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Awo verkürzt Modellprojekt für die Ausbildung von Erziehern

Bad Oldesloe Awo verkürzt Modellprojekt für die Ausbildung von Erziehern

Questo wird nach nur zwei Jahrgängen in Stormarn auslaufen. Questo ist eines von zwölf Projekten in einem Bundesmodellprogramm. Zielgruppe sind bereits qualifizierte, erwachsene und berufserfahrene Männer und Frauen, die sich entschieden haben, in das Arbeitsfeld Erziehung zu wechseln.

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Kandidaten im Auswahlverfahren: Das Interesse an der Ausbildung ist weiterhin groß. Doch die Kommunen machen nicht mehr mit.

Quelle: Fotos: Hfr

Bad Oldesloe. „Das Interesse auf Seiten der Kommunen war einfach zu gering. Deshalb wird es keinen dritten Jahrgang geben“, erläutert Tobias Reichardt, Projektkoordinator beim Kreisverband Stormarn der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die Rede ist von dem Modellprojekt Questo (Quereinstieg in Stormarn – Männer und Frauen in Kitas), mit dem der Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten wirkungsvoll begegnet werden soll.

LN-Bild

Questo wird nach nur zwei Jahrgängen in Stormarn auslaufen.

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 In Stormarn gab es 2015 den Startschuss für die jeweils dreijährige Ausbildung, 2016 folgte dann ein zweiter Jahrgang. Dabei, so Tobias Reichardt, werde es allerdings bleiben. Im kommenden Monat hätte es den dritten und letzten geplanten Auftakt für eine weitere Ausbildungsrunde geben sollen: „Doch dazu kommt es jetzt nicht.“

Im April 2019 würden die letzten Questo-Teilnehmer ihre Fortbildung beenden. Statt der geplanten 75 neuen Erzieher würden daher nur 30 neue Fachkräfte ausgebildet, betonte der Koordinator. Und dafür gebe es offensichtlich handfeste finanzielle Gründe auf Seiten der Städte und Gemeinden.

Mit Ahrensburg, Barsbüttel, Großhansdorf, Lütjensee und Trittau beteiligten sich ohnehin nur fünf der insgesamt 55 Stormarner Kommunen an dem Vorhaben und damit an der Finanzierung. Tobias Reichardt macht folgende Rechnung auf: Die Auszubildenden erhielten während der drei Jahre ein Gehalt von 1250 Euro brutto im Monat. Der Arbeitgeber – also die Kommune oder auch der Kita-Träger – bekomme im ersten Jahr eine Förderung von 900 Euro monatlich, es blieben Kosten von 350 Euro. Dieser Zuschuss wird vom Europäischen Sozialfonds überwiesen. Im zweiten Ausbildungsjahr betrage die Förderung 450 Euro – es blieben Kosten von 800 Euro. Im dritten Jahr entfalle die Unterstützung. Allerdings sei der Azubi dann schon als Sozialpädagogischer Assistent auf den Personalschlüssel in einer Kita anrechenbar. Aus diesem Grund fielen keine zusätzlichen Kosten an.

Doch auch die erhebliche finanzielle Unterstützung sei den Städten und Gemeinden im Kreis offensichtlich nicht ausreichend gewesen, stellt Tobias Reichardt fest: „Natürlich bleiben noch Kosten übrig – im Laufe von drei Jahren sicherlich zwischen 30000 und 35000 Euro pro Teilnehmer.“ Die meisten Kommunen und Träger hätten jetzt bekundet, kein Interesse an dem Projekt zu haben oder nicht an einer finanziellen Beteiligung in der Lage zu sein. Dies könne an den begrenzten finanziellen Mitteln, zum anderen aber wohl auch daran liegen, dass der Fachkräftemangel im Kita-Bereich noch nicht überall als Problem erkannt worden sei, sagt der Awo-Koordinator: „Eine Kommune verzichtet sogar auf eine Beteiligung, obwohl diese für sie kostenneutral gestaltet worden wäre.“ Kita-Träger und Kommunen verließen sich offenbar immer noch darauf, dass die Ausbildung weiterer Erzieher für sie ohnehin nicht mit Ausgaben verbunden sei: „Denn in den Schulen wird der Berufsnachwuchs immer noch kostenlos ausgebildet.“

Das ist eben bei Questo anders, denn für Quereinsteiger, die schon einmal im Berufsleben gestanden haben, sei es in der Regel nicht möglich, ohne Bezahlung noch einmal eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren. Von Seiten der Teilnehmer, so Tobias Reichardt weiter, gebe es weiterhin großes Interesse: „Wir haben einen Andrang von mehreren 100, die bei Questo mitmachen wollten.“ Das ursprüngliche Ziel, bis zum Jahr 2020 rund 75 Quereinsteiger im Kreis Stormarn als Erzieher auszubilden und damit die Situation von Kindertagesstätten und damit von Familien in Stormarn zu verbessern, werde leider nicht erreicht, zieht Tobias Reichardt sein Fazit.

 Michael Thormählen

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