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Stormarn Bad Oldesloer Firmen setzen auf eigene Mitarbeiter
Lokales Stormarn Bad Oldesloer Firmen setzen auf eigene Mitarbeiter
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00:00 23.10.2012
Stormarn

Steigende Anforderungen, eine immer komplizierter werdende Arbeitswelt und ein Mangel an hochqualifizierten Mitarbeitern – auch Unternehmen aus Stormarn müssen sich nach aktuellen Erfahrungen besser positionieren, um auf den Märkten bestehen zu können. „Wir sind schon so manches Projekt nicht angegangen, weil wir es mit unseren vorhandenen Mitarbeiterin nicht entsprechend abwickeln konnten“, erläuterte Sascha Jenny, Vorstand der Jenny AG.

Der auf Elektrotechnik spezialisierte Handwerksbetrieb beschäftigt in Bad Oldesloe 20 Mitarbeiter und hat sich ebenso wie die Feige Filling AG GmbH auf die Fahnen geschrieben, dem größer werdenden Fachkräftemangel mit der Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeiter zu begegnen. Denn auch Feige – in dem auf die Entwicklung und Konstruktion weltweit vertriebener Abfüllsysteme spezialisierten Unternehmen sind rund 150 Mitarbeiter tätig – sieht sich mit einem anderen Problem konfrontiert. „Wir brauchen beispielsweise Projektentwickler, die bei der Installation einer Anlage in Russland vor Ort auch Entscheidungen im Sinne des Unternehmens treffen können“, betonte Geschäftsführer Andreas Hahner.

Jenny und Feige Filling sind zwei in der Region ansässige Betriebe, die nicht nur darauf setzen, weitere Mitarbeiter extern anzuwerben. Stattdessen sollen den bereits in den Unternehmen aktiven Mitarbeitern umfangreiche Angebote offeriert werden. „Das hat auch den Vorteil, dass diese Mitarbeiter bereits mit den internen Abläufen bestens vertraut sind“, erklärte Sascha Jenny.

Auch die Oldesloer Aspen GmbH, die zum gleichnamigen südafrikanischen Pharmakonzern gehört, hat sich dem Netzwerk von etwa 350 Unternehmen aus dem Kreis angeschlossen. Sie haben eine gezielte Weiterbildung als einen Motivations- und Wettbewerbsfaktor erkannt. Ein Stichwort ist dabei Duales Studium, bei dem Nachwuchskräfte neben Aufgaben im Job einen akademischen Abschluss anstreben. „Wir treffen mit diesen Mitarbeitern dann Vereinbarungen, damit sie nach Abschluss des Studiums noch im Unternehmen bleiben, anderenfalls müssen uns die Kosten erstattet werden“, erklärte Aspen-Personalleiterin Susanne Blaue. Auch Sascha Jenny ist sich durchaus des Risikos bewusst, dass Mitarbeiter nach einer Weiterqualifizierung eventuell „nach Hamburg abwandern“. Deshalb seien auch ein gutes Betriebsklima und ein attraktives soziales Umfeld wichtig und würden von Mitarbeitern geschätzt.

Als öffentliche Institution engagiert sich auf diesem Feld die Akademie für berufliche Weiterbildung, die vor rund zwei Jahren von der Volkshochschule (VHS) in Bad Oldesloe gegründet wurde. Sie lädt für Mittwoch, 31. Oktober, zu einem weiteren Treffen ein, das in den Aspen-Betriebsräumen an der Industriestraße ausgerichtet wird. Dieses Mal wollen sich die erwarteten 40 Teilnehmer mit dem Thema betriebliches Gesundheitsmanagement auseinander setzen. Und da will das Pharmaunternehmen vor allem auf seine eigenen Erfahrungen hinweisen. „Wir sind bereits präventiv tätig, um Mitarbeitern die Gelegenheit zu geben, sich mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Dazu gehört unter anderem eine ausführliche Ernährungsberatung“, betonte Susanne Blaue.

Für Akademie-Projektleiter Stefan Krol ist ein „lebenslanges Lernen“ wichtig, um im Job erfolgreich zu bleiben. Diese Erkenntnis habe sich bereits bei etlichen Firmen in der Region durchgesetzt: „Bei einigen anderen Betrieben gibt es allerdings noch Luft nach oben.“ Die Oldesloer VHS will mit ihren praxisorientierten Angeboten dem drohenden Fachkräftemangel wirkungsvoll begegnen – und die dürfe nicht nur für größere Firmen interessant sein.

Bürgermeister Tassilo von Bary wies darauf hin, dass auch in der kommunalen Verwaltung immer wieder Gespräche mit Mitarbeitern geführt würden, um dabei zu ergründen, was „in ihnen schlummert“. Wichtig sei, ein in der Region äußerst aktives Netzwerk anzubieten, damit Mitarbeiter für die notwendige Fort- und Weiterbildung keine weiten Wege in Kauf nehmen müssten.

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