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Stormarn Bad Oldesloe: Jörg Feldmann ist Bürgermeisterkandidat der CDU
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Jörg Feldmann ist Bürgermeisterkandidat der CDU
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18:33 21.01.2016
Jörg Feldmann ist selbst Mitglied der CDU, will aber konstruktiv über Parteigrenzen mit den Stadtverordneten zusammenarbeiten. Quelle: von Dahlen

Jörg Feldmann (58), Polizeidirektor und Diplom-Verwaltungswirt aus Ahrensburg, derzeit Leiter der Forschungsabteilung polizeiliche Gefahrenabwehr beim Fraunhofer-Institut in Berlin, stellt sich im Juni zur Wahl für den Chefsessel im Oldesloer Rathaus.

Dem waren intensive Sondierungsgespräche vorangegangen. Wie Vorstandsvorsitzender Wulf Henning Reichardt berichtete, gab es zunächst acht Bewerber, fünf von ihnen hatte eine dreiköpfige Findungskommission befragt und die Ergebnisse dem geschäftsführenden Vorstand in anonymisierter Form präsentiert. „Alle, auch der Gesamtvorstand, haben sich zielsicher für Jörg Feldmann entschieden“, sagte Reichardt. Am Vorabend habe sich dann auch die Hauptversammlung einstimmig für ihn ausgesprochen.

Feldmann ist gebürtiger Hamburger, hat aber mit einigen Unterbrechungen immer wieder in Stormarn gelebt. Von 1998 bis 2008 saß er als Abgeordneter im Kreistag und leitete den Hauptausschuss.

„Insofern kenne ich die Stadt noch nicht vom Wohnen und Arbeiten, aber als Kommunalpolitiker“, sagte Feldmann.

Der gewiefte Kriminalist beziehungsweise Kriminologe begann als Polizeibeamter im mittleren Dienst auf der Davidswache auf St. Pauli und wechselte zur Kripo. Nach einem Studium zum Diplomverwaltungswirt fungierte er als Führungskraft beim Landeskriminalamt, leitete den Kriminaldauerdienst und mobile Einsatzkommandos. Erste Einblicke in den Aufbau einer Behörde sammelte er als Referent in einer Stabsstelle sowie nach der zweijährigen Ausbildung für den höheren Dienst. Er begleitete Reformprozesse innerhalb des Polizeiapparats. Im Kommissariat Alstertal war er für 150 Mitarbeiter verantwortlich. Auch später sollte er immer wieder für neue Spezialaufgaben herangezogen werden. So leitete er die Umstrukturierung der Bundespolizei in Lübeck nach der Grenzöffnung, baute später eine neue Form der Polizeihochschule in Hamburg auf, deren Konzept allerdings nach einem Politikwechsel und internen Querelen in der Hansestadt verworfen wurde. Seit zweieinhalb Jahren wirkt Feldmann an innovativen Konzepten für die Stadt der Zukunft beim Fraunhofer-Institut in Berlin mit.

„Ich brauche immer wieder eine neue Herausforderung“, sagte Feldmann auf die Frage, weshalb er die spannende Tätigkeit in Berlin gegen den Bürgermeistersessel eintauschen möchte. „Die Forschungsarbeit hat viel mit Zukunftsmusik zu tun. Das muss ja auch in die Wirklichkeit umgesetzt werden.“ In Großstädten fühle er sich im Übrigen nicht so wohl. Die Erfahrungen, die er bisher beruflich gemacht habe, kämen ihm bei seiner Tätigkeit als Verwaltungschef zugute. Hinter dem Schreibtisch sitzen und Akten schieben wolle er indes nicht. Er kommuniziere gern und sei flache Hierarchien gewöhnt. Das gelte auch für den Umgang mit den verschiedensten Interessengruppen in Bad Oldesloe. „Viele haben Probleme mit Bürgerforen. Wenn ich den Menschen nicht zuhöre und ihre Themen nicht aufgreife, wenden sie sich aber ganz ab“, sagte Feldmann.

Er will Bad Oldesloe nach eigenem Bekunden voranbringen und die Qualitäten der Kreisstadt stärker herausstellen. „Es ist ein nettes Städtchen. Man merkt, dass den Menschen hier die Entwicklung nicht egal ist. Ich setze auf die Beteiligung derer, denen die Themen am Herzen liegen und die sich einsetzen“, sagte Feldmann. Sehr wichtig ist ihm auch der Kontakt zur heimischen Wirtschaft. Es sei höchste Zeit, dass sich ein Bürgermeister darum stärker bemühe, sagte Reichardt. Das sei in Hinblick auf künftige Ansiedlungen sehr wichtig. Die nächste Zeit will der CDU-Kandidat nutzen, um sich Institutionen, Vereinen und Initiativen in der Stadt vorzustellen.

Grüne küren ihren Favoriten beim Neujahrsempfang
Die Oldesloer Grünen wollen demnächst auch ihren Bürgermeisterkandidaten vorstellen. Bekannt gegeben wird er auf dem Neujahrsempfang am Freitag, 29. Januar, im Bürgerhaus in der Oldesloer Mühlenstraße 22. Weitere Programmpunkte bilden etwa der humoristische Rückblick auf das Jahr 2015, die Verleihung des Preises „Grüne Tat 2015“ und ein nicht allzu ernst gemeinter Ausblick auf 2016.
Musikalische begleitet Benedikta Panzer die Feier. Geschlemmt wird mit vegetarischen, veganen und inveganen Speisen sowie Bier aus Büttenwarder und fairem Wein. Beginn ist 19.30 Uhr.

Dorothea von Dahlen

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