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Stormarn Auf Foto-Safari durch Kuba
Lokales Stormarn Auf Foto-Safari durch Kuba
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18:21 28.05.2016
Die Natur, das Land und vor allem die Oldtimer haben auf Friderike und Volker Bielfeld bleibende Eindrücke hinterlassen. Quelle: Petra Dreu

Als einziger Hautarzt am Ort ist Dr. Volker Bielfeld den meisten Oldesloern ein Begriff. Einige wissen auch, dass er gerne mit seiner Fotokamera unterwegs ist. Vögel sind sein bevorzugtes Bildmotiv. Auf einer Urlaubsreise im Februar aber war die fliegende Spezies Nebensache. Stattdessen konzentrierte sich Bielfeld auf knatternde Schönheiten aus Blech, die in einer solchen Häufigkeit nur noch in einem Land zu finden sind: Kuba. Seine schönsten Oldtimer-Fotos sind derzeit in der Galerie BOart zu sehen.

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Die Oldesloer Volker und Friderike Bielfeld zeigen spannende Eindrücke eines Landes im Umbruch.

„Kuba ist ein spannender Mix aus sozialer Marktwirtschaft, Improvisation und privatem Engagement.“Volker Bielfeld

Ein Dreivierteljahr dauerten die Reisevorbereitungen, bevor sich Volker (55) und Friderike (53) Bielfeld auf zu dem Inselstaat in der Karibik machten. Drei Wochen lang erkundete das Ehepaar mit einem Suzuki Jimney das von der sozialen Planwirtschaft Fidel Castros gezeichnete Land. Das Warenangebot ist auch nach der Annäherung an den Erzfeind USA immer noch dürftig. Oldtimer dagegen gibt es mehr als anderswo auf der Welt.

„Schon als wir aus dem Terminal herauskamen, standen die Oldtimer-Taxen in einer langen Reihe vor dem Gebäude, um die Ankommenden dorthin zu bringen, wo sie hinwollten. Wir waren begeistert“, erzählt Volker Bielfeld. In Holguin, einer Kleinstadt im noch urtypischen Süden des Inselstaates, begann die Reise des Ehepaars. „Dort hat Christoph Columbus seinen ersten Fuß daraufgesetzt“, weiß Bielfeld.

Mal einen, jedoch höchstens drei Tage blieben die Oldesloer an einem Ort, bevor sie mit ihren Mietwagen über Baracoa am Humboldt-Nationalpark, Santiago de Cuba, Manzanillo, Camagüey, Sancti Spiritus, Trinidad und Cienfuegos nach Havanna fuhren.

Bei den Autofahrten war die Vorsicht ständiger Begleiter von Volker und Friderike Bielfeld. Grund dafür waren nicht nur die teilweise schlechten Straßenverhältnisse mit abgesackten Fahrbahnen und großen Rissen, sondern eins hatte man ihnen bei der Ankunft eingebläut: Nur keinen Unfall bauen. Blechschäden sind relativ unproblematisch, kommt aber eine Person zu Schaden, kann es ungemütlich werden. „Dann darf man das Land nicht mehr verlassen. Bis ein Gerichtstermin ist, können schon mal neun Monate vergehen. Das kann so manchem Touristen den Job kosten“, erzählt der Hobbyfotograf.

Die vielen Traumstände, an denen sie vorbeifuhren, interessierten das Ehepaar nicht. Es hatte nur Augen für die Oldtimer und wollte dabei den Charme der historischen Städte aufsaugen. Es sah völlig verfallene Plattenbauten im Stil der DDR, in der nur noch eine Wohnung bewohnt war. Es sah Geschäfte, in denen sich das Warenangebot auf wenige Produkte beschränkte. Auch die kleineren Häuser sind größtenteils Zeugnis des Mangels gewesen. „Manche Fassaden waren neu gestrichen. Aber höchstens eine Seite, weil die Farbe nicht reichte. Bis die nächste Lieferung kommt, kann viel Zeit vergehen“, erläutert Volker Bielfeld.

Friderike Bielefeld, selbst Kunstschaffende, ist von dem Kunstangebot auf Kuba überrascht: „Kunst steht dort hoch im Kurs. Es gibt viele Ateliers und Ausstellungen. Darunter sind wirklich gute und interessante Arbeiten zu finden.“ Ihren Ehemann jedoch interessierten in erster Linie die Oldies aus Blech und Spachtelmasse, die das Improvisationstalent der Kubaner widerspiegeln. „Ersatzteile gibt es so gut wie keine. Deshalb werden auch schon mal Zylinderkopfdichtungen aus Pappe angefertigt“, weiß Bielfeld. Während auf dem Land noch Ochsengespanne und Pferdekutschen unterwegs sind, sind diejenigen, die einen Oldtimer haben, stolz auf ihren Besitz. Zwei Männer zeigten ihm ihren Oldtimer, der in einem Hinterhof stand. „Eingebaut hatten sie einen Lkw-Motor. Sie müssen eben nehmen, was sie kriegen können“, erzählt der Oldesloer, der im Kopf bereits die zweite Reise nach Kuba plant.

„Kuba ist ein spannender Mix aus sozialer Marktwirtschaft, Improvisation und privatem Engagement zwischen Verfall und Restauration, lässiger Lebensart und Freundlichkeit, aber auch zwischen Zuversicht, Skepsis und Resignation aufgrund der eingeschränkten Mittel“, sagt Volker Bielfeld. Er sieht die Bauern, Taxifahrer und Hotels als Gewinner der Öffnung zur USA, befürchtet aber auch Nachteile durch den zu erwartenden Aufschwung: „Ich hoffe, dass die Kubaner ihre alten Autos nicht verscherbeln und es schaffen, die alte Bausubstanz in den Städten zu erhalten.“

Fotos auf Leinwand

Zu sehen ist die Ausstellung mit teils großformatigen Fotos auf Leinwand bis zum 11. Juni. Zu finden ist die Galerie BOart in der Mühlenstraße 9-10. Heute ist die Galerie jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet, danach dienstags, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 11 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 15 Uhr. Jeweils am 1. und 3. Juni präsentiert Volker Bielfeld seine Reiseeindrücke in einer zweistündigen Bildschirmpräsentation. Um Anmeldung unter Telefon 0176/30565352 wird wegen des geringen Platzangebotes gebeten. Der Eintritt ist frei. pd

Petra Dreu

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