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Stormarn Lichtblick für Bad Oldesloe: LED-Umstellung spart Strom
Lokales Stormarn Lichtblick für Bad Oldesloe: LED-Umstellung spart Strom
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17:17 17.09.2018
Immer mehr Städte – wie hier Lübeck – modernisieren die Straßenbeleuchtung. HL LOK. Erste Straßenlaterne mit LED-Leuchten. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Bad Oldesloe

Sechs Millionen Euro Stromkosten in 25 Jahren sparen – für eine verschuldete Stadt wie Bad Oldesloe ist das kein Pappenstiel. Aus diesem Grund herrschte denn auch grundsätzlich Einigkeit im Bau- und Planungsausschuss, dass eine Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen eine sinnvolle Angelegenheit ist – zumal das Bundesumweltministerium Maßnahmen wie diese bis zu 25 Prozent fördert. Vorgestellt wurde dem Gremium jetzt, welche Modelle der Finanzierung sich anbieten. Den Auftrag, das zu ermitteln, hatte das Hamburger Büros CL-Design für Lichtplanung und Gestaltung erhalten. Die dafür veranschlagte Summe von 30 000 Euro war schon 2016 im Haushalt bereit gestellt, aber zunächst mit einem Sperrvermerk versehen worden, der erst im Herbst vergangenen Jahres aufgehoben wurde.

Einwände äußerte zunächst Anita Klahn (FDP). Sie fragte, ob es überhaupt sinnvoll sei, gleich ganze Straßenzüge mit der neuen Beleuchtungstechnik zu versehen und ob es nicht besser wäre, nur dort Lampen auszutauschen, wo ohnehin Reparaturbedarf bestehe. Ähnlich argumentierten die Freien Bürger für Bad Oldesloe. „Wir sehen das auch kritisch und halten es für falsch, alles auf einmal auszutauschen. Funktionstüchtige Leuchten wegzuwerfen, das ist doch verheerend“, sagte Matthias Rohde (FBO).

Wilfried Janson, Energieexperte der Grünen, entgegnete, dass ein solches Vorgehen vom Gesichtspunkt einer positiven Ökobilanz falsch sei. „Wenn wir die ineffiziente Technik weiterlaufen lassen, geht das Sparpotenzial verloren. Das ist so wie bei einem alten Kühlschrank, der viel Strom schluckt. Mit einem neuen Gerät ist die Bilanz sofort besser“, erklärte er.

CL-Design-Geschäftsführer Lars Wulff ging zudem auf den Vorschlag von Anita Klahn ein, doch ein junges Start-up-Unternehmen aus Bad Oldesloe mit der Umrüstung der Straßenlampen zu betrauen. Er stellte klar, dass der Gesetzgeber bei einem Auftragsvolumen von 1,25 Millionen Euro eine öffentliche Ausschreibung verlange. Davon abgesehen, sei nicht geplant, Leuchten zu ersetzen, die erst vor drei, vier Jahren ausgetauscht wurden.

Laut der Aufstellung des Planungsbüros sollen 3044 Leuchten ganz unterschiedlicher Größe und Machart im Stadtgebiet umgerüstet werden. Strom-, sowie Wartungs- und Betriebskosten zusammengerechnet, spart die Stadt nach der Installation der klimatechnisch günstigeren Straßenlampen per anno rund 177 000 Euro. Nach dieser Rechnung amortisiert sich die Investition nach spätestens sechs Jahren.

Einen Vorstoß, um die Finanzierung noch günstiger für die Stadt zu gestalten, machte Tom Winter von der Familienpartei. Er schlug vor, sich eines KfW-Kredites aus dem Programm 208 für Kommunen zu bedienen.KfW-Kredit 208 Der Vorteil bestehe darin, dass die Stadt liquide bleibe. Sie müsse zunächst nichts aus eigener Tasche zahlen, zunächst nur Zinsen zu einem sehr geringen Prozentsatz von rund 0,6 Prozent. Getilgt werden müsse der Betrag erst nach dem dritten Jahr. „Auch die Amortisierung ist beim KfW-Kredit deutlich kürzer als sonst“, sagte Winter. Wie Wulff bestätigte, ließe sich dieses Finanzierungsmodell sogar in Verbindung mit der Förderung des Bundesumweltministeriums kombinieren. Von einem Leasing-Modell riet er indes ab.

Der Antrag der Familienpartei fand im Bau- und Planungsausschuss jedoch keinen Anklang. Das Gremium sprach somit die Empfehlung aus, die Stadt möge die Investition – abzüglich der Bundesförderung – aus Eigenmitteln finanzieren. Ob sich diese Haltung im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen durchsetzt oder der KfW-Kredit doch noch einmal diskutiert wird, bleibt abzuwarten. Das Thema kommt auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 24. September erneut auf den Tisch.

Dorothea von Dahlen

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