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Stormarn Aus drei mach eins: Steinburg feiert seinen 40. Geburtstag
Lokales Stormarn Aus drei mach eins: Steinburg feiert seinen 40. Geburtstag
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22:43 02.01.2018
Steinburgs Bürgermeisterin Heidi Hack holt die Marzipan-Medaillons in der Postannahmestelle bei Blumen Brüggmann in Eichede ab. Quelle: Foto: Von Dahlen

Das Jubiläum geht auf die große Gebietsreform im Jahre 1978 zurück. Wie anderenorts in Schleswig-Holstein schlossen sich auch die drei bis dato eigenständigen Gemeinden Eichede, Mollhagen und Sprenge zu einer Familie zusammen. Zum ersten Bürgermeister der nach der Flurbezeichnung „Steinburg“ benannten Gemeinde wurde im April 1978 Ewald Kruse gewählt. „Auch die Todendorfer waren damals im Gespräch für eine Fusion. Sie wollten aber selbständig bleiben und haben sich dann auch dem Amtsbereich Bargteheide-Land angeschlossen“, erzählt Heidi Hack.

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Die kleine im Jahr 1757 geweihte Fachwerkkirche auf dem Dorfanger von Eichede.

Wie sie berichtet, spielte Geld als Lockmittel für die Vermählung eine große Rolle. Schließlich stellte das Land damals 150 Mark pro Einwohner in Aussicht, wenn sich Orte zu größeren Verwaltungseinheiten zusammenschließen. Und so mochte auch das Dreiergespann im Süden Stormarns nicht auf die erkleckliche „Kopfprämie“ verzichten.

„Eine Ersparnis, so wie es einmal gedacht war, hat die Fusion wirklich nicht gebracht“, zieht Heidi Hack Bilanz. Nach wie vor hätten die Ortsteile ihre relative Eigenständigkeit behalten. In allen dreien gebe es Freiwillige Feuerwehren, die gleich behandelt würden. Über die Jahre hinweg sei aber eine gute Kooperation entstanden, so dass sich die drei Ortswehren in Bezug auf ihre technische Ausstattung perfekt ergänzten. In Sprenge etwa, das näher zur B 404 und zur Autobahn liege, sei ein Schneid- und Spreizgerät für die Rettung bei Unfällen vorhanden. Und während es in Mollhagen eine Einpersonen-Haspel (großer Schlauchwagen) gebe, um längere Distanzen zum Hydranten oder Löschteich zu überbrücken, verfügten die Brandschützer in Eichede über einen Wassertank in ihrem Löschfahrzeug.

„Man muss schon weitsichtiger denken. Im Endeffekt haben wir jetzt ein breiteres Spektrum an Technik, die letztlich allen zugute kommt“, sagt Heidi Hack. Eine regelrechte Erfolgsgeschichte der kommunalen Zusammenarbeit sei auch die Jugendwehr, der sich Kinder aus allen drei Ortsteilen begeistert anschlössen. „Das ist nicht zuletzt Torben Hansen zu verdanken, der mit viel Elan dabei ist“, lobt die Bürgermeisterin.

Auch ihrem äußeren Erscheinungsbild nach sind die drei „Geschwister“ verschieden gestrickt. Eichede mit seinem schmucken Anger im Dorfkern wird maßgeblich von den Aktivitäten der vitalen Kirchengemeinde bestimmt. Wichtig seien auch die Postannahmestelle im Ort sowie einige Dienstleister.

Einen optischen Mittelpunkt gibt es in Mollhagen nicht, dafür hat dieser Ortsteil eine noch wichtigere Funktion für die Nahversorgung der Gemeinde. Außer dem Frischemarkt gibt es Bankfilialen, einen Arzt, Gaststätten, zwei Tankstellen sowie viele kleinere Gewerbebetriebe. Zudem verfügt Mollhagen über ein „geistiges“ Zentrum: die Grundschule, die schon 1973, also fünf Jahre vor der Gemeindegebietsreform, gegründet wurde und eine der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen und Treffpunkte im Ort ist.

Im Straßendorf Sprenge tobt dagegen das pure Landleben. Laut Bürgermeisterin Heidi Hack beackern sage und schreibe zwölf Landwirte die umliegenden Felder oder betreiben Viehzucht. Hinzu kommen noch einige Bauern im Nebenerwerb. Und vielleicht sorgt das gute Nahrungsangebot auch dafür, dass sich alljährlich Störche im Ort einnisten, ebenso übrigens wie in Mollhagen.

Vielfalt, die sich ergänzt, betrifft auch den Sport. „Das funktioniert insgesamt sehr gut“, erzählt die Bürgermeisterin. Der TSV Mollhagen habe sich auf den Breitensport konzentriert. Fußball wiederum sei die Domäne des SV Eichede. Die Mannschaft sei dieses Jahr erstmals ins Landespokalfinale und in die erste Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs eingezogen. Nicht zu verachten seien auch die Erfolge, die die Schützen aus Sprenge in der zurückliegenden Saison erzielt hätten.

Alle Akteure aus den Ortsteilen mischen übrigens mit beim großen Geburtstagsfest am 2. Juni. (siehe Kasten)

So wird gefeiert

Gefeiert wird der Zusammenschluss am 2. Juni von 11 bis 18 Uhr in der Grundschule Mollhagen. Seit etwa einem Jahr befasst sich ein Komitee mit der Organisation des Festes, an dem sich sämtliche Vereine und Akteure der Gemeinde beteiligen.

Das Bühnenprogramm gestalten unter anderem die Band „Rock around the Church“, der Schulchor „Molly-Kids“, der Musikzug Eichede und viele Soloartisten. Außerdem wird es eine Tombola geben und viele lukullische Angebote.

 Dorothea von Dahlen

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