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Autobahn 1: Bausand aus Meddewade für den Lärmschutz?

Meddewade/Rethwisch Autobahn 1: Bausand aus Meddewade für den Lärmschutz?

Mit der Insolvenz des Autobahnbauers Betam haben drei Stormarner Bauern ein 180 000 Kubikmeter großes Problem geerbt: den Sand aus der grundhaften Erneuerung der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe. Doch die Erdhügel könnten neue Verwendung finden: Als Lärmschutzwall am Wasserschutzgebiet Willinghusen.

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Früher hat Albert Stapelfeldt hier Mais, Raps, Weizen und Gerste angebaut. So soll es wieder werden. „Mein Land muss in Kultur“, sagt er.

Meddewade. Ihre Maschinen und Werkzeuge haben die Bochumer Autobahnbauer noch mitgenommen. „Es kann aber nicht angehen, dass wir auf dem Rest sitzenbleiben“, sagt der Rethwischer Landwirt Albert Stapelfeldt.

Eine „Karpatenlandschaft“ nennt er seine 25 000 Hektar auf der südöstlichen Seite der Autobahn zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe. Doch jetzt schöpft er neue Hoffnung.

Ein Teil der Erdmassen könnte nach einer Idee aus dem Landesbetrieb für Straßenbau als Lärmschutzwall am Wasserschutzgebiet Willinghusen knapp 40 Kilometer südlich in Barsbüttel verwendet werden. Die Behörde hatte mit den Pachtverträgen für die Betonbrech- und Lagerplätze entlang der Autobahn nichts zu tun. „Das ist ein Problem des Kreises Stormarn“, sagt die stellvertretende Leiterin Britta Lüth. Dennoch wolle man den Bauern entgegenkommen. Allerdings müsse der Sand in Nordstormarn tatsächlich beste Qualität aufweisen. Schließlich handele es sich um ein Wasserschutzgebiet in Willinghusen. Da dürfe er Dinge wie Eisen oder Nitrat gewiss nicht enthalten. Standfest müsse er sein und viele andere Kriterien erfüllen.

Woher der Boden stammt, vermag niemand mehr so recht zu sagen. Landwirt Stapelfeldt vermutet von den Rändern der Autobahn. Stormarns Bauamtsleiter Klaus Kucinski jedenfalls zeigt sich überzeugt von der Güte der Sandhaufen. „Der Kreis hat selbst Bodenproben entnommen. Das sieht gut aus.“ Allerdings weiß Kucinski um die sensiblen Qualitätsansprüche. Schon saurer Regen könnte ausreichen, um die Erde herabzustufen.

Jetzt gehe es darum, wie mit den umfunktionierten Äckern weiter umzugehen ist. Die Landschaft müsse möglichst in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Das könnte gelingen. Denn die Bauern wie die Behördenvertreter verkünden einhellig, um eine einvernehmliche Lösung bemüht zu sein. Zwar soll der Kreis Stormarn bereits über eine vom Betam-Insolvenzverwalter freigegebene Bürgschaft verfügen.

Von dem Geld könnte die Erde gewissermaßen umgeschaufelt werden. Aber es werde, so Bauamtsleiter Kucinski, voraussichtlich nicht reichen. Anfang März nun kommen Vertreter der Landesregierung nach Bad Oldesloe, um sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen. Stormarns Landrat Klaus Plöger wird das Gespräch voraussichtlich moderieren. Den Landrat hält Landwirt Stapelfeldt für die treibende Kraft hinter dem Treffen. „Der hat sich sehr für uns eingesetzt.“

Allerdings dürfte nach dem Einbau in den Lärmschutzwall von Willinghusen immer noch reichlich Sand übrig bleiben. Und weitere solcher Lärmschutzmaßnahmen seien zurzeit nicht geplant, sagt Britta Lüth von der Landesbehörde. Die seien auch nur sehr langwierig umzusetzen, schon wegen der Planfeststellungsverfahren und der Bebauungspläne.

Nie endende Baustelle

In diesem Jahr wird weiter gebuddelt auf der A 1. Zwischen Bad Schwartau und Sereetz wird die Fahrbahn bis 2019 in beide Richtungen grundlegend saniert. 68 Millionen Euro wird das Vorhaben verschlingen. Es wird Flüsterbeton eingebaut. Viele Lärmschutzwände werden ersetzt sowie erhöht. Außerdem müssen 13 Brücken erneuert, drei davon sogar komplett ersetzt werden. Im Süden ist der Lübecker Teil der A 20 dran.

Uwe Krog

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