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Ausbildung für Flüchtlinge erleichtert

Bad Oldesloe Ausbildung für Flüchtlinge erleichtert

SPD-Bundestagstagsabgeordneter Franz Thönnes stellte in Bad Oldesloe Eckpfeiler des Integrationsgesetzes vor.

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Christina Gütte (Berufliche Schule), Doris Ziethen-Rennholz, Dr. Heike Grote-Seifert, Vira Bushanska und Franz Thönnes (SPD) (v.l.).

Quelle: dvd

Bad Oldesloe. Flüchtlingen, die gute Chancen auf ein Bleiberecht in Deutschland haben, soll der Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtert werden. Wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes gestern bei einem Besuch der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe mitteilte, sehe das neue Integrationsgesetz vor, Schutzsuchende gezielt für die berufliche Qualifikation zu fördern und ihnen auch mehr Sicherheit zu bieten.

„Mit 3,6 Prozent haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote seit Erfassung der Zahlen auf Kreisebene im Jahr 1997“, informierte Agentur-Geschäftsführerin Dr. Heike Grote-Seifert. Dies seien optimale Voraussetzungen, um Flüchtlinge in die Erwerbswelt zu integrieren. Der Spracherwerb sei indes eine sehr wichtige Bedingung, um eine Ausbildung zu beginnen. Zum Glück zeigten viele Ehrenamtler eine große Kooperationsbereitschaft und erleichterten mit Sprachkursen die Eingliederung. „Und die Teilnehmer in den DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) wollen arbeiten, sich einbringen. Sie sind voller Wissens- und Tatendrang“, lobte Heike Grote-Seifert.

Nach Angaben der Behörde hält die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region an. Hinzu komme, dass im Zuge des demografischen Wandels viele ältere Arbeitnehmer ausscheiden, fügte Thönnes hinzu. So erhöhe sich die Chance für Flüchtlinge, auf einen beruflichen Einstieg. Wichtig sei aber, ihnen klar zu machen, dass eine Berufsausbildung die beste Voraussetzung für ein Leben in Wohlstand sei. „Wir müssen ihnen erklären: ’Lass Dich nicht durch den schnellen Euro blenden’“, sagte der SPD-Politiker. „Einen Hilfsarbeiterjob zu ergreifen, ist zu kurz gedacht. Bei der nächsten Krise sind sie Manövriermasse, die als erste ihre Stelle verlieren.“ Es gelte, stärker für die duale Berufsausbildung zu werben, die eine Verzahnung von Schule und Praxis darstelle.

Zu den Erleichterungen, von denen Thönnes sprach, gehört beispielsweise, dass anerkannte Flüchtlinge neuerdings auch eine Ausbildungsbeihilfe beziehen können sowie eine assistierte Ausbildung, wenn sie besonders förderbedürftig sind. Zudem soll ihnen das Bleiberecht für die Dauer der Ausbildung von drei Jahren garantiert werden sowie für zwei weitere Jahre, womit die Interessen der Arbeitgeber berücksichtigt werden sollen, die sich der Ausbildung gewidmet haben. Diese Angebote seien aber daran geknüpft, dass die Flüchtlinge am Wohnort bleiben, der ihnen zugewiesen wurde. „Wir wollen damit eine Konzentrierung an bestimmten Orten vermeiden und verfahren damit ähnlich wie damals bei den Spätaussiedlern“, sagte Thönnes.

Sprachkompetenz bleibt aber Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche berufliche Karriere. Damit Auszubildende nicht an den Anforderungen in ihrem Fachgebiet scheitern, soll es Anpassungskurse geben. „Wir wollen Deutschunterricht einführen mit engem Bezug zum beruflichen Kontext“, erklärte Doris Ziethen-Rennholz, Leiterin des Jobcenters in Bad Oldesloe. Parallel dazu solle es Veranstaltungen zur Berufsorientierung geben.

Nicht zuletzt sollen Flüchtlinge nach ihrem zweijährigen DaZ-Unterricht an der Berufsschule die Möglichkeit bekommen, ein Praktikum zu absolvieren. Dazu werden Unternehmer gesucht, die sie in ihrem Betrieb beschäftigen.

Ukrainerin zu Gast

Begleitet wurde Franz Thönnes von Vira Bushanska. Die Ukrainerin gehört zu den rund 120 Studenten, die ein internationales Parlamentsstipendium bekommen haben. Sie hospitiert drei Monate im Bundestagsbüro von Thönnes, „der Werkstätte für Demokratie“, und informierte sich gestern bei einer Stormarnrundtour, wie die Politik auf Wahlkreisebene funktioniert. Dazu gehörte auch der Besuch in einer DaZ- Klasse an der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe.

dvd

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