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Stormarn Auf der Suche nach dem Traumberuf
Lokales Stormarn Auf der Suche nach dem Traumberuf
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20:17 14.09.2013
Ingrid Köster, Studienberaterin der Berufsakademie Hamburg, informierte Niklas Wagner (l.) und Bastian Reinsberg (beide 15) über die beruflichen Möglichkeiten. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Was doch alles möglich ist: Die Agentur für Arbeit macht die Nacht zum Tag. Die Berufsberater avancieren zu Event-Managern, Modells und sogar Stilberatern. Unternehmen nutzen selbst die hintersten Ecken des Gebäudes und des Außengeländes, um für sich als Ausbildungsbetrieb zu werben und der Nachwuchs gibt das Berufsinformationszentrum (BIZ) als Veranstaltungstipp weiter. „Da ist richtig was los“, heißt es bei Stormarner Teenagern, die selbst einiges zu bieten haben, wie sie beim Eventprogramm unter Beweis stellen konnten.

Die Mädel der Tanzschule Wulff zeigten beim Video Clip Dancing, was sie drauf haben. Die Schülerband „Painless“ sorgte völlig schmerzlos für gute Musik. Music-Storm-2012-Gewinnerin Lisa Seehase war das Symbol für den Traum, den sich jeder gönnen sollte. Und der erst kürzlich nach Ahrensburg verzogene Cliff Mbidzo (17) demonstrierte mit seinen strubbeligen Rastazöpfen, dass auch Schüler über sich hinauswachsen und den Profis die Schau stehlen können. Der Heimgartenschüler tat es mit einer spontanen Breakdance-Einlage mitten im Foyer der Agentur für Arbeit.

Wer als Unternehmen etwas auf sich hält, durfte nicht fehlen, als sich jetzt mehr als 800 Schüler teilweise in Begleitung ihrer Eltern auf der Veranstaltung „BIZ bei Nacht“ über die Möglichkeiten informierten, die ihnen die Betriebe zu bieten haben. Angesichts zurückgehender Schülerzahlen ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Schulabgänger für einen Ausbildungsplatz Schlange stehen. Die knapp 60 anwesenden Unternehmen haben das verinnerlicht. Sie taten alles, um die Aufmerksamkeit der jungen Leute zu wecken.

Auf dem Außengelände blinkte Blaulicht des Roten Kreuzes und der Polizei, der Katastrophenschutz ließ sich hinter die Lenkräder schauen. Und die Vereinigten Stadtwerke gönnten den Jugendlichen mit ihrem Hubsteiger nicht nur einen Blick aus luftiger Höhe, sondern ließen sich bei der Suche nach Fehlerquellen über die Schulter schauen, um den Strom wiederzufinden, der sich ganz einfach aus dem Staub gemacht hatte.

Es waren nicht nur die Schüler unterwegs, die 2014 ihren Schulabschluss machen und in weniger als einem Jahr eine Ausbildung beginnen. Vielmehr gestaltete sich „BIZ bei Nacht“ auch für die Schüler, die das Abitur anstreben und noch ein paar Schuljahre vor sich haben, als Orientierungsbörse. „Ich weiß eigentlich noch gar nicht, in welche Richtung es für mich gehen soll. Ich will einfach mal sehen, was es so gibt“, sagte Mike Herzog (14).

Ähnlich ging es Yusuf Baran (15), der 2015 den Realschulabschluss machen will. Gemeinsam mit Abdul Kurdo (16), der sogar erst 2016 die Schule beenden wird, und dem gleichaltrigen Ferhat Baran hatte die Bundespolizei das Interesse der Jugendlichen geweckt. „Polizei ist spannender als andere Berufe“, ist der jüngste der drei Schüler überzeugt. „Wir stellen bundesweit 850 Auszubildende für den mittleren Dienst ein und vergeben 250 Studienplätze für den gehobenen Dienst“, erklärt ihnen Christian Britschin aus Bad Bramstedt, über dessen Schreibtisch alle Bewerbungen der Stormarner Schüler gehen. Deutscher Staatsangehöriger muss man für den Dienst bei der Bundespolizei übrigens nicht sein. Genommen werden auch Bewerber aus anderen Ländern, sofern sie zur Europäischen Union gehören.

Auf das Interesse der Schüler stießen nahezu alle Firmen. Ein Stand jedoch stellte alle anderen in den Schatten und wurde von den Besuchern förmlich überrollt: das Jugendaufbauwerk. Hier hatten Nachwuchs-Beiköche die schönsten Leckereien gezaubert. Es gab Gemüse, Fisch und Fleisch in vielen Variationen. Für den süßen Zahn war mit Kuchen gesorgt, und weil das Auge bekanntlich mit isst, servierten die Azubis bunte Obstspieße, bei denen so mancher Schüler vergaß, was er sich für den Rest des Abends vorgenommen hatte.

DREI FRAGEN AN...

1Sie haben 2012 den Nachwuchspreis MusicStorm gewonnen. Anerkennung gab es dafür von vielen Seiten. Was hat der Sieg in Bewegung gebracht?

Ich habe mit Jens Lück Aufnahmen in Lüneburg gemacht. Vier Lieder sind auf der CD, von der die meisten bereits verkauft sind. Ich habe zu mehreren Produzenten Kontakt aufbauen können, außerdem folgten jedes zweite bis dritte Wochenende Auftritte. Ich werde unter anderem für Hochzeiten und Geburtstage gebucht, bin aber auch schon auf der Kieler Woche aufgetreten.

2Möchten Sie die Musik zum Beruf machen?
Ich möchte gerne Musikpädagogik studieren. Mein Traum ist eine eigene Musikschule.

3Was haben Sie sich für die nächste Zeit vorgenommen? Ende September stehe neue Studioaufnahmen auf dem Programm. Mitte Oktober fliege ich mit einer Freundin für fünf Monate nach Australien. Wir werden dort arbeiten, um damit die Reise zu finanzieren und das Land kennenzulernen. Ich hoffe, die Gelegenheit zu einem Auftritt zu bekommen.

Petra Dreu

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