Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Aus der Küche kommt nur Gesundes
Lokales Stormarn Aus der Küche kommt nur Gesundes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 31.10.2016

„Heute gibt es nur süß“, erklärt Jacqueline Dietz (26) und rührt 2,5 Kilogramm kleine Apfelstücke in den Teig. Schwester Stefanie (32) ist derweil mit den Streuseln für den Kuchen beschäftigt. Beide Oldesloerinnen zusammen bilden das Team von „Des Teufels fette Beute“. Mit dem gleichnamigen Imbisswagen sind sie getreu ihrem Motto regional und saisonal auch wieder beim nächsten verkaufsoffenen Sonntag in Bad Oldesloe am 6. November in dabei.

Doch erst einmal ist der Apfelkuchen für eine Konferenz in Berlin an der Reihe. Die Schwestern sind dort für den Nachtisch verantwortlich. Und liefern ihn in drei Varianten: glutenfrei, vegan und „mit allem“. „Das sind alles Äpfel von Streuobstwiesen hier in Bad Oldesloe“, erklärt Jacqueline Dietz beim Rühren. Und statt der üblichen gemahlenen Mandeln mischt Stefanie Dietz gerade gemahlene Haselnüsse aus der Region unter die Streuselmasse. Denn sämtliche Rezepte werden von den in Bad Oldesloe aufgewachsenen Schwestern so abgewandelt, dass sie aus heimischem Anbau machbar sind.

Vor einem Jahr war die gleiche Berliner Konferenz „unser erster Job“, berichten die Schwestern. Damals mussten sie noch in einer Mietküche backen und kochen. Denn die eigene Profi-Küche haben sie nach viel Papierkram und einer Nutzungsänderung erst seit letztem Winter auf dem Gelände des Elternhauses im Oldesloer Ortsteil Wolkenwehe eingerichtet. Steffi Dietz: „Die Küche zu haben, ist für uns Gold wert.“ Und es sei eine gute Entscheidung gewesen, wieder nach Bad Oldesloe zurückzukommen. „Hier ist es viel familiärer. Man hat einen direkten Bezug zu den Leuten.“

Der Foodtruck „Des Teufels fette Beute“ ist die praktische Umsetzung von Jacqueline Dietzs Bachelorarbeit: „Es ging darum, wie man Menschen dazu bringen kann, sich gut zu ernähren.“ Steffi Dietz: „Im ersten Winter wurde der Wagen umgebaut.“ Der einstige schlicht- weiße Bäckerwagen wurde „komplett entkernt, umlackiert, es kamen neue Arbeitsplatten hinein“, erzählt Stefanie Dietz.

Der Foodtruck „Des Teufels fette Beute“ hatte nach Berliner Events an der Uni seinen ersten Oldesloe-Einsatz beim Klangstadt-Festival 2015 am Poggensee. Das Debüt in der Innenstadt war beim Offenen Sonntag im Frühjahr dieses Jahres. Es folgten Einsätze beim Stadtfest und der KuB-Eröffnung sowie auf Festen und Events in der Umgebung. Hinzu kamen Catering-Aufträge.

„Kartoffelpuffer sind noch das Schnellste im Programm“, verrät Steffi Dietz. „Alles soll so handwerklich wie möglich sein“, ergänzt Schwester Jacqueline: „Das nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Pommes werden beispielsweise von Hand ausgestanzt, Apfelmus von eigener Ernte selbst eingemacht, Käsespätzle handgeschabt, Falafel statt aus Kichererbsen mit hiesigen Linsen gefertigt, und das Fleisch der Burger stammt von Hochlandrindern aus Wolkenwehe.

„Die meisten Gerichte sind vegetarisch“, erläutern die Schwestern. Und das liegt vor allem an den hohen Preisen für hochwertiges Fleisch. Am kommenden Sonntag in Bad Oldesloe wollen sie im Foodtruck Knusper. Kürbisse und heißen Hirtenkäse anbieten. Alles wird wie immer frisch zubereitet. Und da nichts übrig bleiben und nichts weggeworfen werden soll, kann es auch mal passieren, dass ein Gericht ausverkauft ist. „Das erfordert ein Umdenken, wir müssen viel erklären, nicht jeder hat Verständnis dafür“, haben sie bereits festgestellt.

Die Schwestern bekommen für ihre gesunde Küche „viel positives Feedback“. Steffi Dietz: „Es macht extrem viel Spaß.“ Auch, wenn der Kocheinsatz schon mal zu einer „in jeder Hinsicht prägenden Erfahrung“ werden kann. Als nämlich ein Veranstalter ein dreitägiges Catering für je 60 Leute buchte, jedoch jeweils 180 kamen. „Ein Hardcore-Einsatz“, erinnert sich Stefanie Dietz. Um alle satt zu bekommen, waren sie so beschäftigt, dass sie täglich nur zwei bis drei Stunden Schlaf bekamen. Denn Fertigprodukte vom Großhändler kommen für sie nicht in Frage.

Kochen liegt bei den Schwestern im Blut. Beide wollten etwas in Richtung gesundes Essen machen. Auch wenn sie aus ganz anderen Berufen kommen. Stefanie Dietz arbeitet im Projektmanagement für Webanalyse-Beratung, Jacqueline ist Kommunikationsdesignerin. Die Idee für den nebenberuflichen Schritt in die Gastronomie mit Streetfood entstand dann vor drei Jahren im Spanien-Urlaub. Zuerst wurde in Richtung Bistro nachgedacht, dann das Foodtruck-Projekt verwirklicht.

• Weitere Infos unter www.des-teufels-fette-beute.de oder auf der gleichnamigen Facebook-Seite.

Susanna Fofana

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz musste vor kurzem die Freiwillige Feuerwehr Oststeinbek ausrücken. Die Aktiven befreiten einen Greifvogel, der in einem großem Baum „steckengeblieben“ war.

31.10.2016

Tolle Überraschungen warteten gestern nach den Ferien auf die Mädchen und Jungen der Oldesloer Stadtschule.

31.10.2016

Neue Marketing-Kampagne: 118 Bad Oldesloer zeigen Flagge für ihre Einkaufsstadt.

31.10.2016
Anzeige