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Stormarn Bad Oldesloe: Daniel Günther bejubelt wie neuer Landesvater
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Daniel Günther bejubelt wie neuer Landesvater
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23:08 27.04.2017
Bad Oldesloe

Der Eindruck, mit ihm hätte soeben der neue Landesvater den Raum betreten, erweckten nicht zuletzt Claus Christian Claussen, Direktkandidat für den Wahlkreis Nord und Ortsvorsitzender Jörg Feldmann in ihren Anmoderationen. „Wir sind die Vorgruppe“, warf Feldmann eingangs scherzhaft ein, da der Stargast noch auf sich warten ließ.

 

Ein dynamisch wirkender Daniel Günther begeisterte die Besucher der CDU-Wahlkampfveranstaltung im Oldesloer Bürgerhaus. Quelle: Fotos: Von Dahlen

Schon Claussen hatte sich bitter beklagt über den schlechten Zustand der Straßen im Land. Zu einem Drittel seien sie marode. Als Beispiel aus Stormarn nannte er die L 88. „Die ist sehenswert. Wenn Sie am 1. Mai Zeit haben, fahren sie dort lang, aber verteilen vorher eine extra Portion Haftcreme für Gebissträger“, sagte Claussen. Die jetzige Regierung habe Einnahmen von 9,5 Milliarden Euro. Da sei es doch möglich, die benötigten 90 Millionen für die Sanierung locker zu machen.

Günther legte später nach. Er beklagte einen massiven Investitionsstau. Die Landesregierung lasse akribisch den schlechten Zustand der Straßen dokumentieren, unternehme aber nichts dagegen.

„Idiotisch“ nannte Günther, dass man die A 20 bei Bad Segeberg enden lasse, statt sie zu einer vernünftigen Ost-West-Verbindung auszubauen. Wie die schnelle Fertigstellung der A 7 beweise, seien private Autobahngesellschaften „wahnsinnig fix“ und dem Landesbetrieb weitaus überlegen. Letzteren gelte es, ohnehin umzustrukturieren.

In düsteren Farben malte Günther die Sicherheitslage aus. Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, liege in Schleswig-Holstein fünfmal höher als in Bayern und die Aufklärungsquote sei in Mecklenburg-Vorpommern dreimal so hoch. Nur drei Gesetze, die innere Sicherheit betreffend, seien unter Rot-Grün verabschiedet worden: die Kennzeichnung von Polizisten, die Einführung eines Polizeibeauftragten und „das liberalste Versammlungsrecht, das die Arbeit der Polizei weiter erschwert“.

Bezugnehmend auf das Abitur nach acht oder neun Jahren merkte der CDU-Spitzenkandidat an, es gehe nicht um „Bildung im Turbogang“. „Ich möchte nicht, dass die Jugendlichen nachmittags so lange in der Schule sind, sondern mehr Zeit haben, sich in Vereinen zu organisieren, bei der Feuerwehr mitzumachen.“ Kritisch seien die hohen Ausfallquoten und der Wegfall von Fächern wie Chemie und Physik. Statt Geschichte und Erdkunde gebe es jetzt Weltkunde.

„Blendwerk gegenüber den Eltern“ nannte Günther das Krippengeld, das die jetzige Landesregierung eingeführt habe. Einerseits ziehe sie sich gegenüber den Kommunen aus der Verantwortung und steuere zu wenig zur Finanzierung bei, so dass die Gemeinden gezwungen seien, hohe Krippengebühren zu erheben. Andererseits bekämen die Eltern 100 Euro zum Ausgleich. Die CDU wolle dagegen die Kommunen stärken, für gute Öffnungszeiten sorgen und moderate Kitapreise einführen.

„Dass das Land 2,5 Millionen Euro mehr Steuern eingenommen hat, liegt an der erfolgreichen Bundespolitik“, sagte Günther. Neue Ansiedlungen im Land seien aufgrund mangelhafter Infrastruktur und hoher Energiekosten nicht zu verzeichnen. Letzteres sei auch eine Folge falscher Planung bezüglich der Windenergie. Aufgrund fehlender Netzkapazität werde fürs Abschalten der Anlagen fast mehr ausgegeben als für den Betrieb. Abgesehen davon, seien die Abstandsregelungen falsch. „5000 Meter müssen zu Hünengräbern eingehalten werden und nur 400 Metern zu Siedlungen mit noch lebenden Menschen“, sagte Günther.

Dienstältester CDU-Ortsvorsitzender Deutschlands

Kritik äußerte Hammoors Vize-Bürgermeister Horst Lassen (Foto) daran, dass der Plan, eine Ortsumfahrung zu bauen immer noch nicht umgesetzt wurde. Der Verkehr nehme stetig zu. Das sei niemandem in Hammoor zuzumuten. Die Gewerbeansiedlung am Autobahnkreuz werde zudem durch den neuen Regionalplan zur Windenergie torpediert. Daniel Günther sicherte ihm zu, die Umfahrung voranzubringen, sollte er gewählt werden.

Lassen merkte an, dass er seit 1973 im Amt ist und somit dienstältester CDUOrtsvorsitzende auf Bundesebene ist. „In dem Jahr wurde ich geboren“, sagte Günther.

 Dorothea von Dahlen

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