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Stormarn Aus Naturschutzgründen: Eine große Reithalle wird umgedreht
Lokales Stormarn Aus Naturschutzgründen: Eine große Reithalle wird umgedreht
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22:40 25.09.2013
Endlich ist das Problem gelöst: Maja Lippardt und Tim Haag vor der umstrittenen Reithalle an der Reinfelder Schuhwiese. Quelle: Foto: Krog

Der jahrelange Streit um die ochsenblutrote Reithalle am Reinfelder Schuhwiesenweg findet sein Ende, indem die Halle um ihre Längsachse gedreht und so aus dem Naturschutzgebiet komplett auf den Island-Pferdehof Solbakur versetzt wird.

Eigentümer Mirco Lippardt hatte die Halle vor drei Jahren versehentlich teilweise auf dem angrenzenden Naturschutzgebiet aufstellen lassen. Und sie hatte bauliche Mängel. Das Verwaltungsgericht Schleswig entschied deshalb auf Abriss oder Versetzung des Gebäudes. Ein genauso teures wie nerviges und langwieriges Verfahren.

Die ganze Familie des Bauherrn litt darunter. Schwiegervater Klaus Sievers stritt mit den Behörden für seine Kinder, zahlte Geld für Baugenehmigung, Bescheide, für den Prüfstatiker, den Architekten und den Anwalt. Bauherr Lippardt bot Ausgleichsflächen an. Aber darauf, berichtet Maja Lippardt, „hatten sich die Behörden nicht eingelassen.“

Nun soll der Reinfelder Holz- und Dachbauer Wolfgang Raddatz die Sache richten. „Unter seiner Anleitung versetzen wir die Halle“, sagt Schwiegervater Sievers. Dabei erfahren der Bauherr ebenso wie Steffi Lanz und Tim Haag, die den Reiterhof als Pächter betreiben, eine Welle der Solidarität. Freunde, Bekannte, Reiter, alle wollen sie mit anpacken, wenn die Holzkonstruktion versetzt wird. „Noch in diesem Jahr wollen wir damit durch sein“, hofft Sievers.

Nach dem Urteil des Schleswiger Verwaltungsgerichtes hatte er eine Unterredung mit dem Landrat. „Es war ein fruchtbares Gespräch“, berichtet Sievers. Zum ersten Mal habe er dabei die einzig gültige Karte zum Verlauf der Naturschutzgrenze gesehen. Danach stehe sie auf ihrer vollen Länge von 35 Metern tatsächlich etwa drei Meter weit auf verbotenem Gelände. Demnächst soll die Baugenehmigung für das Umsetzen folgen.

„Das Vorhaben wird uns freilich noch einiges kosten“, sieht Maja Lippardt voraus. „Zum Glück gibt es diese große Solidarität“, tröstet ihre Mutter Hella Sievers.

Eine Solidarität, von der Pächter Tim Haag ebenfalls überwältigt ist. Allerdings vermisste er während des langwierigen Prozesses bis zu dieser Entwicklung „ein wenig mehr Verständnis der Behörden“.

Sie seien abgeschmettert worden und „niemand hat mit uns geredet“. Für die Pächter des idyllisch zwischen Weiden und Wald gelegenen Hofes bedeutet die neue Entwicklung gewissermaßen die Rettung. Eine Halle ist für sie unabdingbar, um ihren Kunden auch im Winter bei Eis und Schnee eine Reitmöglichkeit zu bieten. Einige seien bereits abgesprungen, berichtet Haag, „weil wir ihnen keine Halle bieten konnten“. Noch im letzten Winter stand die Existenz des Islandpferdehofes und damit die der Pächter wie der Verpächter auf dem Spiel.

Niemand durfte rein
2010 begann der ganze Ärger am Schuhwiesenweg. Niemand durfte die neue Halle betreten.
3 Meter steht sie jenseits der Grenze zum Naturschutzgebiet.
35 Meter ist die Halle lang und 17,5 Meter breit.

Uwe Krog

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