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Bad Oldesloe plant ein Trave-Viertel

Bad Oldesloe Bad Oldesloe plant ein Trave-Viertel

Das kann ein großer Wurf werden, um die Situation auf dem Immobilienmarkt in Bad Oldesloe deutlich zu verbessern. Investoren planen den Bau von rund 200 Mietwohnungen, die zu einem Teil auch mit öffentlichen Zuschüssen finanziert werden. Damit gibt es eine Sozialbindung.

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Im Hintergrund sind Wohnhäuser am Berliner Ring zu erkennen: Auf einer alten Gewerbefläche ist der Bau von neuen Mietwohnungen geplant.

Quelle: Thormählen

Bad Oldesloe. Während der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses stellte Architekt Sven Wobig das Projekt vor, mit dem auf einem Areal am Berliner Ring ein neues Trave- Viertel entstehen kann. Der Investor, die Familie Poggensee, wolle den Bau von insgesamt 114 Wohnungen realisieren. „Dabei geht es nicht um Eigentumswohnungen, es wird ausschließlich Mietwohnungen geben“, erläuterte der Architekt. Nach einem ersten Entwurf seien vier Gebäude geplant, die sechs beziehungsweise vier Geschosse aufweisen sollen. Sie würden damit in etwa die Höhe bereits bestehender Gebäude in der Nachbarschaft erreichen.

„Der Investor bekennt sich auch zur Sozialbindung“, betonte Sven Wobig. Es könnten Anträge im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues gestellt werden. 30 Prozent der künftigen Wohnungen könnten eine Sozialbindung bekommen. Die Wohnungen, die auch barrierefrei gestaltet werden könnten, sollen zwei Zimmer ab 55 Quadratmeter Fläche sowie alternativ drei Zimmer und bis zu 75 Quadratmeter aufweisen.

118 Stellplätze für Fahrzeuge sollen in einer Tiefgarage den Bewohnern zur Verfügung stehen. Dabei, so die aktuellen Vorstellungen, könnte die Zufahrt zum Trave-Viertel über die Stiftsgasse vom Berliner Ring ermöglicht werden. Die Stadt muss den gültigen Bebauungsplan ändern, weil bisher in diesem Bereich eine gewerbliche Nutzung vorgesehen ist. „Wir gehen von einem Baubeginn in etwa ein bis zwei Jahren aus“, blickte der Architekt voraus.

Die Stadtverwaltung unterstütze die Pläne, sagte Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Eine Planungszeit von einem Jahr ist sehr ambitioniert.“ Rückendeckung gab es auch von Kommunapolitikern. Die SPD unterstütze das Vorhaben wegen der angespannten Wohnungssituation, erklärte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann. Wichtig sei, bezahlbaren Wohnraum im Stadtinneren zu schaffen: „Wir sollten das Projekt politisch mit einer hohen Priorität bewerten.“

FBO-Stadtverordneter Matthias Rohde bezeichnete das Vorhaben als begrüßenswert. Kritisch zu sehen sei allerdings die verkehrliche Anbindung: „Das ist sehr eng und unübersichtlich.“ Unterstützung signalisierte auch die CDU. Das Gebiet, das früher nur von einem Gewerbebetrieb genutzt worden sei, könne damit deutlich aufgewertet werden, betonte Stadtverordneter Uwe Rädisch.

Die Oldesloer Wohnstättengenossenschaft will sich nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzender Jürgen Stahmer als Bauherrin am Pölitzer Weg engagieren. Die gemeinnützige Gesellschaft sei mittlerweile Eigentümerin von rund 3000 Mietwohnungen, davon gebe es 1400 in der Kreisstadt.

Nach ersten Überlegungen könnten zwischen 80 und 100 neue Wohneinheiten errichtet werden – und dies in unmittelbarer Nachbarschaft zu bereits vorhandenen Objekten der Genossenschaft. „Wir haben weiterhin eine hohe Nachfrage nach günstigen Mietwohnungen. Viele Wohnungssuchende sind bei uns registriert“, erläuterte Jürgen Stahmer den Hintergrund. des neuen Projektes. Vor allem ältere Menschen suchten nach kleineren Wohnungen, die möglichst barrierefrei sein sollten. Dies sei allerdings nicht ganz einfach, weil auch in Bad Oldesloe viele Wohnungen mittlerweile ihre Sozialbindung verloren hätten.

Die Wohnstättengenossenschaft will neben Geschosswohnungen auch Gebäude in einer Reihenhausbauart errichten. Diese Gebäude sollten später vor allem von Familien gemietet werden. Die Gesellschaft steht noch am Anfang ihrer Überlegungen, denn zunächst muss ein neuer Bebauungsplan von der Stadt für die betroffene Region aufgestellt werden.

Die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses signalisierten auch bei diesem Projekt Zustimmung. Denkbar ist, dass im Rahmen des Bauleitverfahrens ein B-Plan rechtskräftig wird, der nicht nur die Flächen des Genossenschafts-Projektes umfasst, sondern noch darüber hinaus reicht.

 Von Michael Thormählen

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