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Stormarn Bad Oldesloe: Streit um Kino-Grundstück
Lokales Stormarn Bad Oldesloe: Streit um Kino-Grundstück
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21:19 21.04.2016

Das Oho-Kino ist offenbar ein neuer Zankapfel der Oldesloer Politik. Die Idee, das Gebäude des insolventen Lichtspielbetriebs zu kaufen, um darin sozial Bedürftige unterbringen zu können, war im Bau- und Planungsausschuss aufgekommen. Auch den Finanzausschuss hat das Thema schon passiert. Die Abstimmung, die dort am Mittwoch gelaufen ist, hat jetzt Grünen-Politikerin Karin Hoffmann auf die Palme gebracht.

Hoffmann moniert, dass ihr Antrag, die Stadt möge sich als Kaufinteressentin um das Kino-Grundstück bemühen, sowohl von SPD als auch von der CDU abgelehnt wurde. „Für 500 000 Euro ein überflüssiges Café bauen, das ist okay. Aber 400000 Euro für ein städtebaulich wichtiges Grundstück, das ist zu viel“, schreibt sie.

„Wir sind doch gar nicht so weit auseinander“, sagt dagegen Maria Herrmann (SPD), die den Bau- und Planungsausschuss leitet. Dieses Gremium habe sich schon eingehend mit dem Thema befasst und sei zum Schluss gekommen, dass der Kauf grundsätzlich eine gute Lösung wäre. Nur müsse vorher geprüft werden, wie es um die Substanz des Gebäudes bestellt sei. Sollte der Zustand bedenklich sein, wäre es ungünstig, es zu erwerben. „Wir haben der Stadt im Bau- und Planungsausschuss am Montag schon einen Prüfauftrag erteilt. Deshalb mussten wir im Finanzausschuss gegen den Antrag der Grünen stimmen“, erklärt Herrmann.

Das bestätigte auch Björn Wahnfried, der für die SPD im Finanzausschuss sitzt. „Der Sanierungsaufwand muss im Verhältnis stehen zum Kaufpreis. Wir können doch nicht aufs Blaue hinaus eine solche Summe ausgeben“, sagt er. „Zudem sind wir als Feierabendpolitiker nicht kompetent genug, zu entscheiden, ob das Haus in gutem Zustand ist.“ Für Wahnfried beruht das Ganze auf mangelnder Abstimmung innerhalb der Grünen-Fraktion. Denn deren Mitglieder hätten am Montag im Bauausschuss für den Prüfauftrag gestimmt.

Enttäuscht zeigt sich Wahnfried darüber, dass seit der Finanzausschuss-Sitzung ein anderes Thema nun ganz vom Tisch ist. So wird die Stadt wohl erst einmal nicht selbst bauen, um mehr Unterkünfte für sozial Bedürftige zu schaffen. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, lieber private Investoren für solche Projekte zu suchen.

Die Erfahrungen mit dem Zuzug vieler Flüchtlinge hatte den Blick dafür geschärft, dass es in absehbarer Zeit nicht mehr genügend Wohnraum für Obdachlose geben wird, weil es um die Bausubstanz der bisher genutzten Gebäude nicht zum Besten steht. Die Verwaltung hatte daraufhin stadteigene Grundstücke auf ihre Bebaubarkeit hin überprüft. Problematische Standorte wurden im Bauausschuss schon ausgeklammert wie die Lübecker Straße/Berliner Ring, weil dort ein Kreisverkehr entstehen könnte oder eine Fläche am Kurpark, die vielleicht von Kampfmitteln verseucht ist. Übrig geblieben ist ein Grundstück am Wendum, für das jetzt ein Privatinvestor gesucht werden soll und ein Areal am Steinfelder Redder. Auf Letzterem soll sozialer Wohnungsbau entstehen, wofür aber der Bebauungsplan geändert werden muss.

Von dvd

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