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Stormarn Badendorf wartet auf Lebensretter
Lokales Stormarn Badendorf wartet auf Lebensretter
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12:31 26.11.2018
Claudia Leinius kümmert sich um das Pferd von Heidi - Die 52-jährige Badendorferin ist an Blutkrebs erkrankt. Quelle: Lutz Roeßler
Badendorf

Die 52-jährige Heidi Hamann aus Badendorf hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos geblieben. „Es geht meiner Freundin nicht gut“, erklärt Claudia Leinius aus Badendorf. Sie hat gemeinsam mit weiteren Freundinnen von ihrem Reiterhof zu einer Typisierungsaktion in Badendorf aufgerufen Am 2. Dezember können sich alle zwischen 17 und 55 Jahren in die Spenderdatei der DKMS aufnehmen lassen. Von 12 bis 16 Uhr ist das Gemeinschaftshaus dafür vorbereitet.

Heidi Hamann kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, erklärt Miriam Kanzler. Sie ist Mitglied der Initiativgruppe, die gemeinsam mit der DKMS die Registrierungsaktion in Badendorf organisiert. Die Patientin hat dort ihr Pferd „Consi“ stehen. Unter dem Motto „Consi braucht Heidi und Heidi braucht Euch!“ appellieren die Initiatoren an die Menschen in der Region, sich typisieren zu lassen.

Postkartengrüße zur Genesung

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. „Ich bin überrascht, wie viele meiner Bekannten längst registriert sind“, sagt Claudia Leinius. Sie wird zwischen Gemeinschaftshaus und Reiterhof pendeln, denn dort stehen Kaffee und Kuchen gegen eine Spende bereit. „Außerdem bieten wir Ponyreiten für Kinder gegen eine Spende an“, kündigt Claudia Leinius an. „Mit Geldspenden kann man genauso helfen wie mit der Typisierung.“

Die Badendorferin und ihr Pferd. Quelle: ST

Denn die Bestimmung der DNA kostet pro Typisierung 35 Euro. „Die DKSM ist eine gemeinnützige Gesellschaft und arbeitet ausschließlich mit Spendengeldern“, betont Claudia Leinius, „auch das wollen wir unterstützen. Jeder Euro zählt.“ Am Sonntag werden außerdem 500 Postkarten mit einem Foto der Erkrankten ausliegen. „Da kann ihr jeder, der möchte, einen Gruß schicken“, so ihre Freundin. „An einem Tisch können Kinder außerdem eigene Karten malen, die wir ihr schicken. Das wird sie motivieren.“ Auch Heidi Hamanns Pferd „Consi“ soll einen Auftritt haben.

Welle der Hilfsbereitschaft

„Ich bin von der Welle der Hilfsbereitschaft in Badendorf ganz überwältigt“, sagt Claudia Leinius, „das haut mich um.“ Auch innerhalb der Reiterkreise habe sich die Nachricht von der Aktion verbreitet. „Es ist erstaunlich, wie oft ich auch weit weg von Badendorf auf die Typisierung angesprochen werde.“ Nun hoffen Claudia Leinius und ihre Freundinnen darauf, dass das Echo auch groß ist, wenn es tatsächlich mit der Typisierung losgeht. „Hoffentlich kommen viele zur Registrierung, und hoffentlich kann unserer Freundin geholfen werden.“

Die Typisierung

Am Sonntag, 2. Dezember, gibt es in Badendorf von 12 bis 16 Uhr eine Typisierungsaktion der DKMS im Gemeinschaftshaus Badendorf, Dorfstr. 43A. Wer finanziell die Aktion unterstützen möchte, kann das mit einer Spende an das DKMS-Spendenkonto, IBAN: DE82 2105 0170 1001 6228 18 tun.

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen lebensbedrohliche Blutkrebserkrankungen verschrieben hat. Dafür erstellt sie eine Kartei mit potentiellen Stammzellspendern. Die DKMS ist außer in Deutschland auch in den USA, Polen, UK und Chile aktiv. Insgesamt sind mehr als 8,5 Millionen Spender registriert. Darüber hinaus betreibt die DKMS wissenschaftliche Forschung und setzt in ihrem Labor Maßstäbe bei der Typisierung neuer Stammzellspender.

Bettina Albrod

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