Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Bad Oldesloer Klärwerk verbraucht zu viel Strom
Lokales Stormarn Bad Oldesloer Klärwerk verbraucht zu viel Strom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:21 06.09.2013
Blick ins tosende Abwasser. Die Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses ließen sich die Stationen des Klärwerks zeigen. Quelle: Fotos: dvd

Es brodelt und blubbert in den Becken. Und nicht nur die trübe Farbe hält vom beherzten Sprung ins Wasser ab. Das Bad Oldesloer Klärwerk zählt sicherlich nicht zu den Orten, die ganz vorn im Bewusstsein der Öffentlichkeit stehen. Und doch ist die kommunale Einrichtung aus energiepolitischer Sicht nicht zu vernachlässigen. Sie verbraucht zurzeit mehr Strom als wünschenswert wäre. Wer sich am Donnerstagabend dem Umwelt- und Energieausschuss zu einer Besichtigung angeschlossen hatte, konnte sich davon selbst ein Bild machen.

Als fachkundige Begleiter hielten sich nicht nur die Vertreter der Stadtwerke Bad Oldesloe für Auskünfte bereit, Erklärungen zur Technik der Anlage gab auch Dr. Christian Wolffson. Der Ingenieur hat den Auftrag erhalten, das Klärwerk auf seine Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen. Bei der Bestandsaufnahme stellte er nach eigenem Bekunden fest, dass es etliche Dinge zu verbessern gilt, um den Strombedarf zu drosseln.

Laut Wolffson ist dies gewissermaßen „historisch“ bedingt. Die Anlage wurde mit den Jahren zwar immer wieder um neue Reinigungsstufen ergänzt und somit modernisiert. Doch dies geschah offenbar, ohne auf logistische Aspekte Rücksicht zu nehmen. Die Becken, die das Abwasser bei der Reinigung durchlaufen muss, sind nicht alle hintereinander angeordnet. Stattdessen muss die Brühe immer wieder über Leitungen zur nächsten Klärstufe gepumpt werden. Wolffson machte dies an einem Schaumodell deutlich, das die Anlage im Überblick zeigt. „Energetisch ist das ungünstig“, sagte der Ingenieur. Aber es sei der allmählichen Nachrüstung des Klärwerks geschuldet, dass das Wasser auf Umwegen quer über das Betriebsgelände geschickt werden müsse. Bei einem Neubau würde man auf Pumpen verzichten können, weil alles in freiem Gefälle angelegt sei.

Doch das kommt für Bad Oldesloe nicht in Frage. Hier gilt es, die Abläufe innerhalb des Werks so zu optimieren, dass Strom gespart werden kann. Ein Ansatzpunkt ist Wolffson zufolge das Belüftungssystem. 60 bis 70 Prozent des derzeitigen Energiebedarfs gehen zu seinen Lasten. Geradezu museumsreif seien einige Becken. In den Anfängen seiner Karriere habe er mit dieser Technik zu tun gehabt und nicht geglaubt, dass sie heute noch irgendwo im Einsatz ist.

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fahl wies darauf hin, dass in der Kläranlage auch selbst Energie hergestellt wird. Das Klärgas werde in einem Blockheizkraftwerk fast zu 95 Prozent verstromt. Das sei ein optimaler Wert. Es sei sogar gelungen, die Wärme, die zur Beheizung der Faulbehälter nötig sei, selbst herzustellen.

Wolffson kündigte an, dass der fertigen Energiestudie eine Liste beifügt mit Vorschlägen zur Optimierung der Anlage und den damit verbundenen Kosten.

Die Stromfresser
Beim Stromverbrauch liegt die Oldesloer Kläranlage l 21 Prozent über dem Richtwert und 45 Prozent über dem Idealwert. Die biologische Reinigung und damit die Belüftung der Becken macht den größten Energiebedarf aus.


Ungünstig wirken sich dabei die flachen, „museumsreifen“ Becken aus. Der Gutachter schlägt vor, alte Motoren und Gebläse zu erneuern.

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Landmaschinen-Mechanikermeister aus Heilshoop rekonstruierte ein Kraftpaket.

06.09.2013

Die SPD will eine neue Satzung auf den Weg bringen. Die CDU hält das für überflüssig.

06.09.2013

Ein 42- jährige Motorradfahrer aus Essen, der in der vergangenen Woche bei einem Unfall in Höhe Hoisdorf auf der A 1 verunglückt ist, ist in der Nacht zu gestern an seinen Verletzungen verstorben.

06.09.2013
Anzeige