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Stormarn Bad Oldesloe: Eine Stadt sucht ihre Marke
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Eine Stadt sucht ihre Marke
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20:55 31.10.2013
„Eine solche Marke zu entwickeln, ist eine hochprofessionelle Aufgabe, die man in die Hände von fähigen Leuten geben sollte.“ Hendrik Holtz, Linke
Bad Oldesloe

„Charmant“, „lebendig“, „zentral gelegen“ — das sind nur einige der Attribute, die die Arbeitsgruppe Stadtmarketing als kennzeichnend für Bad Oldesloe hält. Das Gremium, dem Vertreter aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und Wählergruppen — mit Ausnahme der Linken — angehören, war damit beauftragt worden, sich Gedanken über ein Markenprofil für die Stadt zu machen. Das Ergebnis stieß im jüngsten Hauptausschuss auf geteilte Meinungen.

Uneinigkeit herrschte etwa in der Frage, ob die Stadt eine Agentur mit der Aufgabe betrauen sollte, die Marke „Bad Oldesloe“ in Text- und Bildform zu entwickeln. Während Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson es für überflüssig hält, eine „externe Kreativwerkstatt“ hinzuzuziehen, äußerte sich Hendrik Holtz (Linke) genau gegenteilig.

„Eine solche Marke zu entwickeln, ist eine hochprofessionelle Aufgabe, die man in die Hände von fähigen Leuten geben sollte“, sagte Holtz. Ansonsten stehe die Stadt eines Tages doch wieder ohne ein wirkungsvolles Ergebnis da. Ähnlich äußerte sich auch Horst Möller, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Es habe sich herausgestellt, dass das bisherige Logo „Beste Travestadt“ nicht passend sei, da Außenstehende das darin enthaltene Wortspiel nicht verstehen. „Deshalb sollten wir jetzt Experten ranlassen“, sagte er.

Wolfgang Schmidt von der Wählergruppe Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO) stellte sich auf die Seite der Grünen und sprach sich dafür aus, dass die Arbeitsgruppe allein mit dem Konzept fortfahren solle. „Mit der Wortmarke ja, mit der Bildmarke nein“, räumte Bürgermeister Tassilo von Bary ein. Geeignete Leitsätze zu entwickeln, falle Laien leichter, als eine passende Grafik zu erstellen.

Doch auch die Textentwürfe, die im Ausschuss vorgelegt wurden, trafen noch nicht ganz den Nerv der Anwesenden. Vorsitzende Angela Fehrmann kritisierte etwa, dass viele der Leitsätze zu schwammige Begriffe beinhalten. Unter „lernende Stadt“ könne sich kaum jemand etwas vorstellen, sagte sie. Holtz merkte gar an, die Redewendung könne missverstanden und vom Bürger eher spöttisch aufgenommen werden im Sinne von: die Stadt sei noch nicht soweit, sie müsse noch viel dazulernen.

Maria Herrmann, Chefin der SPD-Fraktion, stellte sich auf den Standpunkt, es handele sich um einen feststehenden Ausdruck, der in Fachkreisen etabliert ist. Damit sei gemeint, dass sich eine Stadt in einem lebhaften Prozess mit aktiver Bürgerbeteiligung befinde und somit auf dem Wege, sich zu vervollkommnen.

Beschlossen wurde letztlich, dass die Arbeitsgruppe ihre Vorschläge noch einmal überdenken soll und die neuen Ergebnisse im ersten Quartal 2014 vorstellt.

Eine andere Variante wäre auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich gewesen. Die derzeitige Finanzlage der Stadt würde es gar nicht zulassen, dass eine Werbeagentur mit der Entwicklung der Marke beauftragt wird. Wie Bürgermeister von Bary ausführte, ist dies der allgemeinen Haushaltssperre zuzuschreiben. Einen weitergehenden Beschluss, nach dem 12 500 Euro ausgegeben werden sollen, um die Wort-Bild-Marke von Profis erarbeiten zu lassen, wurde deshalb auch nicht gefasst. Diese Summe würde laut von Bary auch erst im Haushaltsjahr 2015 zur Verfügung stehen.

Vorschläge der AG
Leben: Bad Oldesloe ist die lebendige Kreisstadt mit ausgeprägtem Gemeinsinn und Platz für vielfältige Interessen.

Wohnen: Bad Oldesloe ist die charmante Kreisstadt im Grünen mit hoher Lebensqualität und bester Infrastruktur.

Arbeiten: Bad Oldesloe ist die zentral gelegene Kreisstadt mit starker Wirtschaftskraft und besten Anbindungen an die Metropolen Hamburg und Hanse-Belt.

Gestalten: Bad Oldesloe ist die lernende Kreisstadt mit Visionen und qualifizierten Angeboten für Bildung und Kultur.

Dorothea von Dahlen

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