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Stormarn Autohaus Russmeyer meldet Insolvenz an: 80 Jobs gefährdet
Lokales Stormarn Autohaus Russmeyer meldet Insolvenz an: 80 Jobs gefährdet
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23:16 01.11.2013
Russmeyer in Trittau hat Insolvenz angemeldet — für alle drei Standorte. Quelle: Fotos: Albrod, Hoffmann/Amtsarchiv Trittau (hfr)
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Trittau

Das Autohaus Russmeyer, das den Brüdern Heiner und Wolf Russmeyer gemeinsam gehört, hat Anfang Oktober bei den zuständigen Gerichten in Reinbek und Schwarzenbek Insolvenz für alle drei Standorte angemeldet. In Trittau, Bargteheide und Schwarzenbek sind insgesamt 80 Arbeitsplätze in Gefahr.

Das bestätigte Insolvenzverwalter Dr. Steffen Koch aus Hamburg, den beide Gerichte mit dem Insolvenzverfahren beauftragt haben. Russmeyer-Geschäftsführer Matthias Arens kann sich zu den Vorgängen nicht äußern und verweist auf den Insolvenzverwalter. „Bis 1. Dezember läuft der Betrieb vorerst weiter“, erklärt Koch. Ziel sei es, für die 36 Mitarbeiter in Trittau und die je 22 Betroffenen in Bargteheide und Schwarzenbek eine Lösung zu finden. „Zum 1. Dezember ist die Insolvenzeröffnung geplant.“ Grund für die Insolvenz seien wohl Umsatz- und Absatzprobleme gewesen.

„Eine Lösung könnte so aussehen, dass die drei Standorte separat behandelt werden“, so Koch weiter. „Wir wollen eine Lösung für die Arbeitnehmer suchen und führen bereits Gespräche. Es gibt schon für alle drei Standorte Interessenten. Wir wollen möglichst alle Arbeitsplätze erhalten.“ Denkbar sei eine so genannte übertragene Sanierung, bei der ein Investor aus der Insolvenzmasse Vermögenswerte aufkaufe und damit neu starte. „Bis 1. Dezember werden die Löhne gezahlt“, versichert Koch, „wir wollen so schnell wie möglich eine Perspektive für die Angestellten und auch für die Kunden finden.“

Der Geschäftsbetrieb läuft derweil in den Autohäusern und an der Tankstelle in Trittau, die zum Stammhaus Russmeyer gehört, weiter. Neuwagen werden dort aber nicht mehr verkauft, nur der Verkauf der Jahres- und Gebrauchtwagen geht weiter. In Trittau war die Insolvenz des Traditionshauses ein offenes Geheimnis. „Dass es denen nicht ganz gut ging, wussten wir schon länger“, erklärt Angelika Voss, Vorsitzende der Gewerbegemeinschaft Trittau (GGT). „Aber wenn es dann tatsächlich so weit ist, ist man doch geschockt. Das stellt uns auch vor die Ungewissheit, wo unsere Messe ,Trittauer Schaufenster‘, die alle zwei Jahre ist, künftig stattfinden soll“, so Voss weiter. „Bisher durften wir immer die Halle des Autohauses dafür nutzen.“ Es sei schon ein seltsames Gefühl, wenn ein alteingesessenes Geschäft verschwinde. „Am schlimmsten ist es natürlich für die Leute, die Angst um ihre Arbeitsplätze haben müssen.“

Das steht auch für Trittaus Bürgermeister Walter Nussel im Vordergrund. „Ich kann nur bedauern, dass so ein Betrieb in die Insolvenz geraten ist“, sagt er. „Ich hoffe, dass die Arbeitsplätze gesichert werden können. Aber auch wir können nur abwarten, wie es weitergeht.“ Planerisch könne die Gemeinde nur beitragen, wenn es Veränderungen geben sollte. Beispielsweise gebe es noch unbebautes Gelände, das Russmeyers gehört habe. „Es ist sehr schade, dass es einen so alten Trittauer Betrieb getroffen hat“, so Nussel. „Der Vater der Brüder hat das Autohaus in den 50er-Jahren aufgebaut.“ Die Söhne hatten das Geschäft gemeinsam weiter geführt und über die Jahre beträchtlich ausgebaut.

Bettina Albrod

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