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Stormarn Bad Oldesloe im Wandel: Vom Fachwerkhaus zum Stahlbeton
Lokales Stormarn Bad Oldesloe im Wandel: Vom Fachwerkhaus zum Stahlbeton
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22:32 14.10.2017
Die Kurparkallee im Jahr 1961. Rechts steht das Hotel Holsteinisches Haus (auch Chinesenkrug). Im Hintergrund der Turm der Peter-Paul-Kirche.
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Bad Oldesloe

Erinnern Sie sich noch an den „Chinesenkrug“ oder an das Fachwerkhaus „Zur deutschen Eiche“? Können Sie sich vorstellen, wie die Besttorstraße und das Kaufhaus in der Mühlenstraße früher einmal ausgesehen haben? Wie sich der Pferdemarkt veränderte oder wie in den 1970er Jahren immer neue Wohngebiete mit mehrstöckigen Hochhäusern rund um die Innenstadt von Bad Oldesloe aus dem Boden wuchsen?

Ach Bad Oldesloe, wie hast du dich verändert! Das Kreisarchiv Stormarn zeigt in der Ausstellung „Vom Fachwerkhaus zum Stahlbeton“, wie sich das Gesicht der Stadt in vergangenen Jahrzehnten verändert hat. 35 Aufnahmen des Fotografen Hans Mallek sind ab Montag zu sehen.

Dann sollten Sie die Ausstellung „Vom Fachwerkhaus zum Stahlbeton. Bad Oldesloe 1950-1975“ besuchen, die die Historikerin Barbara Günther als Kuratorin konzipiert hat.

Bad Oldesloe lag dem Fotografen Hans Mallek am Herzen. In den 1950er bis 1970er Jahren war er in seiner Freizeit überall mit der Kamera unterwegs und konnte viele seine Bilder auch in Zeitungen veröffentlichen. Neben Veranstaltungen und Momentaufnahmen dokumentierte er insbesondere die baulichen Veränderungen des Ortes. Die Ausstellung widmet sich besonders dem Wandel der Stadt und kontrastiert Malleks Fotografien punktuell mit aktuellen Aufnahmen aus derselben Perspektive.

Der Bildbestand I12 Hans Mallek mit 6500 Schwarz-Weiß-Negativen und 216 Farbdias kam ab 2006 in das Kreisarchiv. Nach seiner Digitalisierung zur Bestandserhaltung sind inzwischen mit Unterstützung der Heik-Stiftung über 2800 Abbildungen inhaltlich erschlossen und online zugänglich. „Bildarchive sind Schatzkammern des kulturellen Gedächtnisses einer Region. Sie bewahren Erinnerungen und dokumentieren Veränderungen. Ein Bild an sich kann zwar ein künstlerisches Erzeugnis sein, erhält seine kulturelle Qualität jedoch erst durch die mit ihm verbundenen Informationen“, sagt Gregor Tuscher vom Kreisarchiv. Dieses verwahrt bislang umfangreiche Sammlungen mit rund 400000 historisch wertvollen Abbildungen unterschiedlicher Provenienz, erschaffen von Journalisten und Privatpersonen oder auch Mitarbeitern von kreiseigenen Einrichtungen und Fachbereichen der Kreisverwaltung anlässlich beruflicher Aufgaben und Veranstaltungen.

„Doch die Bildsammlungen können nur dann ihren Wert für die Geschichte des Kreises entfalten, wenn sie digitalisiert, inhaltlich erschlossen und durch das Kreisarchiv online gestellt werden. Bislang konnte diese Arbeit nur durch finanzielle Unterstützung von außen bewerkstelligt werden, durch Stiftungen und das schleswig-holsteinische Förderprogramm zur Erhaltung von Kulturgut in Archiven und Bibliotheken“, erläutert Gregor Tuscher. Die sinkenden Einnahmen aus Zinsen würden es den Stiftungen jedoch zunehmend erschweren, sich für solche Projekte zu engagieren. Aus diesem Grund werde inzwischen wieder mehr Unterstützung von öffentlicher Seite benötigt, um das visuelle Gedächtnis weiter nutzbar zu machen.

LN

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