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Stormarn B-75-Sperrung: „Schlecht kommuniziert“
Lokales Stormarn B-75-Sperrung: „Schlecht kommuniziert“
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10:39 21.09.2016
Am Morgen waren die ersten Baumaschinen angerückt. Heute kommt dann die Fräse, um den Asphalt vier Zentimeter tief wegzunehmen.
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Reinfeld

Eine autofreie Bundesstraße 75 mitten in Reinfeld, Stille in der Mittagssonne: Für Tankstellenpächter Jens Berendt bedeutet die noch zwei Wochen andauernde Sperrung einen herben wirtschaftlichen Verlust: „Wir hatten bislang kaum Kunden“, sagt er.

Bis Ende Oktober gibt es Umleitungen um Reinfeld: Die Straßendecke wird erneuert.

Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahme wegen der Risse und Löcher im Bundesstraßenkörper zwischen Stubbendorf und Reinfeld sei er nur unzureichend informiert worden. „Ich hatte die Information so verstanden, dass der erste Bauabschnitt zwischen Lidl und Krögerkoppel eingerichtet wird.“ Doch seit gestern ist der gesamte Bereich von der Ecke Lokfelder Straße bis zur Kreuzung von Bundesstraße und Autobahnzubringer für den Durchgangsverkehr nicht mehr befahrbar. Anlieger können sich immer noch zwischen den Bauzäunen und bereits ausgefrästen Stellen hindurchschlängeln.

Schließen will Pächter Berendt allerdings nicht. „Zumal die Tankstelle aus Richtung der Straße An der Autobahn über die Krögerkoppel erreichbar bleibt.“

Bürgermeister Heiko Gerstmann zeigt Verständnis für die Sorgen des Pächters. Helfen kann er aber nicht. „Er wird das so hinnehmen müssen.“

Vier Zentimeter tief, berichten die am Morgen angerückten Arbeiter, wollen sie im ersten Abschnitt die Asphaltdecke wegfräsen. Ein Stück weiter in Richtung Stubbendorf sollen es schon zwölf Zentimeter sein, weil die Straße noch viel schadhafter ist. Das kann Geschäftsführer Florian Grassl vom neben der Tankstelle liegenden Pflegecentrum zwar gut nachvollziehen, für Verwirrung habe nur der Baubeginn gesorgt.

Entgegen allen Ankündigungen habe sich am Montag nichts getan und dann hätten die Schilder „nach einer Nacht-und-Nebel-Aktion“ plötzlich da gestanden und bedeutet, „dass eine Durchfahrt nicht möglich ist“. Zudem sei ein Informationsblatt zu spät verteilt worden. „Die Kommunikation war ein wenig problematisch“, umschreibt Grassl seinen Unmut darüber. Den verspäteten Beginn erklärt Jens Sommerburg, Lübecker Chef des Landesbetriebs für Verkehr mit den vollen Auftragsbüchern der beauftragten Firmen.

Und in Reinfeld wird der gesamte Verkehr aus Richtung Bad Oldesloe und aus Richtung Lübeck durch das Gewerbegebiet neben der Autobahn geleitet. Vor der Ampel in der Feldstraße bilden sich besonders durch die vielen ausfahrenden Last- und Lieferwagen lange Schlangen. Nur im abgesperrten Gebiet auf der B 75 herrschte gestern Ruhe, wenigstens solange die Baumaschinen nicht ratterten. Doch schon heute wird es wieder laut, wenn die Straßenbauer mit ihren Fräsen anrücken.

 Uwe Krog

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