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Ausverkauf: Die Oldesloer Bücherfrau will aufhören

Bad Oldesloe Ausverkauf: Die Oldesloer Bücherfrau will aufhören

Mit einem Flohmarkt für VHS-Theaterprojekte startete Luise Vollmer ihr soziales Engagement.

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Seit 16 Jahren verkauft Luise Vollmer Bücher für den guten Zweck. Im Herbst geht die 78-Jährige in den Ruhestand.

Quelle: Fofana

Bad Oldesloe. Bei Wind und Wetter gehört Oldesloes Bücherfrau Luise Vollmer (78) seit dem Jahr 2000 an den Markttagen zum Stadtbild. In diesem Herbst, wenn das Wetter ungemütlich wird, soll Schluss sein mit dem Flohmarkt für soziale Projekte. Bis dahin möchte sie noch rund 6000 Bücher an den Leser oder die Leserin bringen. Neue Bücher kauft sie jedoch nicht mehr an. „Die werde ich nicht los bis September“, ist ihre Befürchtung.

Mit dem Flohmarkterlös hat Luise Vollmer („Luise, wie die Königin“) viele soziale Projekte in der Stadt unterstützt. Für dieses Engagement wurde sie auf dem Neujahrsempfang 2015 als erste Oldesloerin nach einer Pause von 27 Jahren mit dem silbernen Ehrenschlüssel der Stadt Bad Oldesloe ausgezeichnet.

Zuerst stand die Bücherfrau mit ihren gut sortierten Kisten von Kinderbuch bis Kunstband an der Brücke zum Trave-Parkplatz. Seit einigen Jahren steht sie mittwochs und sonnabends in der Mühlenstraße/Ecke Hindenburgstraße. Um die Theaterstücke der Kurse zu finanzieren, die sie an der Volkshochschule leitete, fing sie einst mit dem Bücherverkauf an. Mit Erfolg. In zehn Jahren konnte sie zwölf Stücke auf die Bühne bringen. Im Anschluss sammelte sie für die Kurpark AG und unterstützte so den Bau der Freilichtbühne.

Badomat (Bad Oldesloe macht Theater), Efa (Essen für Alle), Mehrgenerationenhaus Oase und Musikschule profitierten im Anschluss von ihrem Einsatz. An die 4000 Euro schüttete Vollmer alljährlich an diese vier Projekte aus. „Ich liebe Bücher, lese viel und habe Spaß daran“, nennt sie ihre zusätzliche Motivation. Es vergeht wohl kein Tag, an dem sie nicht selbst in einem Buch schmökert. „Der Schatten des Windes“, „Zu Zweit ist man weniger allein“ und „Tom, der Streuner“ sind einige der Titel, die ihr besonders gut gefallen haben.

„In meinem Leben habe ich alles gemacht, was ich gern wollte“, erzählt sie. Am liebsten wäre sie Schauspielerin geworden. „Ich habe schon immer Gedichte aufgesagt und Theater gespielt“, so Vollmer.

Ihre Großmutter war Bänkel-, ihre Mutter Opernsängerin. Doch die Theaterspielerei blieb für sie Hobby — auch wenn sie sich mit Kursen in Theaterpädagogik weiterbildete und vor der Oldesloer VHS-Zeit schon an den Schulen ihrer Kinder Theaterprojekte leitete. Den zweiten Berufswunsch Buchhändlerin erfüllte sie sich als Oldesloer Bücherfrau. Nur Lehrer fiel ganz aus der Wahl heraus, da sie nach dem Abi keine Schule mehr von innen sehen wollte. Diesen Beruf übte dagegen ihr Mann Reinhard aus, der sie bei ihrem sozialen Engagement kräftig unterstützt. Auch eine Tochter wurde Lehrerin und Schulleiterin, die andere leitet eine eigene Tanzschule.

Luise Vollmer studierte statt eines kreativen Berufes zunächst Jura. Doch das Studium brach sie ab, arbeitete dann in der Verwaltung einer Universität. Als ihr Chef, Prof. Hans-Peter Bull, nach Kiel ging, ließ sie sich für drei Jahre dazu überreden, mitzugehen. „Das war anstrengend“, sagt sie im Nachhinein.

Die Oldesloer Bücherfrau hätte nichts dagegen, wenn sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für das soziale Engagement finden würde. Die dann noch übrigen Bücher werde sie gern dafür zur Verfügung stellen. Derzeit lagern noch etwa 150 Bücherkisten bei ihr zu Hause und in der Nachbargarage.

Kunden und Kuriositäten

Im Laufe der Jahre hat Luise Vollmer viele nette Stammkunden gefunden. Manche Passanten hätten jedoch auch ganz merkwürdige Dinge gefragt, berichtet die 78-Jährige. Zum Beispiel, ob ich alle Bücher gelesen habe. „Ja, sehe ich denn aus wie 400 Jahre?“, antwortet sie dann. Auch auf die Frage, ob das denn alles ihre Bücher seien, kann sie sich die Antwort, dass sie sie schließlich nicht gestohlen habe, nicht verkneifen.

Von Susanna Fofana

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