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Stormarn Badesaison fiel fast ins Wasser
Lokales Stormarn Badesaison fiel fast ins Wasser
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00:06 23.09.2017
Auch am Reinfelder Herrenteich spielte das Wetter nicht immer mit. Die Gästezahlen gingen um rund ein Drittel zurück. Quelle: Foto: Thormählen
Bad Oldesloe/Reinfeld

„Das war für uns ein ganz schwaches Jahr“, stellt der Oldesloer Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl fest. Zahlen belegen dies: Knapp 7500 Kinder und Erwachsene passierten von Juni bis Mitte September das Eingangstor am Poggensee. Zum Vergleich die Zahl aus dem vergangenen Jahr: Da wurden 15300 Besucher registriert. Und diese Marke, so die Stadtwerke, sei der Maßstab für eine durchschnittliche Saison. Nur 2011 war mit 6500 Gästen die Resonanz noch geringer.

An den Badestellen herrschte wegen der kühlen Witterung teilweise gähnende Leere. Die Besucherzahlen am Oldesloer Poggensee und am Reinfelder Herrenteich sind 2017 drastisch eingebrochen. Nur im sanierten Freibad in Trittau gab es Gästezahlen gegen den Trend.

Die schwache Saison in diesem Jahr sei, so Jürgen Fahl, auf das schlechte Wetter zurück zu führen. „Und wegen der großen Regenmengen hatten wir auch eine schwierige Abflusssituation.“ Die Poggenbek habe die gewaltigen Wassermassen nicht aufnehmen können. „Da hatten wir eine seltene Situation – das Wasser des Poggensees reichte dann sogar bis an die Liegewiese heran“, blickt der Stadtwerke-Chef zurück.

Möglicherweise sei die geringer gewordene Resonanz auch auf ein geändertes Freizeitverhalten zurück zu führen – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Mit einem freien WLan auf dem Badestellen-Areal soll auch einer aktuellen Entwicklung Rechnung getragen werden. Außerdem gebe es die Badeinsel, die Kinderrutsche sowie weitere Attraktionen. „Da brauchen wir uns nicht zu verstecken“, ist Jürgen Fahl überzeugt.

„Die Besucherzahlen sind bei uns extrem wetterabhängig“, stellt Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann fest. Immerhin hat die Badestelle am Herrenteich im vergangenen Sommer einen nicht ganz so schlimmen Einbruch verkraften müssen wie der Oldesloer Poggensee: 8200 Besucher kamen auf das Gelände im Herzen der Karpfenstadt. Zum Vergleich die Zahlen aus den Vorjahren: 2016 waren es 12100 und 2015 rund 10000. „Wir haben im Durchschnitt etwa 12000 Gäste pro Saison“, so der Bürgermeister. Dieses Mal waren es ein Drittel weniger.

Heiko Gerstmann geht von zwei Extremfällen für den Herrenteich aus: Bei schönem Wetter sei es „brechend voll, doch bei Schmuddelwetter kommt leider gar keiner“. Dies hänge mit der Lage der Badestelle zusammen, die für die meisten Reinfelder schnell zu erreichen sei. Nach Ansicht des Bürgermeisters können die Besucher attraktive Angebote nutzen. So sei ein Kiosk geöffnet, und auf dem Beachvolleybalplatz könne auch jetzt noch gespielt werden. „Leider darf es keine Badeinsel im Herrenteich mehr geben. Die Wassertiefe ist zu gering. Wir müssen die Vorschriften einhalten“, erläutert Heiko Gerstmann.

Einen Rückgang der Besucherzahlen um rund 15 Prozent registriert die Stadtverwaltung in ihrer aktuellen Bilanz für das Freibad in Bargteheide. 67400 Kinder und Erwachsenen seien es in diesem Jahr gewesen – 2016 jedoch rund 85000, betont Detlef Müller, zuständiger Mitarbeiter im Rathaus. Das Wasser in den Becken werde stets bis auf 23 Grad Celsius aufgeheizt. Allerdings nicht mehr in diesen Tagen: „Das wäre ja wie Geld verbrennen.“ Größere Summen sollen jedoch nach dem Ende der Badesaison im kommenden Jahr bewegt werden. Für rund 1,9 Millionen Euro will Bargteheide die Sanierung der Anlage vorantreiben, so Detlef Müller. Dann kämen die Umkleide, die Duschen und Verwaltungsräume an die Reihe.

Erheblich investiert hat Trittau in die Verschönerung seines Freibades – und das hat offensichtlich die Besucher selbst bei schlechtem Wetter scharenweise angelockt. „Wir können trotz des schlechten Sommers ganz zufrieden sein“, zieht Bürgermeister Oliver Mesch eine Bilanz. 27400 Besucher kamen in der abgelaufenen Saison, die vom 15. Mai bis zum 16. September dauerte. „Das ist in etwa der Durchschnitt der vergangenen drei Jahre“, so der Bürgermeister weiter. Immerhin konnten sich die Gäste an dem bis auf 24 Grad aufgeheizten Wasser erfreuen. Dank der Resonanz wurden, so Oliver Mesch, in diesem Jahr auch 86000 Euro durch das Eintrittsgeld in die kommunale Kasse gespült.

Legionellen

Das Travebad bleibt weiter für bislang unbekannte Zeit geschlossen (LN berichteten). „Die Ursache für die Störung wurde im Bereich einer Dusche gefunden. Mit dem Gesundheitsamt wurde vor Ort eine Lösung abgestimmt“, teilten die Vereinigten Stadtwerke gestern mit. Jetzt werde mit Hochdruck an einer Behebung der Störung gearbeitet. Wann mit einer Wiedereröffnung zu rechnen ist, wurde nicht mitgeteilt.

 Michael Thormählen

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