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Stormarn Trotz der Wärme: Winterreifen jetzt aufziehen
Lokales Stormarn Trotz der Wärme: Winterreifen jetzt aufziehen
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10:39 10.10.2018
Kfz-Mechatroniker Christopher Matysik montiert einen neuen Winterreifen. Quelle: M. Thormählen
Bad Oldesloe

20 Grad Celsius, Regen ist kaum in Sicht und Schnee schon gar nicht. Da fällt es den meisten Autofahrern durchaus schwer, sich mit der Bereifung ihrer Fahrzeuge für die kalte Jahreszeit zu beschäftigen. „Doch jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um einen Termin für den Wechsel zu Winterreifen zu vereinbaren“, rät der Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung in Stormarn, Lorenz Schröder.

Tagsüber genießen die Stormarner die Sonne, die noch für eine angenehme Wärme sorgt. „Aber wir hatten in den vergangenen Tagen nachts schon Temperaturen von nur vier Grad, teilweise sogar nur zwei Grad“, hat Lorenz Schröder, Seniorchef im gleichnamigen Oldesloer Autohaus, bereits festgestellt. Für Meteorologen beginnt der Winter am 1. Dezember, laut Kalender fällt der Winteranfang auf den 21. Dezember – Autofahrer hingegen sollten nicht auf den Kalender schauen, sondern aufs Thermometer – das jedenfalls rät auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Falle das Quecksilber im Schnitt unter plus sieben Grad, sei es Zeit für den Wechsel – also meistens im Oktober. In frühen Morgenstunden, im Wald oder auf Brücken komme es dann oftmals zu Reifglätte oder überfrorener Nässe. Dann sei es besser, mit Winterreifen unterwegs zu sein, erläutert der DVR. Dabei gelte weiterhin die bekannte Regel: von Oktober bis Ostern.

Das haben sich offensichtlich auch Autofahrer in Stormarn vorgenommen. Kfz-Mechatroniker Christopher Matysik hat bereits etliche Sommerreifen abgenommen und anschließend die ersten Winterreifen montiert. Wer sich rechtzeitig gemeldet habe, so Obermeister Schröder, habe in den Werkstätten meistens auch rasch einen Termin bekommen: „Wir haben uns für die Reifenaktion vor allem die erste November-Woche reserviert.“ Wichtig sei, dass die Autofahrer sich möglichst frühzeitig mit dem Thema befassen – auch wenn dies angesichts des schönen Herbstwetters durchaus schwerfalle. „Wenn nämlich die erste Schneeflocke gefallen ist, dann stehen die Kunden oft Schlange“, lauten die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Erfreulicherweise seien die Preise für die Winterbereifung in etwa stabil geblieben. „Wer allerdings später kommt, kann dann schon mit einer Preissteigerung rechnen, weil ja auch die Nachfrage größer geworden ist“, so der Innungschef.

Nicht immer allerdings stehen Winterreifen ganz oben auf der Wunschliste. Nach einem aktuellen Trend setzen Autofahrer verstärkt auf die Allwetterreifen. „Die haben natürlich auch ihrer Vorteile“, betont der Innungs-Obermeister. Immerhin werde sich so der zwei Mal jährlich anstehenden Besuch in einer Werkstatt mit dem obligatorischen Reifenwechsel erspart. Außerdem müsse die im Winter oder im Sommer nicht benötigte Bereifung nicht mehr eingelagert werden. „In den Stormarn können Allwetterreifen durchaus Sinn machen – im Gebirge mag das ganz anders aussehen“, so Lorenz Schröder. Bei winterlichen Straßenverhältnissen könnte Oldesloer beispielsweise auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen und ihre Autos zu Hause lassen, falls keine Winterreifen auf den Felgen sind.

Denn die Bestimmungen, und das unterstreicht auch der Verkehrssicherheitsrat, seien eindeutig. Die Straßenverkehrsordnung schreibe vor, dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Reifen gefahren werden dürfe, die mit dem so genannten Alpine-Symbol als Winterreifen gekennzeichnet seien. Wer trotzdem fahre, riskiere ein

Vier Millimeter

1,6 Millimeter sollen Winterreifen mindestens als Profil aufweisen. Das sehen die Vorschriften vor. Die Kraftfahrzeugbranche rät allerdings, es sollten mindestens vier Millimeter sein, damit das weichere Gummi auch noch auf einer mit Schnee bedeckten Straße besser haften könne. Wer viel unterwegs ist, fahre das Profil ohnehin ab. Wer im Winter sein Auto lieben stehenlässt, sollte dennoch die Winterbereifung trotz des guten Profils überprüfen lassen, weil die vorhandenen Weichmacher an Intensität im Laufe der Jahre an Intensität verlieren könnte.

Bußgeld und auch der Fahrzeughalter werde zur Kasse gebeten, wenn er andere mit seinem Auto fahren lässt, so der DVR. Zusätzlich gebe es einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. „Und wer dann noch in einen Unfall verwickelt ist, kann ganz schlechte Karten haben“, sagt Lorenz Schröder.

 

M. Thormählen

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