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Stormarn Viele Jungstörche wegen der Dürre umgekommen
Lokales Stormarn Viele Jungstörche wegen der Dürre umgekommen
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21:23 07.08.2018
Ein Storchenvater füttert seine Jungen. Aufgrund der Trockenheit herrscht extremer Nahrungsmangel. Quelle: Foto: Dpa
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Bad Oldesloe

Die beiden Storchenbetreuer des Nabu Bad Oldesloe, Kerstin Kommer und Andreas Hack, sprechen daher von einem erneuten „Störjahr“ bei den Stormarner Störchen. Insgesamt zogen 31 Paare lediglich 38 Junge groß.

„Dabei hatte das Storchenjahr eigentlich sehr vielversprechend begonnen“, sagt Andreas Hack aus Steinburg. So waren insgesamt 31 Storchenpaare – im Vorjahr waren es 29 – aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und bezogen ihre Nester. Hack: „Das ist ein neuer Rekord bei den Rückkehrergebnissen seit Beginn unserer Aufzeichnungen vor 45 Jahren.“ Dabei war auch eine Neuansiedlung in Bünningstedt zu vermelden. Der Rückkehrzeitraum zog sich erneut über mehrere Wochen hin. Der erste Storch in Todendorf war schon am 29. Januar zurück, während die letzten Störche erst wieder im Mai eintrafen.

„Erneut haben uns die extremen Witterungsverhältnisse einen großen Strich durch eine erfolgreiche Nachwuchsbilanz gemacht, wobei in diesem Jahr mit unnormaler Hitze und sehr langer Trockenheit das gegenteilige Extrem zum vergangenen Jahr mit Dauerregen und Kälte den Störchen das Leben schwergemacht hat“, berichtet Kerstin Kommer aus Bargteheide. Anfang, Mitte Mai seien die Storchenküken noch so klein, dass sie nahezu ausschließlich mit Regenwürmern gefüttert werden. „Die gab es aber bei der Trockenheit so gut wie überhaupt gar nicht zu finden“, erklärt die erfahrene Storchenbetreuerin.

Das führte dazu, dass Junge wegen Nahrungsmangel eingingen beziehungsweise die schwächsten Jungen von den Eltern aus dem Nest geworfen wurden oder selbst verspeist wurden. „Die Natur ist da unnachgiebig, teils geradezu grausam“, sagt Kommer. Letztlich diene dies aber dem Arterhalt, das heißt bei einer Dreierbrut würden zwei Junge rausgeworfen, damit das Dritte überleben kann. Vielerorts gab es daher gar keinen Nachwuchs beziehungsweise nur ein Junges, das flügge wurde.

Am Ende führte das dazu, dass von 31 Storchenpaaren überhaupt nur 19 (Vorjahr 15) erfolgreich Junge aufzogen. Die Gesamtzahl der Jungen, die in den nächsten Wochen ihre Reise in die Winterquartiere antreten, beträgt 38 (Vorjahr 33). „Somit kommen wir in diesem Jahr auf durchschnittlich nur 1,2 Junge pro Storchenpaar und damit auf den zweitschlechtesten Wert seit 25 Jahren“, sagt Andreas Hack.

Das dritte Jahr hintereinander derart schlechte Nachwuchsergebnisse ließen vermuten, dass sich dies in den nächsten Jahren negativ auf den Bestand auswirken wird. „Denn zum Bestandserhalt brauchen wir einen Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Paar“, rechnet Hack vor. „Der Klimawandel betrifft eben nicht nur die Eisbären in der Arktis, sondern zunehmend auch unsere Weißstörche. Weitere Informationen zu den Stormarner Störchen findet man auch im Internet unter www.nabu-badoldesloe.de

Reinigung der Storchennester

Die durch die Nabu-Storchengebietsbetreuer jährlich durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen.

Weil sie allerdings vor einem Jahr witterungsbedingt ausfallen musste, findet sie in diesem Jahr schon am 22. September statt. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa zehn bis 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von zwei bis drei Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird.

„Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten“, erklärt Betreuer Andreas Hack.

Vier Junge in Tremsbüttel

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 0, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2 und 2, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0, Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 2, Bünningstedt 0,Fischbek 0, Grönwohld 2, Groß Barnitz 2, Hammoor 0, Heilshoop 2, Klein Wesenberg 1, Langelohe 3, Lasbek-Dorf 2, Meddewade 0, Mollhagen 1, Neritz 0, Papendorf 2, Rethwischfeld 2, Rümpel 0, Seefeld 2, Sprenge 1, Stellau 1, Stemwarde 0, Sühlen 3, Tangstedt 0, Todendorf 1, Tremsbüttel 4, Trittau 0, Westerau 3, Wiemerskamp 0

mc

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