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Stormarn Bad Oldesloe – kein schönes Pflaster?
Lokales Stormarn Bad Oldesloe – kein schönes Pflaster?
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09:16 14.11.2016
Hochstehende, zum Teil aber auch fehlende und zu weit auseinanderstehende Steine bilden Stolperfallen in der Oldesloer Innenstadt. Quelle: Fotos: Dvd

Kaufen, aber auch mit Freunden und Bekannten klönen – das zieht viele Oldesloer insbesondere an Markttagen in ihre Innenstadt. Einige Geschäftsleute haben schon viel getan, um das Image Oldesloes als Einkaufsstadt aufzupolieren. Nun will die Politik ihr Scherflein dazu beitragen, den Aufenthalt in der Fußgängerzone und ihrem Umfeld angenehmer zu gestalten und den positiven Trend zu verstetigen. Für die Planung dieses umfangreichen Projekts haben die Mitglieder des Finanzausschusses mit sechs Ja- und drei Neinstimmen unlängst 50 000 Euro in den Haushalt 2017 eingestellt.

Nach Auffassung vieler Oldesloer ist die Flaniermeile in der Innenstadt besser als ihr Ruf – Einige der Befragten kritisierten aber, dass der Belag an vielen Stellen schadhaft ist und dringend saniert werden muss.

Doch wie sehen es die Nutzer der Flaniermeile selbst? Melanie Nimscholz-Bock hat sich mit der Familie auf der Hude getroffen. Sie kann nicht so recht verstehen, weshalb jemand überhaupt Kritik an der Innenstadt übt. „Ich finde nicht, dass die Fußgängerzone schlimm aussieht. Leute, die bei mir aus Hamburg zu Besuch sind, finden sie ganz schön“, sagt sie und auch ihre Begleiter schütteln mit den Köpfen.

Ähnlich sieht es Walter Albrecht. „Wir reden da immer viel herbei“, sagt er. „Man muss doch kein Geld ausgeben für Aktivitäten, die nicht vonnöten sind.“ Eines aber hält er für unabdingbar: Radfahrer sollten in der Fußgängerzone absteigen – eine Forderung, die sich allerdings nicht mit Geld, sondern nur mit dem guten Willen der Radler selbst realisieren lässt. Und Robert Piper merkt zwar an, dass seine Frau oft mit ihren Stilettos in den Pflasterfugen hängenbleibt, aber er selbst nichts an der Stadt auszusetzen habe. „Ich bin noch nicht so lange hier, habe ein Haus gekauft und geheiratet. Aber ich fühle mich hier schon richtig sesshaft“, sagte er.

Vielen Passanten lagen die Vorschläge für Veränderungen gleich auf der Zunge. So gab eine Frau an, dass insbesondere die Seitengassen der Fußgängerzone arg unsauber sind und besser in Schuss gehalten werden sollten. Gleich mehrere merkten an, dass viele Häuserfassaden stark sanierungsbedürftig sind. „Da können aber nur die Eigentümer etwas dran verändern“, sagte Peter Rüggen. „Mitglieder einer Senioreninitiative, die hier kürzlich zu Besuch waren, meinten ,So hässliche Fassaden haben wir auch’.“

Gewissermaßen als Stein des Anstoßes nannten die Befragten auch mehrfach das unregelmäßige, teilweise hochstehende oder an einigen Stellen ausgesetzte Pflaster im Innenstadtbereich. Eine Anwohnerin der Besttorstraße klagte, dass sie einmal sogar in ein Loch gestürzt sei und sich einen Bänderriss zugezogen habe. Die Stolperfallen würden nur mit Teer zugeschüttet, anstatt sie ordentlich zu beseitigen. Das Pflaster auf der Hude sei schon so viel zu glatt, im Winter aber wie eine Eisbahn. Andere Passanten merkten an, dass es in Bad Oldesloe überdurchschnittlich viele ältere Menschen gäbe, die Schwierigkeiten hätten, sich mit Rollator oder Rollstuhl durch die Stadt zu bewegen. In den Augen vieler Oldesloer ist da Abhilfe dringend geboten.

Mehr Spielmöglichkeiten für Kinder wünscht sich dagegen Claudia Schütz. „So ist schon viel getan worden, um das Ambiente in der Fußgängerzone zu verschönern. Ich denke da an die Bepflanzung auf der Brücke. Aber kleine Wippen, neben denen die Omas oder die Mütter sitzen und auf die Kinder aufpassen können, wären schon toll“, regt sie an. Jürgen Richter findet es ungerecht, dass alle nur auf die Fußgängerzone fixiert sind. „Hinter dem Bahnhof müsste etwas geschehen. Ich habe in der Turmstraße eine Eigentumswohnung gekauft und alles hergerichtet. Die Umgebung draußen ist aber eine Katastrophe“, sagt er.

Bürgermeister Jörg Lembke weist darauf hin, dass die Sanierung der Fußgängerzone schon auf der Agenda von Verwaltung und Stadtverordneten stehe. Und das nicht erst, seit die Freien Bürger für Bad Oldesloe dazu im Finanzausschuss einen Antrag gestellt hätten. „Wir müssen aber auch Rücksicht auf die Gewerbetreibenden nehmen, dass sie durch die Arbeiten keine großen Nachteile erleiden“, sagte Jörg Lembke.

Stadtverordnete tagen

Der Haushalt für das Jahr 2017 ist auch Thema der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Montag, 21. November. Zudem geht es um die Teilnahmebedingungen am Wochenmarkt, das Preissystem für das Travebad für das kommende Jahr, die Hebesätze für die Realsteuern und die Bestellung eines Kinder- und Jugendbeirats.

Die Stadtverordneten kommen am 21. November um 19.30 Uhr im Saal des Kultur- und Bildungszentrums, Beer- Yaacov-Weg 1, zusammen.

 Dorothea von Dahlen

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