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Neues Bett für die alte Trave

Bad Oldesloe Neues Bett für die alte Trave

Die Trave soll östlich von Bad Oldesloe auf knapp 200 Metern bald wieder in ihrem ursprünglichen Bett fließen. Dafür ist gerade in Höhe Kneeden schweres Gerät im Einsatz. Die Kosten für die Renaturierung liegen bei knapp 600 000 Euro.

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Vorne ist der ursprüngliche Lauf der Trave zu sehen. Größere Baumaschinen arbeiten gerade daran, eine Verbindung zum heutigen Verlauf herzustellen. Im Mai soll das Projekt abgeschlossen sein.

Quelle: Fotos: Carstens

Bad Oldesloe. Hintergrund ist die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie der EU, mittels derer seit 2002 bereits viele ökologische Projekte in Schleswig-Holstein umgesetzt wurden. Planungen für eine Renaturierung am Kneeden – auf der anderen Seite der Trave liegt der Oldesloer Ortsteil Sehmsdorf – gibt es bereits seit sieben Jahren. Wenn alles planmäßig läuft, wird die Trave spätestens im Mai wieder durch ihren alten Arm mäandern.

LN-Bild

Die Trave soll östlich von Bad Oldesloe auf knapp 200 Metern bald wieder in ihrem ursprünglichen Bett fließen. Dafür ist gerade in Höhe Kneeden schweres Gerät im Einsatz. Die Kosten für die Renaturierung liegen bei knapp 600 000 Euro.

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Typische Vertreter der Tierwelt auf der Trave sind laut Nabu: Wasservögel wie Reiherenten, Schellenten, Gänsesäger, aber auch mittlerweile wieder der Fischotter.

Im Gewässer leben Larven diverser Insekten (Fliegen, Libellen), Wasserkäfer, Schnecken, Muscheln und Fische wie der Döbel, Flussbarsche oder Steinbeißer.

„Die Trave ist in den 1930er Jahren begradigt worden, damit sie besser fließt“, erklärt Gustav Stoffers, Verbandsvorsteher des Gewässerunterhaltungsverbandes (GUV) Trave, der für 44 Kilometer des Gewässers zwischen Bad Segeberg und Hamberge zuständig ist. „Im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie soll wieder ein guter ökologischer Zustand erreicht werden“, so Stoffers. Etwa 70 Meter fehlten bislang vom Altarm zur Trave, diese werden nun ausgebaggert.

„Die Wiederherstellung ursprünglicher und längerer Laufstrecken dient der Verbesserung der Selbstreinigungskraft sowie den natürlichen Lebensgemeinschaften in und am Gewässer“, erklärt Sabine Reichle vom Nabu Reinfeld-Nordstormarn. „Der jetzige, menschengemachte Travelauf bleibt als zusätzlicher Hochwasserablauf erhalten, um sicherzustellen, dass die Wasserstände oberhalb der Maßnahmen nicht höher steigen als jetzt.“ Der vorhandene Flussverlauf wird laut Stoffers durch ein Querbauwerk verschlossen. „In den Altarm werden zur Strukturverbesserung Kiesschwellen, Gehölze und Steilufer eingebaut beziehungsweise hergestellt“, so Stoffers.

Finanziert wird das Projekt komplett vom Land und über Fördermittel der EU. „Die Trave ist eines der wichtigsten Gewässer im Land“, erklärt dazu Uwe Leiner vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in Kiel. „Sie hat ein großes Einzugsgebiet und viele Nebengewässer.“ Am Wanderweg soll bald eine Infotafel über die Trave, den 180 Meter langen Altarm und neuen Verlauf stehen.

Um die Maßnahme überhaupt zu ermöglichen, hat der Nabu Schleswig-Holstein auf Bitten des Gewässerunterhaltungsverbandes Trave mit Hilfe von Spenden und finanzieller Unterstützung des Landes von einem Privateigentümer die Halbinsel erworben. Diese soll zukünftig als ungenutzte Flussinsel einen ungestörten Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere bieten. Sabine Reichle: „Die Insel soll sich von allein entwickeln, im Laufe der Jahre werden sich auf rund 6000 Quadratmetern Bäume und Sträucher ansiedeln.“ Einen Zugang für Spaziergänger wird es nicht geben.

EU-Richtlinie

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde Ende 2000 von der EU verabschiedet. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Gewässer (Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasser) in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Dies bezieht sich zum einen auf die Wasserqualität: weniger Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphate und weniger Schadstoffe. Zum anderen betrifft das die Struktur der Gewässer zum Beispiel nach Ausbau, Begradigung, Verbreiterung oder Vertiefung.

 Markus Carstens

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