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Bad Oldesloe kündigt „Beruf und Familie“

Bad Oldesloe Bad Oldesloe kündigt „Beruf und Familie“

Hauptausschuss zieht alternative Notfallbetreuung vor – Das Angebot der GmbH sei zu wenig genutzt worden.

Bad Oldesloe. Der Oldesloer Hauptausschuss will neue Wege bei der Notfallbetreuung für Kinder von städtischen Angestellten gehen. Um ihren Mitarbeitern diesen Service im Fall von Krankheiten oder anderen unvorhersehbaren Zwischenfällen bieten zu können, hatte die Stadtverwaltung Anfang vergangenen Jahres einen Vertrag mit der gemeinnützigen GmbH Beruf und Familie Stormarn abgeschlossen, der jetzt auf Wunsch des Ausschusses gelöst werden soll. Zu den Nutzern des Angebots gehören auch Städte wie Reinbek, Bargteheide und Ahrensburg und 40 Unternehmen der Privatwirtschaft.

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Hauptausschuss zieht alternative Notfallbetreuung vor – Das Angebot der GmbH sei zu wenig genutzt worden.

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Die Mitglieder des Hauptausschusses hatten sich gleich zu Beginn vorbehalten, nach einer Vertragslaufzeit von einem Dreivierteljahr neu zu überdenken, ob sich diese Dienstleistung im Alltag bewährt und weiterhin hin Anspruch genommen werden soll. Dazu präsentierte Hauptamtsleiter Malte Schaarmann am Mittwochabend einige Zahlen. Demnach sprangen die Betreuer 2015 sieben Mal für Rathausangestellte in Not ein, binnen dieses Jahres waren es nur zwei Fälle. „Wir können mit diesem Angebot bei der Personalgewinnung punkten“, sagte Scharmann. Dieser Tage sei es nämlich nicht leicht, junge Angestellte mit Kindern zu finden. Das bereite der Verwaltung derzeit enorme Schwierigkeiten, da viele Stellen im Rathaus unbesetzt seien.

Für die Dienstleistung hat die Stadt Bad Oldesloe bis dato 5250 Euro jährlich bezahlt, wobei der Hauptamtsleiter in der Sitzungsvorlage auf die Ankündigung der Beruf und Familie GmbH hingewiesen hatte, die Nutzungspauschale für 2016 erhöhen zu müssen.

„Den Bedarf sehe ich schon. Aber er wird anscheinend nicht über dieses Angebot gedeckt“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann in Hinblick auf die geringen Fallzahlen. Sie äußerte die Vermutung, dass Eltern in Notlagen meist ihre eigenen Netzwerke bemühen, bevor sie ihre Kinder an Außenstehende abgeben. Deshalb sei es sinnvoll, die Angestellten selbst zu fragen, was sie sich wünschen, um eine bessere Alternative bieten zu können.

Hendrik Holtz (Linke) sprach sich für eine Verlängerung des Vertrags aus und beschrieb die Notfallbetreuung als Versicherung, die man zahle, auch wenn die Betreuung nicht in Anspruch genommen werde.

„Auch dann ist ja das Geld weg“, sagte er.

Für Birgit Reichardt-Mewes (CDU) war die Sachlage indes klar. „Wenn etwas nicht funktioniert, muss man klare Konsequenzen ziehen“, sagte sie. Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson hingegen plädierte dafür, die Notfallbetreuung „nicht ganz einzustampfen“.

Malte Schaarmann berichtete, dass der Notfalldienst im Rathaus eigentlich positiv betrachtet werde. Kulturmanagerin Inken Kautter etwa sei begeistert gewesen, als sie ihre Kinder in der Anfangsphase nicht anderweitig betreuen lassen konnte. Auch ihre Kleinen hätten sich gut aufgehoben gefühlt. „Wir sind davon ausgegangen, dass das Projekt erfolgreich ist“, sagte der Hauptamtsleiter. An Fremde müsse auch niemand seine Schützlinge abgeben. Beruf und Familie gebe Vätern und Müttern die Chance, die Betreuer im Elterncafé kennenzulernen.

Von den Stimmberechtigten sprach sich letztlich niemand dafür aus, den Vertrag fortzuführen. Das Thema Notfallbetreuung ist damit aber nicht vom Tisch. Nun sollen die Rathausmitarbeiter nach ihren Wünschen befragt werden, um ein Alternativangebot entwickeln zu können. Da auch dafür Geld aufgewendet werden muss, wird es Gegenstand der bald anstehenden Haushaltsberatungen sein.

Neun Gründer

2012 startete die GmbH Beruf und Familie Stormarn die Kinderbetreuung, von der gleich neun Firmen im Kreis Gebrauch machten. Sie ermöglichen ihren Angestellten, ihre Kinder im Notfall – wie etwa einer Schließung der Kita oder Krankheit der Eltern – kostenlos betreuen zu lassen. Zu den Gründern gehört nicht nur die Sparkasse Holstein mit ihren Stiftungen, sondern unter anderem auch die Firmen Edding und Basler AG.

Geschäftsführerin der Beruf und Familie GmbH ist Patricia Siebel.

Dorothea von Dahlen

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