrerstunden, so Janna Wollesen, habe es nicht gegeben. Dennoch habe der Schulalltag hervorragend geklappt: „An dieser Schule wurde die Inklusion erfolgreich gelebt und sie sollte ein Vorbild für andere Schulen sein. Die Kinder sind die Basis für eine tolerante Gesellschaft. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kinder häufig keine Probleme mit Menschen mit Behinderungen haben.“

Dankenswerterweise, so Janna Wollesen weiter, hätten auch die anderen Eltern viel Verständnis aufgebracht, wenn sich bei Jasper Zeichen seiner Behinderung bemerkbar machten: „Die Erwachsenen haben dann ihren Kindern ausführlich und genau erklärt, warum das so ist.“ Und für die Mutter des Elfjährigen, die selbst eine Autismus-Gruppe leitet, waren nicht nur die Schulerfahrungen des eigenen Sohnes überaus positiv: „Alle Mitschüler sind rücksichtsvoller, selbstbewusster, geduldiger und verständnisvoller als viele andere Kinder im gleichen Alter.“

Janna Wollesen gibt deshalb anderen Familien, die ein Kind mit einem vergleichbaren Handicap haben, den Rat, durchaus den Besuch in einer Grundschule zu wagen: „Man muss sich diese Schule aber vorher genau ansehen.“

Mit einem bunten Abschlussfest ging vor kurzem die Grundschulzeit für die Jungen und Mädchen aus der Mollhagener Klasse 4a endgültig zu Ende. Und da schwingt auch bei Janna Wollesen ein wenig Wehmut mit, wenn sie sagt: „Wir werden alle sehr vermissen, weil für die 25 Schüler nach dem Ende der Sommerferien ein Schulwechsel ansteht.“

Jasper wird von September an eine Förderschule in Hamburg besuchen. Seine Eltern haben sich auch dieses Mal ganz bewusst dafür entschieden – der Elfjährige soll eben nicht auf einer Gemeinschaftsschule unterrichtet werden. „In der Förderschule gibt es nur zehn Schüler in jeder Klasse. Sie werden von drei bis vier Betreuern und Lehrern begleitet.Und Jasper soll jetzt auch einmal erleben, dass er zu den besseren Schülern gehören kann“, begründet Janna Wollesen die Schulwahl, für die es auch medizinische Gründe gebe.

Michael Thormählen

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