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Stormarn Auto eingemottet: Jetzt geht‘s aufs Rad
Lokales Stormarn Auto eingemottet: Jetzt geht‘s aufs Rad
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21:16 10.09.2013
Das Rad ist startklar, und das Auto wird von Gerda Brodner und Uwe Loeck für die nächsten Wochen säuberlich eingepackt. Quelle: Foto: M Thormählen

Die Limousine verschwindet unter einer dunklen Plane, und die Reifen des Fahrrads sind tüchtig aufgepumpt: Bis zum 29. September will Uwe Loeck in seiner Freizeit auf die Nutzung eines Autos völlig verzichten und stattdessen alle Fahrten in Bad Oldesloe mit einem Zweirad zurücklegen. Er beteiligt sich damit an der bundesweit organisierten Stadtradeln-Aktion.

„Ich bin froh, dass wir mit Uwe Loeck zumindest einen Stadtradler-Star haben“, betont Gerda Brodner, die für die Kreisstadt das Vorhaben organisiert. Voraussetzung sei, für die Dauer von drei Wochen auf die Nutzung eines Autos zu verzichten und nach Möglichkeit alle Touren innerhalb des Wohnortes mit einem Zweirad zu absolvieren. Übrigens: Gerda Brodner konnte sich nicht um diesen Titel bemühen:

„Ich habe nämlich gar keinAuto und bin ohnehin nur mit meinem Fahrrad unterwegs.“

Uwe Loeck, das als Mitglied der Freien Bürger auch der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung angehört, will in den nächsten Wochen das Stadtradel-Prinzip konsequent umsetzen. „Es geht vor allem darum, das Bewusstsein zu schärfen und sich dabei im Klaren zu sein, dass vor allem für Kurzstrecken gar kein Auto gebraucht wird“, erläutert Gerda Brodner.

Oldesloes Stadtradler-Star geht davon aus, dass er bis zu 250 Kilometer innerhalb einer Woche mit seinem Rad zusätzlich abstrampeln will: „Das kann durchaus beschwerlich sein. Ich muss beispielsweise auch den täglichen Einkauf regeln. Jetzt mal schnell mit dem Auto zum Supermarkt fahren und den Kofferraum vollladen, geht nicht mehr.“ Auch in der Freizeit wird der Wagen nicht mehr angerührt, und die Fahrt zum wöchentlichen Tanzabend muss ebenfalls per Rad bewältigt werden.

Für Uwe Loeck ist der Verzicht auf die Pkw-Nutzung allerdings nicht gänzlich ungewohnt. Von 2007 bis 2010 hatte auch er kein Auto: „Das war nicht ganz einfach. Aber man kann das regeln — vor allem, wenn man in einer Stadt mit einem funktionierenden öffentlichen Nahverkehr lebt.“

Rund 700 Kilometer könnte der Stadtradler-Star bis zum 29. September seinem persönlichen Konto gutschreiben und damit einen wesentlichen Beitrag zugunsten der Gesamtbilanz leisten. Dieses Mal wollen die Oldesloer nämlich mit ihren Rädern die Erde zweimal umrunden und dafür mehr als 80 000 Kilometer zurücklegen. Organisatorin Gerda Brodner ist durchaus optimistisch: Bereits 13 Teams und Einzelfahrer haben ihre Teilnahme signalisiert — immerhin rund 120 Aktive. Dazu kommen noch die Kinder und Jugendlichen der Schulen, die mit ihren Touren die Statistik sicherlich noch gewaltig aufwerten können. „Wir wollen uns noch steigern, und weitere Teilnehmer sind willkommen“, sagt Gerda Brodner. Seit dem 9. bis zum 29. September zählt jeder auf dem Fahrrad zurückgelegte Kilometer — egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder beim Wochenendausflug.

Das Klima-Bündnis hat erneut deutschlandweit Städte und Gemeinden zur Aktion Stadtradeln aufgerufen. Gesucht werden die fahrradaktivsten Städte und vor allem die Stadt mit den meisten geradelten Kilometern in einem Zeitraum von 21 Tagen. Ziel ist es, das Umweltbewusstsein zu wecken, den Radverkehr voranzubringen und viele Bürger von den großen Vorteilen des Radfahrens im Alltag zu überzeugen.

• Weitere Infos unter www.Stadtradeln.de oder www.badoldesloe.de.

Der ADFC startet heute die erste Tour
Die Ortsgruppe Bad Oldesloe im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) veranstaltet heute, 11. September, eine Feierabendtour zum Stadtradeln. Start ist 18 Uhr vom Bahnhof. Die Tour führte über Grabau, Sülfeld, Sülfelder-Tannen, Neritz und Blumendorf und hat eine Länge von 24 Kilometern. Sie wird mit Tempo zwölf bis 15 gefahren und ist auch tauglich für Anhänger und Liegeräder.

Die Teilnehmer wollen zweieinhalb Stunden unterwegs sein. Die zurückgelegten Kilometer sollen einem Team beim Stadtradeln, zum Beispiel dem ADFC-OD gemeldet werden. Es kann auch ein neues Teams gegründet werden. Die Tourenleiter halten Erfassungsbögen für die zurückgelegten Kilometer bereit. Infos unter www.adfc-od.de.

Michael Thormählen

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