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Stormarn Drei Tote auf der A 1: Prozess beginnt
Lokales Stormarn Drei Tote auf der A 1: Prozess beginnt
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18:40 14.01.2019
Ein Feuerwehrmann arbeitet mit einer hydraulischen Rettungsschere an dem Skoda Roomster, in dem drei Menschen tödlich verunglückten. Quelle: jeb
Bad Oldesloe

Fast genau ein Jahr ist es her, dass ein 25-jähriger Hamburger auf der A 1 einen folgenschweren Unfall verursacht haben soll, bei dem drei Menschen starben. Der Fahrer muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung vor dem Schöffengericht Ahrensburg verantworten. Beginn des Prozesses ist am Donnerstag um 9 Uhr. Das Gericht hat zwei Verhandlungstage anberaumt und bislang zehn Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

Bei dem Crash mehrerer Fahrzeuge zwischen Hamburg und Lübeck waren drei Männer aus Wismar ums Leben gekommen, ein weiterer Mann aus Rostock wurde schwer verletzt. Dem Hamburger Fahrer des unfallverursachenden VW Golf wird vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in drei Fällen vorgeworfen, teilte die Lübecker Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst bereits im September mit, als offiziell Anklage erhoben wurde.

Dem Angeklagten droht längere Haftstrafe

Fast ein Jahr vor diesem Horrorcrash hatte es einen ähnlichen Unfall auf der A 1 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld gegeben, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Auch bei diesem Unfall war ein Auto mit höchstem Tempo in ein auf der Fahrbahn stehendes Auto gekracht, hatte die beiden Männer erfasst, die ums Leben kamen.

Der 43-jährige Fahrer aus Winsen/Luhe war ebenfalls alkoholisiert (2,3 Promille), beging Fahrerflucht und kam ins Gefängnis. Er wurde im Oktober schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Fahrerlaubnis wurde eingezogen und darf nicht vor einer Frist von drei Jahren wieder erteilt werden. Zudem musste der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen.

In der vergangenen Woche war ein Lkw-Fahrer, der auch im Januar 2018 einen tödlichen Unfall verursacht hatte, mit einer Geldstrafe davongekommen. Der Auflieger seines Sattelzuges hatte sich auf der B 404 bei Todendorf gelöst und war in ein entgegenkommendes Auto gekracht. Zwei Menschen starben. Der 36-jährige Lkw-Fahrer wurde vom Schöffengericht Ahrensburg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 5250 Euro verurteilt.

Ihm werde zur Last gelegt, in den frühen Morgenstunden des 28. Januar erheblich alkoholisiert auf der A 1 unterwegs gewesen zu sein und bei Lasbek infolge seiner „alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit“ auf einen Skoda Roomster aus Wismar aufgefahren zu sein. Dadurch kam das Auto von der A 1 ab, soll gegen Bäume und dann zurück auf die Fahrbahn geschleudert worden sein. Gegen den quer auf dem mittleren Fahrstreifen zum Liegen gekommenen Pkw soll dann ein weiterer Wagen aufgefahren sein. Die drei Insassen im Skoda, zwei 40-Jährige und ein 28-Jähriger aus Wismar, starben noch an der Unfallstelle.

Zwei von ihnen waren bei der Stadtverwaltung Wismar beschäftigt, wo anschließend große Trauer und Betroffenheit herrschte. Sie arbeiteten als technische Mitarbeiter im Theater und waren an dem Unglücksabend mit einem befreundeten Mann privat unterwegs.

Trümmerteile waren weit verteilt

Der Unfall hatte sich gegen 0.25 Uhr nur wenige hundert Meter hinter dem Autobahnkreuz Bargteheide in Richtung Lübeck ereignet. Den Rettern bot sich an der Unfallstelle ein Bild des Grauens. Über 300 Meter lagen die Trümmerteile von insgesamt vier beteiligten Fahrzeugen verteilt, darunter ein Motorblock, der aus einem der Fahrzeuge gerissen war.

Im Polizeibericht hieß es damals: „Zeugenaussagen zufolge überfuhr der Mann dabei bereits vor dem eigentlichen Unfall wiederholt unkontrolliert die Fahrbahnbegrenzung zum rechten Fahrstreifen. Dort fahrende Fahrzeuge mussten auf den Seitenstreifen ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden. Zur Unfallzeit kollidierte der Hamburger bei einem solchen ,Manöver‘ dann mit dem rechts neben ihm fahrenden Skoda Roomster.“

An den Spuren auf und neben der Autobahn war zu erkennen, dass der Skoda zunächst auf den Grünstreifen neben der Autobahn geriet, dann offenbar abhob und den Knick rasierte und später wieder auf der Fahrbahn landete.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach sich damals angesichts dieses Unfalls dafür aus, einen längeren Führerscheinentzug für Alkoholsünder zu prüfen. Ein generelles Alkoholverbot für Fahrer lehnt er dagegen ab.

mc

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