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Stormarn B 75: Freude und Frust in der Sackgasse
Lokales Stormarn B 75: Freude und Frust in der Sackgasse
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21:46 06.09.2016
Gestern wurde damit begonnen, den alten Belag abzufräsen. Kai Schell kontrolliert die Arbeiten seiner großen Maschine. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Hamberge

Dieter Zapf lebt mit seiner Familie fast im letzten Haus vor der Baustelle. Der 60-Jährige hat Enkel David (5) auf dem Arm, denn für beide gibt es seit gestern viel zu sehen: Die Bundesstraße 75 ist in Hamberge für den Autoverkehr gesperrt, weil die Asphaltierungsarbeiten für den Bau einer neuen Kreuzung angelaufen sind.

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Die Sperrung der Hauptverkehrsader in Hamberge dauert noch bis morgen früh.

„Wenn Autofahrer hier nicht weiterkommen, dann zeige ich ihnen, wie sie zur Umleitung kommen“, sagt Dieter Zapf. Er schaut mit Enkel David gerade einem großen Lastwagen nach, der mit einer Fuhre abgefrästem Teer davonfährt. Der Opa hat den Kleinen aus der Kita abgeholt, und die liegt am anderen Ende von Hamberge – da, wo es keine Baustelle gibt: „Hier ist jetzt jede Menge los!“ Hamberger, die berufstätig sind, müssen mit dem Auto einen Umweg über Ratzbek, Dahmsdorf, Badendorf bis Schönböcken fahren.

Aus Richtung Reinfeld kommt auch Karin Möller und muss mit ihrem Wagen wieder umdrehen: „Das ist doch nervig. Ich habe einen Termin in Moisling und muss jetzt einen großen Umweg fahren“, zeigt sich die Lübeckerin ziemlich sauer. Sie kritisiert die mangelhafte Beschilderung: „Von einer Umleitung hab’ ich nichts gesehen – jedenfalls nicht in Reecke oder Niendorf.“ Auch andere Autofahrer stranden in der Sackgasse – vorwiegend mit Fahrzeugen, die ein HL-Kennzeichen haben. Aber auch Handwerker, die selbst auf dem Weg zu ihren Baustellen sind.

„Es gibt Autofahrer, die folgen ihrem Navi blind. Bei uns ist dennoch Schluss“, erläutert Polier Torsten Drögsler. Er hat mit seinem Team von der Firma Eurovia gestern Morgen damit begonnen, auf einer Strecke von rund 150 Metern den alten Asphalt abzufräsen. Anschließend werden die Flächen gereinigt, bevor ein Haftkleber aufgetragen wird. Dann wird die Binderschicht verlegt, bevor der zweite Kleber folgt. Oben drauf kommt dann die Deckschicht. „Bis Donnerstagmorgen sollen wir fertig sein. Und das schaffen wir auch“, verspricht Torsten Drögsler. Gearbeitet wird aller Voraussicht nach heute bis etwa 17 Uhr. Doch die Strecke könne erst am nächsten Tag wieder freigegeben werden, weil der heiße Belag abkühlen müsse, so der Polier.

54 Tonnen Asphalt wurden gestern eingebaut, 135 Tonnen sollen heute folgen. Auch mit den Markierungsarbeiten soll bereits heute begonnen werden. Rund 250000 Euro lässt sich die Gemeinde den Bau der neuen Kreuzung kosten, um ein Wohngebiet an die Bundesstraße anzuschließen. Hier entstehen später 78 Neubauten.

Radfahrer und Fußgänger können den Bereich problemlos passieren. Ihr Weg ist bereits angelegt. „Eigentlich fahr’ ich auch gern mit dem Auto zur Schule“ gesteht Niklas Schmei. Der 19-jährige Hamberger besucht die Baltic-Schule in Lübeck: „Doch mit dem Fahrrad geht’s auch. Und das Wetter ist ja auch noch ganz schön.“

Keine Probleme gibt es offensichtlich im Busbetrieb. Die Autokraft hat Fahrpläne mit geänderten Fahrzeiten an den Haltestellen angebracht. „Wir fahren jetzt von Hamberge bis Ratzbek. Da steigen die Fahrgäste um, die aus Lübeck kommen oder in die Stadt wollen“, erklärt Busfahrer Alexander Gepper. Morgen ab 6 Uhr laufe der Omnibusbetrieb wieder ganz normal.

 Michael Thormählen

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