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Stormarn Betriebe suchen weiterhin nach Azubis
Lokales Stormarn Betriebe suchen weiterhin nach Azubis
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15:37 01.11.2018
Samantha Sonnenschein hat im vergangenen Jahr eine Lehre im Oldesloer Autohaus Blohm begonnen. Quelle: ST
Bad Oldesloe

 „Der Ausbildungsmarkt in unserer Region bleibt ein Bewerbermarkt. Die Unternehmen bieten den jungen Menschen ein großes und breites Ausbildungsangebot, das ihnen in der Mehrzahl gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz bietet. Leider nimmt die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen zu. Dabei bietet die duale Ausbildung ein erstklassiges Sprungbrett für die persönliche Karriere“, betonte Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, als sie eine Bilanz für das Ausbildungsjahr 2017/2018 in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg zog.

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses, denen Vertreter der Arbeitsagentur, der Handwerkerschaft, der Beruflichen Schulen, der Industrie- und Handelskammer sowie von Bildungszentren angehören, diskutierten in Bad Oldesloe die aktuelle Situation. Und das Fazit lautete: Es gebe weiterhin ein großes Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen, weil sich die Unternehmen unverändert stark in der Ausbildung engagierten. Die Zahl nicht besetzter Ausbildungsstellen sei aber dennoch im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

Vertreter der Arbeitsagentur, der Beruflichen Schulen, der IHK und des Handwerks zogen eine aktuelle Bilanz. Quelle: M. Thormählen

Studium ist eher angesagt

Bei der Arbeitsagentur wurden für den Ausbildungsbeginn 2018 im Kreis Stormarn 1476 Ausbildungsstellen gemeldet (acht weniger als im Vorjahr) und im Kreis Herzogtum Lauenburg 1030 (22 mehr als im Vorjahr). Davon sind in Stormarn zurzeit 111 noch nicht besetzt (plus 42 zum Vorjahr), während im Herzogtum Lauenburg noch 109 Ausbildungsplätze vakant sind (plus 35 zum Vorjahr). Betriebe konnten dabei in Stormarn aus 1152 Bewerbern auswählen, in Lauenburg gab es 1222.

Als Grund für das zu geringe Interesse, mit einer Ausbildung in das Berufsleben zu starten, nannte die Agenturchefin den Wunsch junger Leute, eine weiterführende Schule zu besuchen, um anschließend ein Studium zu beginnen: „Die Chancen, im Handwerk Karriere zu machen, sind aber so gut wie seit langem nicht.“ Heike Grote-Seifert wies darauf, dass nach einer Lehrzeit die Weiterbildung als Techniker oder Meister möglich sei. Zu einem drängenden Problem werde für viele Betriebe auch die Nachfolgeregelung, weil die Inhaber die Altersgrenze erreichten.

Christian Maack, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, betonte, mittlerweile würden an Hochschulen und Universitäten viele Informationen für Studenten gegeben, die doch lieber in einen Beruf gingen: „Diese Abbrecher werden dann von uns aufgefangen.“ Positiv habe sich die Zahl von Geflüchteten entwickelt, die eine Ausbildung im Handwerk begonnen haben.

Marcus Krause, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stormarn, erklärte, die Ausbildungsbereitschaft der Innungsbetriebe befinde sich unverändert auf einem hohen Niveau: „Die Zahl der Ausbildungsplätze mit einem Zuwachs von zwölf Prozent im vergangenen Jahr konnte 2018 gehalten werden.“ Insgesamt seien in diesem Jahr 460 Ausbildungsverträge geschlossen worden: „Aber es stehen unverändert in allen Ausbildungsberufen noch offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu Verfügung." Eine vergleichbare Bilanz legte Marion Fuchs für die Kreishandwerkerschaft Herzogtum Lauenburg vor. In den vergangenen Monaten seien 413 neue Lehrverträge unterzeichnet worden, knapp acht Prozent mehr als im Jahr 2017.

Möglichst frühzeitig melden

„Für die Jugendlichen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, gehen unsere Vermittlungsbemühungen oder die Suche nach passenden Alternativen selbstverständlich weiter. Leider mussten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass es doch immer noch Jugendliche gibt, die sich erst sehr spät auf die Ausbildungssuche begeben und bei uns melden“, sagte die Chefin der Arbeitsagentur.

Noch Chancen

Die meisten offenen Lehrstellen gibt es aktuell bei den Fachverkäufern in Bäckereien, Köchen, Restaurantfachleuten, Friseuren, Elektronikern in der Energie- und Gebäudetechnik, Fachkräften Lagerlogistik und Maurern. Ausbildungsangebote in der Region bestehen außerdem zur Fachkraft Schutz und Sicherheit, Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Gärtner, Elektroniker in der Energie- und Gebäudetechnik sowie Friseure, Metallbauer und Anlagenmechaniker.

M. Thormählen

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